Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Vorsicht Fälschung

Betrug mit angeblich echten Helmut Newtons

Vor fünfzig Jahren kosteten Originalabzüge von Nan Goldin, Ralph Gibson und anderen Starfotografen nur wenige Dollar, heute liegen sie teils im fünfstelligen Bereich. Demzufolge boomt das Geschäft mit Fälschungen.

Die Helmut Newton Foundation erwirkte jüngst ein Gerichtsurteil in den USA, das die Verbreitung nicht genehmigter Abzüge von Newton-Werken verbietet. Darunter befanden sich berühmte Motive wie „Rue Aubriot“, „Elsa Peretti“, „Woman into Man“ oder das berühmte Diptychon „Sie kommen“.

Da im Vergleich zu Gemälden Foto-Fälschungen leicht herstellbar sind, fügte Norman Solomon nicht-autorisierte „Echtheitszertifikate“ bei. Zudem behauptete er, dass es sich um besonders gesuchte Vintage-Prints handele, also zu Lebzeiten Helmut Newtons und mit dessen Zustimmung hergestellte Werke.

Bereits 2011 hatte June Newton, die Witwe des Fotografen, ein erstes Verfahren gegen Solomon angestrengt. Dieses wurde 2012 zu ihren Gunsten beigelegt, wobei Solomon verpflichtet wurde, die unrechtmäßigen Aktivitäten zu unterlassen. Dieser ignorierte jedoch die Vergleichsbedingungen und machte weiter, was schließlich zur zweiten Klage und dem jüngsten Urteil und Gerichtsbeschluss führte.

In einem Verfahren wegen der Verletzung von Urheberrechten vor dem United States District Court, Central District of California, gewann die Helmut Newton Foundation (HNF) einen Zivilrechtsprozess gegen Norman Solomon und andere Beklagte. Laut Gerichtsbeschluss müssen es nun alle Beklagten unterlassen, Werke von Newton zu reproduzieren, zu verbreiten oder auszustellen. Dies bezieht sich auf Fotografien, die Gegenstand des Rechtsstreits waren und andere Aufnahmen.

Das Gericht wies die Beklagten an, alle in ihrem Besitz befindlichen rechtsverletzenden Helmut Newton-Abzüge zur Vernichtung auszuliefern. Darüber hinaus wurden sie zur Zahlung eines erheblichen Schadensersatzes an die Helmut Newton Foundation sowie zur Zahlung der Anwaltskosten verurteilt. Das wirkt sich natürlich auch auf alle im Umlauf befindlichen Prints aus, die sich auf Norman Solomon als Quelle beziehen. Hier wurde etwa die Firma „Global Images“ genannt, die inzwischen ebenfalls wegen Urheberrechtsverletzung vor einem Gericht in Los Angeles verklagt wurde (Fall Nr.: 2:2025cv01984). Wer entsprechende Abzüge besitzt oder unsicher ist, kann sich an die Helmut-Newton-Stiftung wenden, um die Echtheit überprüfen zu lassen.


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