Ausstellung: Hans Hansen
Vom Material zum Motiv zu Meriten
Hans Hansen brachte Ordnung in die Werbefotografie. Doch dass er eines seiner Motive mit Viagra mischte, bezeugt außerdem seinen skurrilen Humor. Eine Ausstellung in Hamburg zeigt anhand von 220 Bildern aus über sechs Jahrzehnten den Ideenreichtum des Fotografen. Zudem gewähren Publikationen, Skizzen und Archivmaterial sowie ausgewählte Objekte aus Hansens Privatsammlung tiefere Einblicke.
Wesentlich ist für den Handwerker das Material selbst, dessen Form, Farben und Beschaffenheit. Wenn er es erkundet hat, gruppiert er es neu und setzt es ins beste Licht. Das ist keineswegs revolutionär: Bereits Hein Gorny (1904 bis 1967) verschaffte so dem Leibniz-Keks im Jahr 1935 einen großen Auftritt.
Doch Hansen setzte diesen Ansatz der Neuen Sachlichkeit mit eigenen Mitteln fort. Beispielsweise vergrößerte der Fotograf manche Motive mithilfe des so genannten Dye-Transfer-Verfahrens, um dessen Farbintensität und Lichtbeständigkeit zu nutzen. Andere Motive fotografiert er auf einem Leuchttisch, der ihm aus seiner Lithografie-Ausbildung vertraut ist. Zuletzt Titel dokumentierte er im Buch „analog“ (Spector Books Leipzig, 2024) den fast vollständigen Inhalt seiner Dunkelkammer von Fresnel-Linsen bis zu Entwicklerschalen. Damit erhob er gewissermaßen die analoge Fototechnik zum Denkmal ihrer selbst.
- Hamburg
- Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
- 17. April bis 1. November 2026
- Bestimmte Kameras und Objektive im Preis gesenkt
- Neue Blickwinkel durchqueren die Geschichte, Gefühle und Gesellschaften