Fujifilm X-M5
Kompaktes für Umsteiger
Mehr als zehn Jahre ist es her, dass Fujifilm mit seiner X-M1 eine ultrakompakte Systemkamera mit einem vom Hersteller präferierten APS-C-Sensor vorstellte. Der Aufnahme-Chip des Kamera-Winzlings lieferte 16-Megapixel-Bilder und basierte bereits auf Fujifilms selbst entwickelter X-Trans-CMOS-Technik, die sich unter anderem durch die Anordnung der RGB-Filter vor den Sensordioden unterscheidet.
Nun bringt Fujifilm die M-Klasse auf den aktuellen Stand des Jahres 2024: Mit der X-M5 kommt erneut eine sehr kleine Systemkamera ohne Sucher, aber mit einem voll beweglichem LC-Display auf den Markt. Sie richtet sich an Umsteiger vom Smartphone, die problemlos auf diesen Sucher verzichten können, aber die hohe Bildqualität und die flexiblen Einsatzmöglichkeiten einer Kamera mit Wechselobjektiven zu schätzen wissen.
Zudem hat es sich in der Fotografen-Generation, die mit Instagram-Filtern und ähnlichen Medien aufgewachsen ist, herumgesprochen, dass Fujifilm ausgesprochen schöne Farbdarstellungen direkt aus der Kamera liefert. Diese basieren auf den umfangreichen Simulationen analoger Filme in den X-Modellen. Aus diesem Grund ist die X-M5 wie andere Neuvorstellungen dieses Herstellers mit einem Wahlrad auf der Gehäuse-Oberseite ausgerüstet, mit dem man etwa die kräftige Farbgebung eines Velvia-Films oder von kontrastreichem Schwarz-Weiß-Material in Sekundenbruchteilen vorgibt. Die Bildqualität wird durch das vom Anwender wählbare HEIF-Fotoformat mit seiner Zehn-Bit-Farbdarstellung weiter verbessert.
BEWÄHRTES UND NEUES
Das Aufnahmesystem entspricht grundsätzlich dem der deutlich teureren X-S20 und arbeitet daher mit einem 26 Megapixel starken X-Trans BSI CMOS 4 Bildsensor und dem X-Prozessor 5, der in den Top-Kameras des Herstellers zum Einsatz kommt. Dementsprechend beherrscht die X-M5 auch die ausgefeilten AF-Funktionen dieser Schwestermodelle, zu denen KI-Motiverkennung und -verfolgung gehören.
Der KI-Autofokus überzeugte auch bei einem ersten Touch-and-try der Kamera am Kölner Kennedy-Ufer. Selbst dann, wenn aufgrund des Weitwinkeleinsatzes die vorbeischlendernden Passanten in Entfernungen von 30 bis 40 Metern nur als winzige Motivelemente sichtbar waren, markierte die Kamera sie sofort auf dem LCD mit weißen Rahmen und fokussierte zielsicher auf die Gesichter. Serienbilder sichert sie mit acht Aufnahmen pro Sekunde, bei Umschaltung auf eine rein elektronische Belichtung sind 20 Bilder pro Sekunde möglich.
Nur einen IBIS-Bildstabilisator besitzt die 355 Gramm leichte Neuvorstellung nicht, sondern greift etwa für Videos auf digitale Anti-Wackler-Lösungen zurück. Diese können außerdem in Zusammenarbeit mit den optischen Bildstabilisatoren vieler X-Systemobjektive einsetzt werden.
KLEINES FILMGENIE
Für Content Creator, deren Schwerpunkt nicht auf der Fotografie, sondern auf Videos liegt, bietet die X-M5 eine ganze Menge. Sie zeichnet 6,2K-Videos im OpenGate-Format, also unter Nutzung der gesamten Sensorbildfläche im Seitenverhältnis von 3:2 auf.
Normale 16:9-Filme in 4K kann sie mit 60 Bildern pro Sekunde speichern, während mit Full-HD-Filmen extreme Zeitlupeneffekte bei bis zu 240 Bildern pro Sekunde möglich sind. Für eine hochwertige Tonaufnahme besitzt die neue Fujifilm drei Mikrofone, die eine wählbare Richtwirkung erlauben (Schwerpunkt auf Tonereignisse vor oder hinter der Kamera sowie aus beiden Richtungen gleichermaßen). Mit einem Mikrofon- und einem Kopfhörer-Anschluss lässt sich die Aufnahmequalität verbessern.
Die Kamera unterstützt Adobes Frame.IO-System für eine direkte Filmübertragung in den Cloud-Speicher und gibt per HDMI sogar Raw-Videos aus. Wichtiger für die angepeilte Zielgruppe dürfte ihr Einsatz als Webkamera sein, der ohne zusätzliche Software möglich ist. Daten werden auf einer SD-Speicherkarte im UHS-I-Standard gesichert. Aktuell wäre natürlich der UHS-II-Standard.
Die X-M5 kommt im November 2025 in den Farben Schwarz oder Silber auf den Markt. Der Body kostet 899 Euro, während die Kombination mit dem ultrakompakten Zoomobjektiv XC15-45mmF3.5-5.6 OIS PZ für 999 Euro erhältlich ist.