Mittlerweile seit mehr als zwei Jahren bieten Netzbetreiber und Hersteller Handys und Services an, die Multimedia-Nachrichten mit Fotos und Videos (so genannte MMS) verschicken können – ohne nennenswerten Erfolg vor allem auf der Diensteseite. Jetzt kommt die späte Erkenntnis, dass man vielleicht doch am Konsumenten vorbei entwickelt und produziert hat: „Wir Provider haben MMS vermutlich zu früh gestartet", so Hugh Griffiths, zuständiger Manager beim britischen Betreiber O2 auf einem Industriepanel, berichtet der Branchendienst Cellular News. Die Industrie müsste nun darüber nachdenken, was die Konsumenten wollen und dies in einer Art und Weise liefern, die einfach zu verstehen und einfach zu bedienen sei.
Weltweit sind im vergangenen Jahr nach Schätzungen rund 750 Mrd. Text-Nachrichten (SMS) via Handys verschickt worden. Dagegen ist der erhoffte Take-off bei den MMS erneut ausgeblieben. „Die Konsumenten wurden mit den neuen Techniken konfrontiert, bevor diese reif genug waren, um die Erwartungen zu erfüllen. Das hat zu Frustrationen geführt", sagte Mark Willingham von HeyAnita, einem auf Messaging-Lösungen für die Telekom-Industrie spezialisierten kalifornischen Unternehmen. „Es braucht hohe Erfolgsraten, bevor die Konsumenten sich für eine Lösung begeistern und das passiert nicht über Nacht", erklärte Willingham. Einen wichtigen Aspekt beleuchteten Willingham und seine Kollegen im Rahmen des Industriepanels allerdings nicht: Die für Konsumenten oft schwer durchschaubaren Preismodelle bei den Multimedia Messaging Services, die in der Regel nicht nach Zeit, sondern nach Datenmenge berechnet werden.
Einig waren sich die Experten unter anderem darin, dass mehr auf die Bedürfnisse der User geschaut werden müsse. Darüber hinaus müssten die Provider verstärkt zusammenarbeiten, um die Interoperabilität zu verbessern.


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