Praxis

Bild: Fabrice Wittner

Lichtstempel basteln

Ein Lichtstempel schreibt leuchtende Botschaften in die Nacht. Fotografen bringt er zwei Vorteile: Er lässt etwa „Ich liebe dich“ oder eine Grafik auf schwarzem Untergrund aufscheinen. Zudem leuchtet er einen Raum auf einzigartige Weise aus.

FOTO HITS zeigt, wie aus einfachen Zutaten ein Lichtstempel entsteht. Das Ergebnis stülpt man auf einen Systemblitz, der während einer Langzeitbelichtung mehrfach ausgelöst wird. Da man sich hierbei frei im Gelände bewegt, geschieht dies mittels Test-Knopf, den jeder Systemblitz besitzt.

Bild: Fabrice Wittner

MATERIAL

  • Weißer Karton im Format DIN A3 (muss so dünn sein, dass ihn ein Drucker noch transportiert)
  • Schwarzer Karton im Format DIN A3 (darf beliebig stark sein)
  • Normales weißes Druckerpapier im Format DIN A4
  • Schwarzes Klebeband
  • Ein Gummiband

Zusammenbau

Einen Lichtstempel kann jeder aus einfachen Zutaten basteln. Er wird einem externen Blitzgerät auf den Leib geschneidert. Das bedeutet im Wesentlichen, dass seine hintere Öffnung so groß sein muss, dass man sie bequem über das vordere Blitzfenster stülpen kann. Im Falle eines Nikon Speedlight SB-910 etwa passen sieben mal fünf Zentimeter.

1. Das Schnittmuster zeichnet man auf einen weißen DIN-A3-Karton. In seine Mitte kommt zuerst ein Rechteck, das als Fenster für die Textschablone dient, die später das Lichtmuster erzeugt. Es soll dasselbe Seitenverhältnis wie das Fenster des Systemblitzes haben. Bei unserem "Speedlight SB 800" war es 7:5, was einen Faktor von 1,4 ergibt.

Weiter sei vorgegeben, dass das Fenster eine Höhe von etwa 15 Zentimetern besitzt. Dieser Ausgangswert folgt eigener Erfahrung, da ein Blitz die resultierende Fläche gut ausleuchten kann. Die Breite beträgt 15 mal dem Faktor 1,4 Zentimeter, was 21 Zentimeter ergibt.

Als Hilfslinien kommen zuerst die beiden Lotrechten für Höhe und Breite hinzu (im Bild rot).

Weitere komplizierte Rechnungen ersparen wir uns, etwa bezüglich Abstrahlwinkel, Abstand des Blitzes zum Schablonenfenster und mehr. Stattdessen soll schlicht der DIN-A3-Bogen möglichst gut ausgenutzt werden.

Als nächsten Schritt zeichnet man einfach die Breitseiten der Laschen am Rand des Papierbogens ein. In unserem Fall besitzen sie eine Länge von sieben Zentimetern (im Bild blau). Die Lotrechten geben ihre Position vor.

2. Links von der senkrechten Mittellinie kommt eine weitere Hilfslinie hinzu. Sie befindet sich im Abstand von 2,5 Zentimetern, also der Hälfte der Blitzfensterhöhe. Danach zeichnet man die Linie 1 ein und misst ihre Länge. Nachfolgend ist Linie 2 bestimmbar, die dieselbe Länge haben muss, wenn sie die neue Hilfslinie schneidet (siehe Skizze 2 rechts).

3. Ausgehend von den Vorzeichnungen aus 2. ergeben sich die restlichen Linien von selbst. Abschließend muss man nur noch die Laschen Pi mal Daumen einzeichnen (siehe Skizze 3 rechts).

4. Auf die Rückseite der Zeichnung wird der schwarze Karton geklebt. Entlang der auf der anderen Seite eingezeichneten Linien schneidet man den Bastelbogen aus.

In das große mittlere Rechteck kommt ein Guckfenster (siehe Bild rechts). Es nimmt später unseren Lichtstempel auf.

Damit man bequem verschiedene Muster einlegen kann, erhält das Guckfenster einen Rahmen. Dazu schneidet man aus einem weiteren schwarzen Karton einen Rahmen aus, dessen Länge, Breite und Aussparung denen des Guckfensters entsprechen. Mit schwarzem Klebeband befestigt man den Rahmen an der dunklen Außenseite der Box. Es genügt, ihn an drei Seiten anzukleben, die obere darf ausgelassen werden. Auf diese Weise sind leicht verschiedene Stempelmuster einführbar.

Die Box wird so gefaltet, dass die schwarze Seite außen ist. Abschließend klebt man die Falzen zusammen – der Lichtstempel ist fertig.

5. Mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms entwirft man einen Text oder ein Logo. Es muss in den Rahmen passen, darf also in unserem Fall nicht größer als 15 mal 21 Zentimeter sein. Diese Maße lassen sich festlegen, wenn man im Bildbearbeitungsprogramm eine neue Datei anlegt.

Alle Bestandteile, die nicht aufscheinen sollen, müssen schwarz eingefärbt sein. Das Ergebnis wird auf weißes DIN-A4-Papier ausgedruckt. Damit der Papierbogen bei mehrmaligem Einsatz nicht knickt, kann man ihn zudem laminieren.