Ausstellung in Köln: BRD und BRD
Zweimal Deutschland um 1980 gegenübergestellt
Das Museum Ludwig in Köln wählte aus seiner Sammlung wegweisende Fotografien aus Ost- und Westdeutschland aus, die um das Jahr 1980 entstanden. Ergänzend werden einzelne Arbeiten von Henry Maitek und Evelyn Richter aus den 1960er Jahren gezeigt, die den zeitlichen Rahmen erweitern und zusätzliche Perspektiven eröffnen. Sie geben Einblicke in die Lebenswelten der beiden deutschen Staaten, die von unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen geprägt waren.
Insgesamt sieben Fotografinnen und Fotografen sind vertreten. Porträts von Derek Bennett, Christiane Eisler und Ute Mahler treffen auf Aufnahmen von Henry Maitek und Evelyn Richter, die Alltagsszenen festhalten. Karl Kugel dokumentierte seine Reise vom Rheinland nach West-Berlin und montierte die Abzüge zu einem Fotoessay. Erasmus Schröter lichtete mit einer Infrarotkamera nächtliche Straßenszenen in Leipzig ab und verfremdete damit den vertrauten Blick auf das Alltägliche.
In der Bundesrepublik veränderte sich die Gesellschaft um 1980 durch Arbeitsmigration sowie durch soziale Bewegungen, etwa Hausbesetzer oder die Friedensbewegung. Diese Entwicklungen gingen mit einem politischen Wandel einher, der schließlich zur konservativ-liberalen Regierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl führte.
In der DDR waren die Unterzeichnung der Schlussakte der „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ 1975 in Helsinki mit Hoffnungen auf größere Freiheiten verbunden, die jedoch enttäuscht wurden. Gleichzeitig verschärften sich die wirtschaftlichen Probleme, und die Versorgungslage der Bevölkerung verschlechterte sich spürbar. In weiten Kreisen wurden daher die 1980er Jahre als eine Phase bleierner Stagnation erlebt.
Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig: „Mit der Präsentation Zweimal Deutschland um 1980 schöpft das Museum Ludwig einmal mehr aus dem reichen Schatz seiner Fotosammlung. Darüber hinaus freue ich mich, dass wir durch die Beschäftigung mit ostdeutschen Positionen der besonderen Geschichte unseres Hauses Rechnung tragen, die dank Peter und Irene Ludwig schon früh durch Werke aus der DDR geprägt wurde.“
- Museum Ludwig Köln
- 18. April bis 11. Oktober 2026