Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Ausstellung: Hans Hansen

Ein VW in 7.000 Teilen legt das Wesen der Dinge offen

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) zeigt 220 ikonische Fotografien von Hans Hansen. Er war weitaus mehr als ein Werbefotograf, denn er stellte die alltägliche Dingwelt in radikaler Klarheit dar.

Bereits in den Fotografien seiner Düsseldorfer Studienzeit deutet sich seine spätere Bildsprache an: Sogar das Ersatzteil einer Küchenmaschine geriet ihm zur abstrakten Kunstform. Auch Naturmotive – etwa Vögel auf einem Stromkabel – verwandelt Hansen in einer Reihe in grafische Elemente, die an Zeichnungen auf einem weißen Blatt erinnern.

Zwischen 1963 und 1967 arbeitet Hansen für eine weltweite Kampagne mit der Lufthansa zusammen. Hier fand er eine eigene Ästhetik. Mit der Kleinbildkamera eingefangen weckten etwa Landschaftspanoramen oder Wildtieren die Reiselust. Im Ausstellungsteil "Glas, Eis und Wasser" sieht man die Zusammenarbeit mit dem finnischen Glasgestalter Tapio Wirkkala. Dessen Objekte erscheinen in seinen Fotografien wie schmelzende Gletscher oder Landschaftsformationen. Ab Ende der 1960er Jahre arbeitet Hansen für Volkswagen, Porsche, Mercedes-Benz und Fiat. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Aufnahme eines in rund 7.000 Einzelteile zerlegten VW Golf (1988).

Die große Rotunde des historischen Treppenhauses im MK&G bespielt Hansen mit dem 2024 veröffentlichten Projekt „Analog“ (erschienen bei Spector Books), das erstmals in einer Ausstellung zu sehen ist. Hier richtet er den Blick auf die Dinge, die ihn jahrzehntelang im Studio umgeben haben: Kameras, Lampen, Werkzeuge.

Für Auftraggeber wie das Magazin Stern oder die Supermarktkette Rewe entwickelt Hansen in den 1980er Jahren eine neue Bildsprache für Lebensmittel. Seine Food-Fotografien sind Beispiele dafür, wie Sachfotografie den Blick auf Konsumgüter prägt.

  • 17. April – 1. November 2026
  • Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G)

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