Praxis

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KALTER NORDEN AUF PAPIER

Wie unzählige Skandinavien-Reisende zuvor hat der hohe Norden Europas auch den Landschaftsfotografen Reinold Gober vom ersten Besuch an in seinen Bann gezogen. Zahlreiche Reisen zu unterschiedlichsten Jahreszeiten führten den Leverkusener seitdem in die Region nördlich des Polarkreises. Seine Fotografien zufriedenstellend auf Papier zu bringen, gelang dem passionierten Reisefotografen lange nicht. Das wollte er ändern.

Seit Jahren bereist Reinold Gober regelmäßig den Norden Europas. Mal mit seinem Camper-Bulli, mal mit anderen Fotobegeisterten zusammen per Flugzeug und Mietwagen. Entstanden sind dabei unzählige Fotografien von beeindruckenden Landschaften in pastelligem, arktischem Licht, satten Farben, die man nur bei absolut sauberer Luft sieht, und natürlich mit den berühmten Polarlichtern.

 „Mich fasziniert der unglaubliche Facettenreichtum der nordischen Landschaften. Durch die große Nord-Süd-Ausdehnung kann man unterschiedlichste Landschaftsprofile erleben – von riesigen Wäldern über karge Tundren bis hin zu schroffen Gebirgen, die bis ans Meer heranreichen“, erklärt Gober seine Begeisterung. Besonders reizt den Naturfotografen die Kombination aus absoluter Stille und Einsamkeit, reiner Luft und den Kontrasten, die zwischen ruhigen Seen und schroffen Felsen oder stillen Landschaften und dem tosenden Ozean entstehen. Aber natürlich kann er sich auch an Polarlichtern nicht sattsehen. Gober reist allein, mit seiner Frau oder organisiert Reisen mit anderen Fotobegeisterten, um das Naturerlebnis mit Gleichgesinnten zu teilen.

Zurück in Deutschland präsentierte er seine fotografische Beute auf seiner Webseite und auf unterschiedlichen Plattformen im Web. Die Dateien verschwanden dann wie bei den meisten Fotografen im digitalen Archiv.

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FARBDIFFERENZEN

Versuche, das Fotografierte auch auf Papier zu bringen, waren mit mehreren, frustrierenden Misserfolgen verbunden. „Natürlich habe ich meine Monitore kalibriert“, erklärt Gober, der zwei Handwerksmeisterbriefe besitzt und als Projektingenieur für einen lokalen Energieversorger arbeitet. Aber die Fotobücher und Poster, die er bestellt hat, sahen nie so aus wie auf dem Monitor. Und obwohl der erfahrene Fotograf die passenden ICC-Profile seiner Dienstleister heruntergeladen und genutzt hat, wollte sich einfach keine befriedigende Übereinstimmung zwischen Monitordarstellung und dem fertigen Produkt einstellen. Trotz zahlreicher, ernüchternder und kostenträchtiger Versuche hat Gober nie wirklich herausgefunden, wo das Problem genau liegt.  

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Reinold Gober ist von dem unglaublichen Facettenreichtum der nordischen Landschaften fasziniert. Das Spiel der Lichter, die Pastellfarben und feinen Details sollen auch im Druck erhalten bleiben.

Liegt es an der genutzten Hardware, an den Einstellungen im Betriebssystem, der Bildbearbeitungssoftware oder am Druckdienstleister? Zahlreiche potenzielle Fehlerquellen machen die Ursachensuche nicht leicht. Gober, der in der Landschaftsfotografenszene sehr gut vernetzt ist, suchte Rat und bekam mehrfach die Frage gestellt, welchen Monitor er denn nutze. Zu diesem Zeitpunkt nutzte Gober seinen iMac und sein MacBook Pro und er bekam den Tipp, sich einmal einen Grafikmonitor von EIZO anzuschauen.


UMSTIEG: EIZO CS2731

Gesagt, getan. Gober bekam als einer der ersten in Deutschland die Gelegenheit, den neuen ColorEdge CS2731 von EIZO auszuprobieren und auf Herz und Nieren zu testen. Der erste Eindruck war sehr positiv: „Per USB-C kann ich mein MacBook mit einem einzigen Kabel am Monitor anschließen und dabei wird der Rechner sogar geladen“, zeigt sich Gober zufrieden. Speicherkartenlesegerät und Festplatten werden am Monitor angeschlossen. Aber die eigentliche Herausforderung sollte ja erst noch kommen: Das Matching zwischen Monitordarstellung und Ausdruck.

Erste Hürde: der Vergleich mit dem Probeausdruck von Whitewall. Bisher sah die Softproofansicht des Bildes am iMac nie so aus wie der Testdruck. Das war nun mit dem ColorEdge anders. Erstmals stimmten die Farben des Bildes mit der Monitordarstellung bei aktivierter Softproofansicht überein. Ein erstes, wichtiges Erfolgserlebnis.

