Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Ausstellung: Klimax Klima

Hochschulprojekt macht Klimawandel in Fotokunst begreifbar

Das Klima verändert sich überall. Auch im Oderbruch sind die Prozesse deutlich sicht- und spürbar, doch fanden die zunehmende Trockenheit oder das Fischsterben in der Oder 2022 kaum Resonanz beziehungsweise wurden als normal abgetan. Wissenschaftliche Messreihen reichen offenbar nicht aus, um die Umweltzerstörung bewusst zu machen.

Zwölf Studierende an Hochschulen fragten sich, ob künstlerische Fotografie die abstrakten Gefahren sichtbar machen kann. Über ein Jahr hinweg kamen sie von der Hochschule für bildende Künste Hamburg, der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und der Akademie der Bildenden Künste München immer wieder zusammen, um die Möglichkeiten von Kunst in Zeiten des Klimawandels auszuloten. Bei Vor-Ort-Recherchen im Oderbruch knüpften sie Kontakte zu lokalen Akteuren, die im Oderbruch an nachhaltigen, ökologischen und sozialverträglichen Projekten arbeiten.

  • Omid Arabbay setzte sich mit kollektiven Angstbildern und alltäglichen Fremdzuschreibungen auseinander, um Ausgrenzung darzustellen.
  • Anastasiia Batishcheva wählte einen spielerischen Ansatz. Sie sammelte mediale Darstellungen der Oderlandschaft und archiviert sie in einem Möbelstück, um die Landschaft historisch und bildlich zu erfassen.
  • Bjørg Elttør erzählt eine Geschichte des Scheiterns. Sie bewarb sich für eine Recherche bei der Tesla Gigafactory in Grünheide, was in einer Absage endete. Also begann sie in einem Hotelzimmer zu schreiben und zu fotografieren.
  • Jonas Fischer dokumentiert die Arbeit des Landwirtschaftsbetriebs Hof Basta im Oderbruch. Dabei stellte er Fragen nach der Geschichte und Zukunft von Landwirtschaft und kollektiver Arbeit.
  • Hannah Francke widmet sich dem Biber im Oderbruch, der unabhängig vom Menschen die Landschaft gestaltet.
  • Tatjana Hub lässt in ihren Schwarz-Weiß-Porträts Jugendlicher deren Ängste aufscheinen.
  • Krina Königsmann richtet den Blick auf die Maul- und Klauenseuche, die Anfang 2025 bei Wasserbüffeln in Hönow auftrat und erhebliche Folgen für die lokale Landwirtschaft hatte.
  • an Koppernock beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Lichtverschmutzung auf nachtaktive Lebewesen und ihre Ökosysteme, insbesondere auf Fledermäuse.
  • Ann-Sophie Krüger stellt die Frage, wie man einen Wald archiviert. Ausgehend von der Abholzung des Kiefernwaldes für die Tesla Gigafactory in Brandenburg dokumentiert sie wissenschaftliche und fotografische Versuche, einen verschwindenden Naturraum zu bewahren.
  • Zoe Popp lässt herbstlichen Nebel durch einen Schlosspark wabern. Ihr Simulation verschobener Jahreszeiten verweist auf klimabedingte Veränderungen der Landschaft.
  • Igor Vrdoljak nimmt in seiner Arbeit die einzelnen Komponenten und Ersatzteile von Fotoapparaten und damit die Klimaverantwortung der Fotoindustrie in den Fokus. Allein im Jahr 2023 wurden rund 7,2 Millionen Digitalkameras produziert, alle ausgestattet mit Prozessoren, Sensoren, Kameragehäusen und Main Boards, geschaffen mit seltenen Erden. Igor Vrdoljak macht diese Teile in Form von Fotogrammen sichtbar.
  • Mimi Shudi Yan entwickelt eine Klima-Jakobsleiter. Die Kippbewegungen des kinetischen Objekts sollen Kettenreaktionen sichtbar machen.

Schloss Neuhardenberg

Klimax Klima

30. August – 21. Dezember 2025


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