Fotobuch: Sebastião Salgado
Fragile Kraft in Bildern festgehalten
Salgados Nachlass offenbart, dass längst nicht alle seine Meisterwerke bekannt sind. Dazu gehören karge Gletscherlandschaften, die er in ihrer stillen Pracht ablichtete. Ein neuer Bildband präsentiert sie tonwert- und emotionsreich.
Die Motive fand Salgado von der antarktischen Halbinsel bis Kanada, von Patagonien bis zum Himalaya, von Südgeorgien bis Sibirien. Sie dürften vielfach im Rahmen seines Genesis-Projekts entstanden sei, für das er im Laufe von acht Jahren 32 Expeditionen in zahlreiche Weltregionen unternahm. Mit gewohnter Meisterschaft fing Salgado die Majestät der Gletschermassen ein, wobei sein Schwarz-Weiß eindrucksvoller wirkt denn je: Grobkörnige Graustufen bilden den Granit nach, die im fahlen Licht jeden Betrachter frösteln lassen. An dieser Stelle sei der einzige Kritikpunkt erwähnt: Man wünscht sich beim Betrachten der Seiten ein größeres Format als die vorliegenden 24 mal 30 Zentimeter.
Alle Aufnahmen besitzen eine positive, eine emotionale Kraft. Sie bewirken Ehrfurcht vor einer Macht, die gleichzeitig gewaltig und doch verletzlich ist, die auf fernen Gipfeln herrscht und doch mit uns ein gemeinsames Schicksal teilt.
Sebastião Salgado: Gletscher. Prestel 2025, Hardcover, 128 Seiten, deutschsprachig, ISBN 978 3 7913 9414 5, Preis: 45 Euro