Expeditionen in die Eiswüste
Ein Fotobuch offenbart Schönheit und Schrecken der Arktis
Der Bildband von Sebastian Copeland ist sowohl fotografisch als auch inhaltlich einzigartig. Das liegt nicht nur daran, dass nur wenige Menschen aus der arktischen Eiswüste Fotos mitbringen. Zudem schaffte er es trotz aller Gefahren stimmungsvolle Szenerien einzufangen. Wie er im Interview mit FOTO HITS schilderte (kommende Ausgabe 4/2025) bedeutete dies Frostbeulen an den Händen und er musste einen mit Fotozubehör beschwerten Schlitten selbst ziehen - und das über Hunderte von Kilometern.
Der Bildband ist der dritte Teil einer Trilogie. Nach „Polar Explorations“ und „Antarctica“ folgte nun „The Arctic“. Das Meisterwerk wurde bereits mit den renommierten Preisen „IPA 2024 Photographer of the Year“ und „TIFA 2025 Book of the Year“ ausgezeichnet. Allerdings sind Copelands Abenteuer durchgehend in Englisch geschrieben. Doch wer halbwegs dieser Sprache mächtig ist, wird – neben großartigen Naturaufnahmen – mit ebensolchen Geschichten belohnt.
Der US-Amerikaner studierte Geowissenschaften mit Schwerpunkt Glaziologie und Astronomie. Danach arbeitete er 2006 und 2007 auf dem wissenschaftlichen Eisbrecher Ice Lady Patagonia. Copeland saß 15 Jahre lang im Vorstand der von Präsident Gorbatschow gegründeten Umwelt-NGO Global Green USA. Außerdem sprach er bereits vor der UNO, bei der Pariser Klimakonferenz (2015), im George Eastman House sowie in vielen TV- und Radiosendungen über die Gefahren des Klimawandels.
The Arctic: A Darker Shade of White. Rizzoli 2024, englisch, 208 Seiten, Hardcover, ISBN 978 084783168 5, Preis: 88,99 Euro