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Hands-on Test: Sony A7R III

Erste Testbilder mit der rasanten Sony-Neuvorstellung

Mit der neuen „Sony A7R III“ stellt der Hersteller eine Kamera vor, die bislang getrennte Produktkategorien eindrucksvoll miteinander vereinigt.

Die Zeiten, in denen sich Fotografen entweder zwischen Kameras mit hohen Bildauflösungen oder mit hoher Serienbildanzahl entscheiden mussten, sind endgültig vorbei. Sony hat seine neuestes Modell der „A7R“-Serie, bei der das „R“ für „Resolution“  und damit „Auflösung“ steht, in der dritten Generation vorgestellt. Die Kamera nimmt wie ihre Vorgängerin Fotos mit 42 Megapixel auf, übernahm jedoch eine ganze Reihe von „Beschleunigungstechniken“ der Sony A9: Das Ergebnis ist ein System, das die Auflösung einer Mittelformatkamera mit der Aufnahmegeschwindigkeit einer Sport- und Reportagekamera von zehn Bildern pro Sekunde kombiniert, indem sie die Geschwindigkeit gegenüber der Vorgängerin ganz non-chalant verdoppelt. Dabei sprechen wir auch nicht von simplen JPEGs, sondern Herstellerangaben wie die Steigerung von 23 auf 76 Bilder innerhalb einer solchen Bilderserie beziehen sich tatsächlich auf Sonys „Compressed Raw“-Format und somi zehn mal 42-Megapixel-Rohdaten pro Sekunde.

FOTO HITS hatte Gelegenheit, die Kamera am Tag ihrer Neuvorstellung bereits in die Hände zu nehmen und erste Testaufnahmen damit zu machen. Die Ergebnisse sind beeindruckend.

Aufnahme mit der Sony A7R III mit Dauerlicht (Blende: f2,8; Belichtungszeit: 1/250 s; ISO 320; Brennweite: 106 mm)
Aufnahme mit der Sony A7R III mit Dauerlicht (Blende: f2,8; Belichtungszeit: 1/250 s; ISO 320; Brennweite: 106 mm)
Der 1:1-Ausschnitt des Bilds verdeutlicht die hohe Auflösungsleistung.
Der 1:1-Ausschnitt des Bilds verdeutlicht die hohe Auflösungsleistung.

Mit dem „Sony Bionz X“-Prozessor der neuesten Generation und weiteren LSI-Chips holt Sony jetzt noch mehr aus dem Sensor der neuen Kamera heraus. Das neue Prozessorsystem ist laut Hersteller sogar 1,8 mal so schnell wie zuvor. Es bietet verbesserte Algorithmen zur Rauschunterdrückung, die gegenüber der „A7R II“ mehr Reserven bieten, die etwa einer Blendenstufe entsprechen. Das bedeutet, dass die Lichtempfindlichkeit der „A7R III“ von zuvor ISO 25.600 auf ISO 32.000 stieg und der erweiterte Modus statt jetzt mit ISO 51.200 auf ISO 102.400 einstellbar ist. Die Kamera soll einen Dynamikumfang von 15 Blendenstufen erreichen, was ebenso wie die Auflösung auf einem Niveau liegt, das man bislang nur von Mittelformatsystemen kannte.

Der beweglich aufgehängte Sensor beziehungsweise sein Stabilisatorsystem machen längere Belichtungszeiten möglich, die jetzt 5,5 statt zuvor 4,5 Blendenstufen entsprechen. Das erwies sich bei den ersten FOTO HITS-Aufnahmen im Vorabtest und bei Verwendung des 70-bis-200-Millimeter-Objektivs als sehr hilfreich, um etwa Aufnahmen mit relativ wenig Licht selbst bei voller Teleleistung verwacklungsfrei zu fotografieren..

KOMPLETTBESCHLEUNIGUNG

Das rasendschnelle Autofokussystem der Sony A7R III hält bewegte Motive wie etwa das Gesicht des Models auf dem „Catwalk“ immer in der Schärfe.
Das rasendschnelle Autofokussystem der Sony A7R III hält bewegte Motive wie etwa das Gesicht des Models auf dem „Catwalk“ immer in der Schärfe.
1:1-Ausschnitt aus einem der Serienbilder.
1:1-Ausschnitt aus einem der Serienbilder.

