Praxis

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Olympiareif

Jan Hinkel gestaltet kraftvolle Porträts von Athleten. Solche Aufnahmen verlangen auch dem Fotografen viel Training und eine gute Ausrüstung ab. Nachfolgend erklärt der Profi , wie man beides bündelt, um rekordverdächtige Sportfotos zu erhalten.

Ein Sportfotograf benötigt ungeahnte Talente. Dazu gehören etwa eiserne Nerven, wenn ein Eishockeyspieler aus voller Fahrt abbremst und ihn mit einem Hagelschauer eindeckt (siehe Video hier). Außerdem muss er im größten Getümmel beweisen, ob er seine Ausrüstung blind bedienen kann.

Jan Hinkel hat sich diese und andere Fähigkeiten über Jahre hinweg selbst angeeignet. Als Amateur nutzte er den Vorteil, frei arbeiten zu können. Ohne den Erfolgsdruck eines Berufsfotografen entwickelte er sich zum Profi – auch wenn seine Liebe zur Lichtbildnerei mit dem Maschinenbaustudium konkurrierte. Nachfolgend zeigt er einige Techniken, die Fotografen helfen, fotografisch weiterzukommen.

Erfolgsrezepte

Wer in der Sportfotografie erfolgreich sein will, benötigt eine zuverlässige Ausrüstung. Hinkel etwa besitzt die zwei Spiegelreflexkameras Canon 5D Mark II und Canon 1Ds Mark III, die „Dokumentationskamera“ Fujifilm X-E1, Objektive mit Brennweitenbereichen von 24 bis 200 Millimetern, stationäre und mobile Blitze samt Generatoren sowie leichte und flexible Lichtformer. Damit besitzt er eine Ausrüstung im Wert von über 25.000 Euro.

Laut Hinkel kommt man aber mit weitaus weniger schon sehr weit. Denn wichtiger als die Technik sind Talente, an die kaum jemand denkt. Dazu gehört eine ausgeprägte Geselligkeit. Man mag die eigene Kamera noch so gut beherrschen – trotzdem gerät ein Porträt­shooting zur Katastrophe, wenn sich beide Seiten anschweigen. Um stattdessen eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, informiert sich Hinkel über das Leben derjenigen vor der Frontlinse. So fand er etwa vor dem Shooting mit dem Schauspieler Michael Mendl heraus, dass er in seiner Kindheit die gleiche Krefelder Schule besuchte wie er selbst. Erwartungsgemäß war das Eis schnell gebrochen. Ansonsten ist sein Patentrezept: reden, reden und nochmals reden. 

Wenn man sich allerdings menschlich völlig fremd ist, bekennt sich auch Hinkel als machtlos. Wichtig sei dann, trotzdem humorvoll zu bleiben. Er bekräftigt: „Um erfolgreich zu sein, sind zuerst einmal soziale Fähigkeiten, Organisationstalent und Hartnäckigkeit wichtiger als ein eigener Stil. Wenn man zudem einen Wiedererkennungswert in seine Bilder einbaut, ist das das Tüpfelchen auf dem i.“

Artikelüberblick

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Jan Hinkel

Jan Hinkel ist ein Fotograf aus Krefeld. Neben dem Studium des Maschinenbaus eröffnete er sein eigenes Studio. Als wichtige Erfolgsmotoren nennt er außer fotografischem Können auch soziale Kompetenz und eine perfekte digitale Nachbearbeitung.