Leica Oskar Barnack Award
Zwölf Serien für die Endrunde wetteifern um den Hauptpreis
Eine internationale Jury ermittelte die zwölf Finalistinnen und Finalisten des Leica Oskar Barnack Award (LOBA). Grundlage für sie waren die eingereichten Vorschläge von mehr als 130 Expertinnen und Experten aus 48 Ländern.
Die Gewinnerin oder der Gewinner erhält 40.000 Euro und eine Kameraausrüstung von Leica im Wert von 10.000 Euro, die Gewinnerin oder der Gewinner des Newcomer Award 10.000 Euro und eine Leica Q3. In diesem Jahr bestimmte die Jury zudem erstmals die Preisträgerin des neuen LOBA Women Grants, deren Arbeit dann im nächsten Jahr präsentiert wird.
Bis zum 8. Oktober 2026 bleibt es spannend: Dann wird verkündet, wer mit dem Hauptpreis und dem Newcomer-Award ausgezeichnet wird und wer den LOBA Women Grant erhält. Im Anschluss an die Preisverleihung am 8. Oktober 2026 werden alle LOBA-Serien im Ernst Leitz Museum bis Februar 2027 ausgestellt.
Zu den Bilderserien
Die ausgewählten Fotostrecken behandeln vorrangig politische, soziale und ökologische Themen. Zu ihnen gehören auch umstrittene beziehungsweise streitbare Positionen. Vier Beispiele sind:
- Saher Alghorra: Witnessing Gaza. Der palästinensische Fotojournalist Alghorra (*1997) dokumentierte in seiner Serie aus dem Jahr 2025 den Krieg in Gaza: von Mangel und Hungersnot bis hin zu Gewalt und Verlust.
- Elliot Ross: A Question of Balance: Wasser ist in der Navajo Nation – dem größten Indianerreservat der USA – keine Selbstverständlichkeit. Während der amerikanische Südwesten die schlimmste Dürre durchlebt, beleuchtet der taiwanesisch-amerikanische Fotograf (*1990) die Geschichte einer entlang ethnischer Grenzen geteilten Wasserversorgung. Pro Person verbrauchen auf der einen Seite, im Washington County in Utah, wohlhabende Gemeinden übermäßig viel Wasser, das auf der anderen Seite den Navajo-Gemeinden im Alltag fehlt.
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Valery Melnikov: Mariupol – Open Wounds: Im Mittelpunkt der Serie des russischen Fotografen (*1973) stehen die Menschen in der ukrainischen Hafen- und Industriestadt Mariupol. Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine und der Belagerung der Stadt ab Ende Februar 2022 folgten unerbittliche Kämpfe, die auch zu schweren Verlusten unter der Zivilbevölkerung führten. Melnikovs laufendes Dokumentarprojekt konzentriert sich auf die unerträglichen humanitären Folgen des Krieges für die in der Stadt verbliebenen Bewohnerinnen und Bewohner.
- Laila AnnMarie Stevens: Clayton Sisterhood Project: Die amerikanische Fotografin (*2001) untersucht in ihrer Serie zeitgenössische queere Verwandtschaftsbeziehungen und das fortdauernde Vermächtnis starker, selbstbewusster schwarzer Frauenpersönlichkeiten.