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Motiviert dadurch wagte sich Gober zusammen mit Thomas Zilch, einem befreundeten Fotografen, ans Selberdrucken: „Ich habe mir einen Epson SC-P800-Drucker ausgeliehen, um zu testen, ob ich das auch hinbekomme, wenn ich selbst drucke“, erklärt Gober. Und um es nicht zu einfach zu machen, suchte sich der Landschaftsfotograf mit dem Ilford Textured Cotton Rag ein mattes, stark strukturiertes Papier aus, das zudem einen leicht cremefarbenen Grundton hat. Ein Material also, das einen deutlich sichtbaren Einfluss auf das Druckergebnis hat. Gober lud sich das passende ICC-Profil von der Ilford-Webseite und in der Softproofansicht zeigte sich dann wie erwartet, dass der Kontrastumfang des Bildes spürbar abnahm. Das Bild wurde dann noch für das verwendete Papier optimiert, bis es am Monitor so aussah, wie Gober es sich wünschte. Nun kam der große Moment: der erste Probedruck auf DIN A4. „Das war schon spannend“, erzählt Gober. Würde er nach langem Weg zum funktionierenden Workflow endlich am Ziel sein? „Ich war echt erleichtert, als der Druck, der da Stück für Stück aus dem Drucker kam, schon auf den ersten Blick sehr vielversprechend aussah.“ Doch der Moment der Wahrheit kam jetzt mit dem direkten Vergleich zwischen Ausdruck und Monitordarstellung. „Wir haben dazu extra eine Tageslicht-Studioleuchte genutzt, um dem Ausdruck zu beleuchten. Und die Erleichterung war wirklich groß.“ Denn der Ausdruck sah auf den ersten Blick genauso aus wie die Softproofansicht auf dem EIZO-Monitor. Und auch bei genauerer Betrachtung der Details und Nuancen waren Monitordarstellung und Druck sehr ähnlich. „Der Monitor hat also wirklich eine so große Bedeutung, wie man immer hört. Ich wollte das lange nicht glauben, aber da sah ich es jetzt wirklich vor mir“, resümiert Gober. Ein erstes, wichtiges Erfolgserlebnis.

PAPIERCHARAKTER

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Auf einem stark texturierten Papier erhält selbst der Schnee seine dreidimensionale Struktur zurück. Eine beeindruckende Wirkung!

Die anfängliche Erleichterung wurde schnell von heller Begeisterung abgelöst, als Gober noch einen weiteren Aspekt erkannte, den er jetzt am eigenen Leibe erleben konnte: „Das Papier, insbesondere, wenn es so charaktervoll ist wie das Textured Cotton Rag von Ilford, fügt dem Bild durch seine eigene Oberflächenstruktur eine ganz eigene Komponente hinzu.“ Nach dem Test in DIN A4 folgte der Ernstfall: der erste großformatige Ausdruck in DIN A2. Mit jedem Stück, das sich das Papier nun aus dem Drucker schob, stieg die Vorfreude auf das Endergebnis. „Rückblickend war das wirklich ein Erweckungsmoment“, berichtet Gober noch immer sichtlich begeistert. „Ich hätte nicht gedacht, wie besonders das ist, sein eigenes Bild auf einem großformatigen Fine-Art-Papier mit über 300 Gramm pro Quadratmeter in Händen zu halten. Das greifbare Medium fügt dem eigentlichen Motiv durch seine Eigenheiten, Haptik und die Oberflächenstruktur so viele zusätzliche Aspekte hinzu, wodurch es zu einem ganz eigenständigen Gesamtkunstwerk wird, das über das reine Motiv hinauswirkt und dieses im Idealfall noch verstärkt. Das fasziniert mich sehr!“  

Gober hat dadurch eine ganz neue, zusätzliche Facette seiner Fotografie entdeckt. Schließlich gibt es zahllose unterschiedliche Papiere, die ein und derselben Fotografie einen völlig anderen Charakter geben können, die es auszuprobieren und kennenzulernen gilt. In der Frage, ob sich ein eigener Drucker lohnt, ist Gober noch unentschieden. Im nächsten Schritt hat er dann noch großformatigere Drucke bei Whitewall produzieren lassen. Und auch hier stimmten jetzt Softproofansicht und der fertige Druck überein. Das Bild hängt nun mit doppeltem Passepartout versehen und gerahmt an der Wand. Gober selbst ist gerade wieder in Nord-Norwegen unterwegs und produziert weitere Fotografien, deren Weg nun ganz gewiss nicht mehr auf einer Festplatte enden wird. „Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben und freue mich auf das, was die Komponente Druck meiner Leidenschaft Fotografie in Zukunft für neue Aspekte hinzufügen wird“, fasst Gober seinen Lernprozess der letzten Monate zusammen.

www.reinoldgober.com

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Das Auge von Uttakleiv ist ein beliebtes Fotomotiv auf den Lofoten. Reinold Gober bereist Nord-Norwegen gerne zusammen mit anderen Fotobegeisterten, denen die frostigen Temperaturen nichts ausmachen.
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EIZO CS2731

EIZO COLOREDGE CS2731

Bilddiagonale: 27 Zoll (68,6 cm)

Auflösung: 2.560 × 1.440 Pixel

Panel: IPS Wide Gamut

Farbraum: 99 % AdobeRGB

Helligkeit: 350 cd/m2

Kontrast: 1.000:1

Farbmanagement: 16 Bit LUT,

Hardware-Kalibrierung

Anschluss: USB-C, Display Port,

HDMI, DVI-D

Preis: 1.099 Euro

Internet: www.eizo.de