Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Literatur  

Buch: Henri Cartier-Bresson, Man redet immer zu viel

Gesprächig

Zur Abwechslung einmal kein Fotobuch im klassischen Sinn: nur Text, keine Bilder. Trotzdem sollte jeder Fotoenthusiast erwägen, „Man redet immer zu viel“ zu lesen. Das Buch enthält zwölf Interviews mit Henri Cartier-Bresson, dem Meister des „entscheidenden Augenblicks“, angefangen mit dem Jahr 1951 und endend mit dem klassischen Proust’schen Fragebogen, den er 1998 ausgefüllt hat.
Die vorliegende Sammlung, die erstmals in deutscher Sprache erscheint, ist umso wertvoller, als Cartier-Bresson selbst kaum Texte publiziert hat – sein Medium war die Fotografie. In den Interviews berichtet er über seine ersten fotografischen Gehversuche mit einer „Brownie Box“ von Kodak, er spricht über seine Leica, über technische Details des Entwicklungsvorgangs, bevorzugte Papiersorten – wer selbst noch analog gearbeitet hat, fühlt sich fast zurückversetzt in die Zeit vor der digitalen Revolution. Natürlich geht es auch um Fotografie als Kunstform, um die Arbeitsweise Cartier-Bressons. Es dürfte wohl keinen Fotografen geben, der nicht von der Lektüre dieses Buches profitieren kann.

Henri Cartier-Bresson: Man redet immer zu viel. Schirmer/Mosel 2020, 216 Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 8296 0868 8, Preis: 24,80 Euro.


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