Fotobuch: Wer zuletzt lacht ...
"Last Laughs" von Elliott Erwitt
Kurz vor seinem Tod 2023 kuratierte Erwitt seinen letzten Bildband. Das Gros der Aufnahmen entstand in den 1950er- bis 1970er-Jahren, die letzte stammt von 2005. Zudem befinden sich einige längst bekannte Fotografien etwa von Mini-Hunden darunter.
Der Rezensent hat ein zwiespältiges Verhältnis zu Elliotts Humor. Dieser speist sich vielfach aus Situationskomik, etwa wenn Gänse neben einer Mädchengruppe marschieren. Das reizt bloß in zwei Fällen zu Lachen: Erstens, wenn man selbst dabei ist, was aber an den Moment gebunden ist. Zweitens, wenn es sich um Verwandte im Familienalbum handelt, die einem nahe sind. Daher erheitern nur einige surreale Motive auf Dauer, etwa zwei Häuser auf Rädern, die wie gigantische Schnecken über ein US-Grundstück kriechen.
Trotzdem lohnt sich der Bildband wegen des klassischen Witzes. Denn Erwitts Fotos stammen aus einer Zeit, als man sich minutenlang einem Foto widmete. Mit Genuss folgte ein Betrachter jeder Bildkomposition, die auf eine Pointe hinarbeitete. Selbst wenn man nicht jedes Bild lustig findet, erfreut die brillante Stilistik des Altmeisters. Kurz: Erwitts Humor ist gelegentlich angestaubt, aber wie er Pointen setzte, bleibt zeitlos.
Elliott Erwitt: Last Laughs. teNeues 2025, Hardcover, 208 Seiten, Viersprachig/Deutsch, ISBN 978 3 96171 633 3, Preis: 65 Euro
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