Gedankenleser?
Wissenschaftler lesen aus Hirnmustern betrachtete Bildinhalte
Ein japanischer Wissenschaftler will Gedanken lesen können. Genauer gesagt liest er anhand von Hirnmustern ab, welche Bildinhalte seine Testpersonen betrachten oder sich sogar nur vorstellen.
Um zu seinen Daten zu kommen. legte Tomoyasu Horikawa von den NTT Communication Science Laboratories Menschen in einen fMRT-Scanner. Dieser macht die Gehirnaktivität sichtbar, indem er Veränderungen im Blutfluss und Sauerstoffgehalt misst.
Während der Messung sahen die Probanden Tausende von kurzen Videoclips ohne Ton. Die KI wird dann sowohl mit den Hirnmustern als auch den Filminhalten gefüttert. Ohne dass sie tatsächlich versteht, wie das Gehirn funktioniert, vergleicht sie die beiden Strukturen und versucht Regelmäßigkeiten festzustellen und sie wiederum in Computersprache zu übersetzen.
Sobald diese Zuordnung halbwegs eindeutig ist, bildet die KI Sätze, die immer weiter verfeinert wurden, bis aus einem Wortgewirr eine präzise Beschreibung entstand. Wenn sich Probanden an Filminhalte erinnerten, konnte die KI relativ genau bestimmen, was sie vor dem inneren Auge sahen. Bei Erinnerungstests wurde eine Genauigkeit von fast 40 Prozent erreicht.
Ein interessanter Aspekt ist, dass die Methode selbst dann funktionierte, wenn traditionelle Sprachzentren im Gehirn nicht berücksichtigt wurden wie die so genannten Broca- und Wernicke-Areale. Dies deute darauf hin, dass Bedeutungszusammenhänge (was gehört alles zu einer Unfallszene, was zum Weihnachtsfest) weiter im Gehirn gestreut seien, als bislang angenommen.