"Linsensuppe" bei Philips
Philips hat für die diesjährige CeBIT ein neuartiges Linsensystem angekündigt, in dem sich kein Teil mechanisch bewegt. Das FluidFocus-System kommt nach Aussage von Philips für eine breite Palette von Anwendungen für die optische Bildgebung in Betracht: beispielsweise Digitalkameras, Kamera-Telefone, Endoskope, Heimsicherheitssysteme und optische Speicherlaufwerke. Das System ahmt, so Philips, die Bewegungsabfolge des menschlichen Auges nach und setzt dafür eine Linse ein, die ihre Brennweite durch Formänderung anpasst. Die FluidFocus-Linse von Philips besteht aus zwei unvermischbaren Flüssigkeiten mit unterschiedlichem Brechungsindex. Beide Flüssigkeiten befinden sich in einer kurzen Röhre mit transparenten Endkappen. Die Innenflächen der Röhrenwand und eine der Endkappen sind mit einer wasserabweisenden Beschichtung versehen. Diese bewirkt, dass sich die wässrige Lösung am anderen Ende der Röhre zu einer halbkugel-förmigen Masse verformt und dort als kugelförmig gebogene Linse in Erscheinung tritt. Die Anpassung der Linsenform erfolgt durch Anlegen eines elektrischen Feldes über die wasserabweisende Beschichtung, so dass sich die wasserabweisende Wirkung verringert. Infolge einer Veränderung der Oberflächenspannung leitet die wässrige Lösung die Benetzung der Seitenwände der Röhre ein und ändert den Krümmungsradius der gewölbten Oberfläche zwischen den beiden Flüssigkeiten und damit die Brennweite der Linse. Durch Verstärkung des angelegten elektrischen Feldes kann die anfangs konvexe Linse wieder eine völlig plane Form annehmen oder eine konkave Form.