Viele neue Videofunktionen bei Adobe
KI hilft beim Suchen in Adobe Premiere
Alljährlich feiert sich die amerikanische Independent-Filmindustrie mit ihrem Sundance Film Festival, das in diesem Jahr vom 23. Januar bis 2. Februar 2025 in den Städten Park City und Salt Lake City in Utah stattfindet. Adobe nimmt es zum Anlass, um eine ganze Reihe neuer Funktionen in seinen Video-Programmen Premiere Pro und After Effects vorzustellen. Diese sind derzeit noch in den (öffentlich zugänglichen) Beta-Varianten beider Programme enthalten, werden aber in nächster Zeit in die regulären Versionen der beiden Adobe-Creative-Cloud-Softwares integriert und stehen dann allen CC-Anwendern zur Verfügung.
Wie in den letzten Jahren üblich, bilden bei den Neuerungen KI-Funktionen den Schwerpunkt. Die zum Sundance Film Festival gezeigten Premiere-Version vereinfacht damit die Suche nach einzelnen Clips im Projekt ganz erheblich. Im abgebildeten Beispiel reicht die Klartext-Eingabe von „Rotes Kanu bei Sonnenuntergang“, um alle entsprechenden Videoaufnahmen aufzulisten und so für die entsprechende Szene direkt im Zugriff zu halten. Die von Adobe als „Medienintelligenz“ bezeichnete Programmfunktion erkennt automatisch Bildinhalte nach Objekten, Standorten, Kamerawinkeln oder auch Metadaten der Clips. Der Anwender muss sie damit nicht mehr über abstrakte Dateinamen wie "A003033.mp4" oder ähnliches suchen.
Eine weitere KI-Funktion in Premiere Pro (Beta) ist die automatische Übersetzung von Untertiteln in bislang 17 Sprachen. Nachdem die Software bereits seit längerer Zeit gesprochene Sprache in Videos in editierbaren (und somit für die Untertitel nutzbaren) Text wandeln kann, ist dies der nächste Schritt zur Automatisierung solcher Aufgaben.
Bei After Effects hat sich hingegen viel unter der Haube getan. Adobe hat die Zwischenspeicherung von Bild- und Filmdaten umprogrammiert. So lassen sich die Kompositionen jetzt bei der Bearbeitung schneller als bislang anschauen, da alle Effekte flotter berechnet werden. Außerdem verbesserte Adobe die HDR-Unterstützung in After Effects, zu der das Importieren entsprechender Daten, die Darstellung auf passenden Monitoren und mehr gehört.
Weitere Beta-Neuheiten betreffen den Umgang mit Daten über die Frame.io-Server. Frame.io erlaubt es, Videodaten noch quasi während der Aufnahme live an Server zu schicken, sodass sie etwa Nachrichten-Redaktionen sofort mit ihnen arbeiten können. Mit der neuen Beta-Version ist dies nun auch mit hochwertigem Filmmaterial der Canon-Kameras EOS C80 und EOS C400 möglich.