Manche Filme schenken uns magische Momente. Der Fotograf Jim Rakete entlockt sie auch seinen hinreißenden Porträts von Schauspielern.
Die Fotos sind bis Februar 2012 im Neuen Filmmuseum zu sehen. Kinoliebhabern, die sie nicht besuchen können, bleibt der begleitende Bildband.
Als erfahrener Porträtfotograf zwängt Rakete die Schauspieler nicht einfach in ihre Filmrolle. Vielmehr knüpft er an die Geschichten an, um ihnen weitere Wendungen zu entlocken. Mit Vergnügen sieht man die wunderbare Sophie Rois (zuletzt in Tom Twyker: "Drei"), wie sie spitzbübisch in die Kamera feixt. Moritz Bleibtreu beweist, wie man äußerst lässig das Magazin einer Beretta wechselt (Thomas Jahn: "Knockin' on heaven's Door"). Ebenso glaubt man fast zu hören, wie Hanna Schygulla das Lied "Lili Marleen" singt, so wie sie es in Rainer Werner Fassbinders Film tat.
Doch muss man nicht heimische Filme lieben, um das Buch zu genießen. Vielmehr erstaunt Raketes Kunst, den unbestimmbaren Ausdruck hervorzulocken, der jedes Gesicht besonders macht. Umso mehr, wenn er dafür Mathieu Carrière eine brennende Zeitung in die Hand drückt, die der Schauspieler scheinbar ungerührt liest.
Jim Rakete: Stand der Dinge. Schirmer/Mosel 2011, Hardcover, 208 Seiten, ISBN 978 3 8296 0533 5, Preis: 49,80 Euro
Link: www.schirmer-mosel.de


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