Mit der neuen M8 stellt Leica zur photokina die lange angekündigte digitale Variante seiner Messsucherkameras vor. Die digitale Leica M8 verwendet einen speziell für die Anforderungen im Leica M-System entwickelten Bildsensor mit einer Auflösung von 10,3 Millionen Bildpunkten. Der CCD-Chip hat eine Grundempfindlichkeit von ISO 160, die auf maximal ISO 2500 gepusht werden kann. Um gewährleisten zu können, dass nahezu alle M-Objektive seit 1954 an der M8 verwendet werden können, mussten an diesem Sensor umfangreiche Maßnahmen getroffen werden. Ein Mikrolinsenvorsatz vor dem Sensor soll eine störende Vignettierung in den Bildecken vermeiden. Auf einen Moiré-Filter, der feine Bilddetails optisch herausfiltert, wurde bewusst verzichtet, um die hohe Auflösung der M Objektive voll ausnutzen zu können. Auftretende Moiré-Muster werden stattdessen in der digitalen Signalverarbeitung der Kamera eliminiert.
Mit einer neuen 6 Bit Kodierung am Bajonettring kann die Kamera den verwendeten Objektivtyp erkennen. Diese Information dient einer zusätzlichen Bildverbesserung durch den Ausgleich der künstlichen Vignettierung. Eine Umstellung bringt die digitale M8 allerdings mit sich: Der CCD-Bildsensor mit 18 x 27 mm Aufnahmefläche verursacht einen Brennweitenverlängerungsfaktor von 1,33. So weist ein 21 mm-Objektiv eine Äquivalenzbrennweite von 28 mm auf.
Eine weitere Veränderung betrifft das Auslösegeräusch: Aus Platzgründen musste der traditionelle Tuchschlitzverschluss einem elektronisch gesteuerten Metalllamellen-Schlitzverschluss weichen, der deutlich härter klingt. Dafür ermöglicht er kürzere Belichtungszeiten bis zu 1/8.000 Sekunde und eine Blitz-Synchron-Zeit von 1/250 Sekunde. Erstmals wird in der M8 die neue M-TTL Blitztechnologie verwendet. Das Besondere ist, dass unmittelbar vor der eigentlichen Belichtung ein Messvorblitz ausgesandt wird. Durch die TTL-Messung des von den Oberflächen des Motivs reflektierten Lichts wird die exakt benötigte Leistung für den Hauptblitz ermittelt. Die "Auto Slow Sync"-Funktion gestattet außerdem den Einsatz der Zeitautomatik in Kombination mit der Blitztechnik.
Bemerkenswert an der Leica M8 ist auch ihr Preis: Ab Ende November soll die Kamera für 4.195 Euro erhältlich sein und ist damit nur rund 900 Euro teurer als die analoge M7.
Link: www.leica-camera.com


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