Das Festival FotoDoks München hat sich innerhalb der letzten drei Jahre zu einem der wichtigsten Events für Dokumentarfotografie im deutschsprachigen Raum etabliert. Symposien, Werkstattgespräche und Ausstellungen sowie Vorträge hochkarätiger Fotografen bieten noch bis 16. Oktober Raum für Austausch und Diskussionen. Zentraler Bestandteil des Festivals ist die FotoDoks-Ausstellung, die von einer Jury aus den Bewerbungen der offenen Ausschreibung zum jeweiligen Festivalmotto kuratiert wird.
Zur diesjährigen Ausschreibung gingen über 250 Einsendungen, davon zirka 70 aus dem FotoDoks Partnerland Italien ein. 16 Teilnehmer werden im Münchner Stadtmuseum ab heute bis zum 13. November 2011 in der Ausstellung „Unglaublich – Incredible Sensationslust, Dokument, Realität“ zu sehen sein. Gesucht waren fotografische Arbeiten mit einem subjektiven Blick auf die Glaubhaftigkeit unserer Gesellschaft, ihrer Geschichten, Protagonisten und Lebenswelten. Arbeiten, die sich auf besondere Art den Themen unserer Zeit widmen, die Geschichten abseits oder hinter den Sensationen erzählen und Serien, welche die Sensation selbst in einem anderen Licht darstelle. Die ausgewählten Arbeiten bewegen sich zwischen Sozialreportage, Fotojournalismus und Medienreflexion, zwischen entfernten Krisenregionen und der unmittelbaren Umgebung. Kai Wiedenhöfer (1966), der seit 1989 den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern dokumentiert, widmet sich in mit „Gaza War Victims – One Year After the War 2009“ den Folgen der israelischen Militäroperation „Gegossenes Blei“ im Winter 2008-2009. “The Terrible City – Gaza 2009” von Heinrich Völkel (1974) thematisiert ebenfalls diesen schweren Luftangriff auf den Gazastreifen, konzentriert sich jedoch auf die improvisierten Lebensverhältnisse der Menschen und das Mindestmaß an Architektur beziehungsweise „Stadt“, das notwendig ist, um einen Hauch von Normalität wiederzuerlangen. In den Ruinen findet er dabei eine fast verstörende Ästhetik. Weitere ausstellende Fotografen sind: Antonello Zappadu, Lorenzo Maccotta, Maurizio Cogliandro, Julia Krüger, Alberto Dede, Alexander Ziegler, Franco Pagetti, Giuseppe Carotenuto, Julian Röder, Jörg Gläscher, Michael Wolf, Bruno Pullici, Paul Kranzler und Valerio Spadas.
Link: www.fotodoks.de


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