Die Fotografen und der Staatssicherheitsdienst der DDR hatten eines gemeinsam: Sie wollten beobachten. Und das Objekt ihrer Begierde sollte sich ihnen unverhüllt darbieten. Tatsächlich eröffnet der Bildband einen intimen Blick hinter die ostdeutsche Fassade. Allerdings sollte die Bespitzelung jedes private Empfinden zerstören, während die Aufnahmen von Helga Paris, Evelyn Richter, Sibylle Bergemann und vielen anderen den eigenen Blick schärfen. Er richtet sich nach draußen auf Menschen, die anders lebten und liebten als die im Westen. Heute, 21 Jahre nach der Wiedervereinigung, sticht dieser Unterschied sogar noch deutlicher hervor: Die Fotos erscheinen rauer, weniger geschönt. Letztlich hat der fehlende Zwang, ein Massenpublikum zu befriedigen, ihnen gutgetan, da die Fotografen experimentierfreudiger waren – eine Wohltat für die Augen.
Gabriele Koenig/Dr. Brigitte Franzen (Hrsg.): Eros und Stasi. Kehrer Verlag 2011, Hardcover, 192 Seiten, ISBN 978 3 86828 216 0, Preis: 36 Euro
Link: www.kehrerverlag.com
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