Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Literatur  

Aufnahmepraxis

Das Lehrbuch vermittelt, wie ein gelungenes Foto entstand

Braucht die Welt noch ein Buch über Bildgestaltung? Dem skeptischen Rezensenten wurde der Wind aus den Segeln genommen, als er genau diese Frage als erste Überschrift las.

Im Text darunter verspricht Kelby, mehr zu bringen als andere Autoren, die nur etwa die Drittel-Regel wiederkäuen. Trotz des guten Vorsatzes kann auch er das Rad nicht neu erfinden. Aber im Ergebnis gelingt ihm eine runde Sache: Neben einem Bild gibt er die wesentlichen Hinweise, warum es attraktiv aussieht und wie er dies erreichte. In lockerem Duktus vermittelt er beispielsweise Studiotechnik oder Klassiker wie „Vordergrund macht Bild gesund“. Zudem fordert er Leser mit einigen Fragen zur Selbstreflexion auf, etwa ob sie bei eigenen Porträtaufnahmen wirklich auf weiche Schatten oder angeschnittene Ellbogen achten.

Wohlgemerkt dürften Lernwillige keines der perfekten Beispielfotos nachbauen können. Denn kein Buchautor vermag es, ausschließlich auf dem Papier das einzig Wichtige zu beizubringen: ein scharfes Auge fürs Licht. Stattdessen vermittelt Kelby ein ungefähres Gespür dafür, worauf es ankommt. So gerüstet greift man zur Kamera, macht vieles richtig, übersieht aber etwa grelle Spitzlichter im Model-Gesicht und lässt sich nochmals von dem sympathischen Lehrer korrigieren.

Scott Kelby: Bildgestaltung. dpunkt.verlag 2024, 294 Seiten, Hardcover, 978 3 98889 026 9, Preis: 34,90 Euro


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