Der Musiker Johnny Cash war monumental wie ein Gebirgsmassiv und dabei so sensibel wie ein junges Mädchen. Ob er sang "I shot a man in Reno just to watch him die" oder "I wear the black for the poor and the beaten down" - man glaubte ihm seine Worte. Auch wenn es in den 1980er Jahren stiller um ihn wurde, blieb er für Musiker wie den Punk-Sänger Blixa Bargeld, Nick Cave und viee andere eine richtungsweisende Größe. Schließlich unterschied er sich deutlich von den Country and Western-Sängern, die Nashville hervorbrachte.
Ein furioses Comeback erlebte er mit der Plattenserie "American Recordings", die von 1994 bis 2006 produziert wurde. Der letzte Teil kam erst drei Jahre nach seinem Tod 2003 heraus.
Auf den Plattencovern sind die unvergesslichen Fotos von Andy Earl zu sehen, Der Fotograf hatte bereits mit Mick Jagger, Madonna, Prince und vielen anderen zusammengearbeitet. Er traf den "Man in Black" 1994 auf einer Tournee durch Australien und besuchte ihn 1996 in dessen Haus in Nashville. In einem hochwertigen Bildband sind bekannte und zahlreiche bislang unveröffentlichte Bilder zu sehen. Mal erscheint er dort überlebensgroß, wie ein besessener Prophet oder in sich hineinschmunzelnd. In den Texten erzählt Earl, wie die Fotos zustande kamen. Die beeindruckenden Porträts des späten Johnny Cash sind ein Muss für seine Fans. Alle anderen haben über den Bildband die Chance, einen außergewöhnlichen Musiker kennen zu lernen.
Andy Earl: Johnny Cash. Schwarzkopf und Schwarzkopf 2009, 152 Seiten, Hardcover im Großformat 31 mal 37 Zentimeter, Texte deutsch/englisch, ISBN 978 3 89602 922 5, Preis: 49,90 Euro
Link: www.schwarzkopf-schwarzkopf.de


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