Fotobuch: Street Photography
Mit Phil Penman fremde Straßen durchstreifen
Phil Penman ist ein erfolgreicher Street-Fotograf. In seinem neuen Bildband erkundet er Großstädte, die zwar ihren Charakter teilweise verloren. Aber umso wichtiger wird dafür der persönliche Blick auf Ereignisse, Stimmungen und Milieus.
Ein Satz aus dem Vorwort steht programmatisch für die gesamte Bildauswahl: „In dieser Sammlung von Aufnahmen aus vielen Weltstädten […] beeindruckt es mich, wie diese Desorientierung und Entfremdung den einen Ort wie einen beliebigen anderen wirken lassen.“
Man muss der Tatsache ins Auge blicken: Innenstädte gleichen sich allerorten mit ihren Modeketten und begradigten Fassaden. Wenn nicht etwa Wahrzeichen oder japanische Schriftzeichen Hinweise geben, ist der Ort einer Aufnahme nur schwer zu ermitteln. Nicht umsonst wurde es sogar zu einem Internet-Sport samt Wettbewerben, die Herkunft eines Bilds zu entschlüsseln. Noch schwieriger ist es heutzutage, den Lokalkolorit von Berlin, Paris oder Tokio in Fotos festzuhalten.
In der Konsequenz lässt sich Penman in seinem neuen Bildband ganz auf die bruchstückhaften Eindrücke ein, die jede und jeder in der Fremde erfährt: Exzentriker, das Lager eines Obdachlosen oder nächtliche Silhouetten unter Straßenlaternen. In den „Street Scenes“ zu lesen ähnelt dem Erlebnis, fremde Straßen zu durchstreifen. Man läuft letztlich ziellos umher und hängt eigenen Gedanken nach. Wer so etwas genießen kann, der findet auch an dem neuen Bildband Gefallen.
Phil Penman: Street Scenes. Die Gestalten Verlag GmbH und Co. KG 2025, Englisch, Hardcover, 224 Seiten, ISBN 978 3 96171 724 8, Preis: 70 Euro