Die hohe Serienbildgeschwindigkeit wird unter anderem durch ein neues Verschlusssystem ermöglicht, das die zehn Aufnahmen pro Sekunde selbst bei gleichzeitiger Nutzung des mechanischen und elektronischen Verschlusses erlaubt. Die Vibrationen dieses Verschlussystems sollen laut Sony sehr gering sein, dennoch fällt es mit einer Lebenserwartung von 500.000 Auslösungen ausgesprochen robust aus.

Auch das AF-System wurde an die höhere Serienbildgeschwindigkeit angepasst. Die 399 AF-Punkte (Phasendetektion), die satte 68 Prozent der Bildfläche abdecken, hatten im Vorabtest kein Problem damit, das Gesicht des auf die Fotografen zulaufenden Models auf dem „Catwalk“ konstant in der Schärfe zu halten. Die Geschwindigkeit der Fokusverfolgung wurde dazu von Sony in der neuen A7R III verdoppelt.

Auflösungs-Überflieger

Blitzaufnahme mit Profoto-Studioanlage. Bereits ohne „Pixel Shift“-Technik entstehen hochauflösende Fotos mit einer extremen Detailzeichnung. (Blende: f5; Belichtungszeit: 1/100 s; ISO: 100). Mit „Pixel Shift“ und der Software „Imaging Edge“ entstehen 169,9 Megapixel große Fotos.
Blitzaufnahme mit Profoto-Studioanlage. Bereits ohne „Pixel Shift“-Technik entstehen hochauflösende Fotos mit einer extremen Detailzeichnung. (Blende: f5; Belichtungszeit: 1/100 s; ISO: 100). Mit „Pixel Shift“ und der Software „Imaging Edge“ entstehen 169,9 Megapixel große Fotos.

Eine weitere Neuerung der Kamera betrifft ihre „Pixel Shift“-Fähigkeit. Durch diese Technik, bei der vier Bilder nacheinander aufgenommen werden und der Sensor dabei um eine Pixelbreite verschoben wird, entstehen Fotos mit einer Auflösung von 169,9 Megapixel. Die Verrechnung der Fotos der Pixel-Shift-Serie ist nicht direkt in der Kamera möglich, sondern erfordert die Sony-Software „Imaging Edge“, die auch als Fernsteuerung der „Sony A7R III“ mittels PC für das „Remote Shooting“ genutzt wird und zudem als Raw-Konverter der Sony-Bilder dient. Für die Fernbedienung ist es hilfreich, dass die Sony jetzt zwei USB-Schnittstellen besitzt. Eine ist als extrem schnelles „USB3.1 Type-C“-Modell ausgeführt, die andere als klassisches USB-2.0-System. Sie können parallel genutzt werden, um etwa beim „PC Tethering“ gleichzeitig auch noch einer Fernsteuerung anschließen zu können, damit der Fotograf nicht an den Monitor gefesselt bleibt.

Blitzaufnahme mit Profoto-Studioanlage. Bereits ohne „Pixel Shift“-Technik entstehen hochauflösende Fotos mit einer extremen Detailzeichnung. (Blende: f5; Belichtungszeit: 1/100 s; ISO: 100). Per „Pixel Shift“-Verfahren und mehreren Aufnahmen mit um eine Pixelbreite verschobenen Sensor sowie der Weiterverarbeitung in der Sony-Software „Imaging Edge“ entstehen Fotos mit einer Auflösung von 169,9 Megapixel.
Blitzaufnahme mit Profoto-Studioanlage. Bereits ohne „Pixel Shift“-Technik entstehen hochauflösende Fotos mit einer extremen Detailzeichnung. (Blende: f5; Belichtungszeit: 1/100 s; ISO: 100). Per „Pixel Shift“-Verfahren und mehreren Aufnahmen mit um eine Pixelbreite verschobenen Sensor sowie der Weiterverarbeitung in der Sony-Software „Imaging Edge“ entstehen Fotos mit einer Auflösung von 169,9 Megapixel.

WEITERE VERBESSERUNGEN

Einige Neuheiten der Kamera lassen sich naturgemäß während der ersten Versuche bei einer  Neuvorstellung nicht direkt testen. So ist soll etwa die Kapazität des Akkus in der neuen A7R III deutlich angewachsen sein, die die Akku-Bauform der A9 übernimmt, sodass mehr Fotos aufgenommen werden können. Bei Nutzung des elektronischen Suchers gibt Sony jetzt 530 statt zuvor 290 Bilder mit einer Akkuladung an.

Apropos Sucher: In der Sony A7R III kommt der EVF der A9 zum Einsatz, der mit einer Auflösung von 3,69 Millionen RGB-Bildpunkten ein extrem hochauflösendes Bild liefert.