Stapelfelder Fototage
Rückblick auf die Vortragsreihe
Die Stapelfelder Fototage „Inspiration Natur“ gaben drei Tage lang Einblicke in die Naturfotografie. Zahlreiche Vorträge und Bilderschauen machten das spannende Thema anschaulich. Sie wurden von einer besonderen Fotoausstellung begleitet, die noch bis Ende Mai 2026 offensteht: 15 Naturfotografinnen und -fotografen präsentieren eine Auswahl ihrer Bilder, die in den letzten Jahren in verschiedenen Workshops der Katholischen Akademie Stapelfeld unter der Leitung von Willi Rolfes entstanden. Die preisgekrönte Fotografin Sandra Bartocha setzte sich in der begleitenden Podiumsdiskussion „Fotografie inszenieren – Konzepte und Praxis der Ausstellungsgestaltung“ mit dem Konzept und der Entstehung der Gemeinschaftsausstellung auseinander.
Sigrid Lünnemann berichtet über die einzelnen Vorträge:
Die Döberitzer Heide, unweit von Berlin, ist ein einzigartiger Lebensraum und die Heimat von Deutschlands größter Wisentherde, freilaufenden Przewalski-Pferden und zahlreichen Vogel- und Insektenarten. Dr. Hannes Petrischak, der in der Heinz Sielmann Stiftung den Geschäftsbereich „Sielmanns Naturlandschaften und Naturerlebnis“ leitet, brachte eindrucksvolle Bilder vom oft verborgenen Leben dieser einzigartigen Tierwelt mit nach Stapelfeld. Der Zoologe begeisterte mit wunderschönen Landschafts- und Naturaufnahmen sowie spannenden Momentaufnahmen von vor Kraft strotzenden Wisentbullen, jungen Wolfswelpen und singenden Sperbergrasmücken.
Dr. Jutta Kalbitz nahm die Anwesenden mit auf eine poetische Reise zu ihren Sehnsuchtsorten, die vor allem im hohen Norden Skandivaviens zu finden sind. Die Fotografin faszinierte bei ihrem beeindruckenden Vortrag „Erlebte Landschaften - Bilder und Worte“ mit wunderschönen Landschaftsbildern aus den fast unberührten Wäldern Schwedens und den weiten und stillen Landschaften Lapplands. In atemberaubenden Bildern zeigte sie die landschaftsformende Kraft des Wassers ebenso wie die zarte Schönheit blühender Sommerwiesen und den Farbenrausch des Herbstes, bevor der Winter alles in einzigartige Schneelandschaft verwandelt.
Gemeinsam begeben sich Christine Averberg und Daniel Böttcher in ihrer direkten Nachbarschaft auf die Suche nach neuen Fotomotiven. Dabei legen sie ihren Fokus nicht auf außergewöhnliche Landschaften, sondern auf eine kreative Bildgestaltung. In ihrem Vortrag “Natur kreativ – naturbelichtet“ zeigten sie, wie spannend auch alltägliche Motive sein können.
Dr. Hans-Peter Schaub, Fotograf und Biologe, faszinierte mit seiner beeindruckenden Präsentation „Ein geheimnisvoller Wald – Geschichten aus dem ivorischen Taï-Nationalpark“. Mehrere Jahre lang besuchte er den Taï-Nationalpark in Côte d’Ivoire, der Elfenbeinküste, und dokumentierte in Kooperation mit Naturschutzorganisationen und verschiedenen Forschungseinrichtungen die dortige Artenvielfalt. Der Nationalpark umfasst das größte unter Schutz stehende Regenwaldgebiet in Westafrika und ist die Heimat von zahlreichen Tieren und Pflanzen. Dort entstanden unter manchmal abenteuerlichen Bedingungen faszinierende Bilder, die den ungewöhnlichen und schützenswerten Lebensraum von zahlreichen Primatenarten, Zwergflusspferde, Amphibien- und Reptilienarten sowie von unzähligen Spinnen und Insekten zeigen. Einen atemberaubenden Blick in den unendlichen Nachthimmel ermöglichte Katja Seidel mit ihrem Vortrag „Nacht-Lichter - Faszination Astrofotografie“. Sie nahm die Anwesenden mit auf ihre Reisen in dünn besiedelte Regionen auf der ganzen Welt, denn nur dort wird man mit einem ungestörten Blick in die Sterne belohnt. Sie erläuterte, mit welchen einfachen Mitteln bei guter Planung und intensiver Vorbereitung solche Bilder entstehen können.
Gastgeber Willi Rolfes nahm die Anwesenden mit auf eine wunderschöne Entdeckungsreise durch eine vielfältige Landschaft „Die Hase - Vom Teutoburger Wald ins Emsland“. Auf seinen Fotoreisen entlang des kleinen Flusses in seiner niedersächsischen Heimat entdeckte er die verschiedensten Lebensräume, in denen Biber und Fischotter wieder heimisch geworden sind, der Seeadler seine Kreise zieht, der Eisvogel blitzschnell ins Wasser schießt und die Meerforelle oder der Lachs wieder flussaufwärts zu ihren Laichplätzen wandern.
Auf eine sehr persönliche Fotoreise „Nebenan“ nahm Felix Wesch die Anwesenden mit zu den verschiedenen Stationen seines Lebens. Der Naturfotograf machte auf eindrucksvolle Weise deutlich, dass die schönsten Landschaftsfotos auch direkt vor der eigenen Haustür entstehen können. Bei ihm musste zumeist nur eine Bedingung erfüllt sein: Nebel! Er präsentierte reduzierte Landschaftsaufnahmen im tiefsten Nebel, der eine geheimnisvolle Stille und Ruhe über die Natur legt. Zwischen Morgennebel und den ersten Sonnenstrahlen, die auf eine verzauberte Landschaft fallen, entstehen Fotos, die die Sehnsucht nach Ruhe und Stille sowie die Faszination von der Schönheit des Augenblicks einfangen.
Gemeinsam waren Uwe Wuller und Frauke Fuck drei Jahre lang in ihrer Heimat, dem Bergischen Land, unterwegs und haben es fotografisch erkundet. In ihrem Bildvortrag „Bergisches Land – Landscape meets Macro“ zeigten sie die Schönheit und landschaftliche Vielfalt der Region aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.