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Lytro-Lichtfeldkamera

Erst fotografieren, dann fokussieren

21.10.2011

Abhilfe für unentschlossene Fotografen bietet Lytro. Das kalifornische Start-up Unternehmen will die Art zu Fotografieren revolutionieren. Die nicht ganz neue Technologie bietet Fotografen die Möglichkeit, im Nachhinein den Schärfepunkt in einer Aufnahme festzulegen. Bereits im Sommer hatte das Unternehmen die Kamera angekündigt - Anfang nächsten Jahres soll sie auf den Markt kommen.

Die Lytros-Kameras sind mit einem 8-fach-Zoom der Lichtstärke 2 ausgestattet. Im Inneren verbirgt sich ein Lichtfeldsensor mit Mikrolinsenraster. Erhältlich ist Kamera in zwei Varianten: Das kleiner Modell fasst 350 Bilder auf acht Gigabyte Speicherplatz und kostet 399 US-Dollar (rund 287 Euro). Die 16-Gigabyte-Variante bietet Platz für 750 Bilder und kostet 499 US-Dollar (rund 361 Euro). Die passende Bearbeitungs-Software soll vorerst nur für Mac erhältlich sein. Eine Windows-Version ist jedoch geplant.

Bereits 1908 stellte der französische Physiker Gabriel Lippmann mit der „Integralen Photographie“ das der Lichtfeld-Fotografie zugrunde liegende Aufnahmeverfahren vor. Rund 100 Jahre später experimentierte Adobe mit der Lichtfeld-Fotografie und präsentierte einen ersten Objektiv-Prototypen nebst Software, die das nachträgliche Verändern des Fokus im Bild möglich machten. In der industriellen Bilderkennung oder 3-Sensorik wird die Lichtfeld-Fotografie ebenfalls seit einigen Jahren eingesetzt. Der damalige wie der heutige Ansatz beruhen auf einem Mikrolinsen-Raster, dessen einzelne Elemente in einem bestimmten Winkel zueinander versetzt sind und so aus einem 2D-Foto ein 3D-Bild machen. Jeder Bildpixel enthält dem entsprechend die 3D-Information zu seiner Position und seine Relation zu anderen Bildpunkten. Dies ermöglicht eine Vielzahl von Bildbearbeitungsmöglichkeiten. Die plakativste ist natürlich die Veränderung des Schärfepunktes. Für die Anwender bedeutet dies, dass das Fotografieren noch einfacher wird, da kein Gedanke und damit keine Zeit an irgendwelche Fokuseinstellungen verschwendet werden muss. So interessant dieser Ansatz auch für den Massenmarkt sein mag, der Profi wird von dieser Technologie weniger profitieren, weiß er doch schon bevor er den Auslöser drückt, wo die Schärfe in seinem Bild liegen soll. Für Fotografen, die allerdings häufig mit wankelmütigen Agenturen und Kreativen zusammen arbeiten, kann die Lichtfeld-Fotografie teure Nachshootings ersparen. Auch dürfte für Sport und Actionfotografie die Ausbeute an scharfen Aufnahmen deutlich steigen.

Link: www.lytro.com

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