Hersteller Canon
Modell PowerShot G5 X
Original Testbilder:
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Canon PowerShot G5 X - Fulminante Kompakte

Die üppige Ausstattung bei kleinen Ausmaßen und hoher Bildqualität lässt auch anspruchsvolle Fotografen auf die edle „Point and Shoot“-Kamera schielen.
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 03/2016

Kameratest

Schon auf den ersten Blick hat Canon alles in die kleine Kamera gesteckt, was derzeit gut und leistungsstark ist. Das beginnt mit dem Bildsensor, der zur Ein-Zoll-Klasse gehört und Bilder mit 20,2 Megapixel im klassischen 3:2-Seitenverhältnis liefert. Bearbeitet werden seine Daten vom neuesten Bildprozessor „DIGIC 6“, der zudem mit Canons iSAPS-Technik „intelligent Scene Analysis based on Photographic Space“ das Fotografieren im Vollautomatikmodus vereinfacht und verbessert. Damit analysiert die Kamera auf Basis einer riesigen Bilddatenbank schon bei der Aufnahme die Situation, um Motivprogramme, Fokus, Weißabgleich, Belichtung und ähnliche Parameter exakt der vorgefundenen Aufnahmesituation anzupassen.

Aber auch Fotografen, die manuell alle Belichtungsparameter vorgeben wollen, kommen bei der G5 X auf ihre Kosten. Ein großes Drehrad auf der Oberseite macht die globale Belichtungskorrektur um plus/minus drei Belichtungsstufen schnell und einfach. Alle klassischen Belichtungsprogramme wie Zeit- oder Blendenvorwahl werden über das große Modusrad links auf der Oberseite gesteuert. Die Verschlusszeit lässt sich komfortabel mit dem Einstellrad an der Front, das man mit dem Auslösezeigefinger erreicht, schnell festlegen. Die Blendenverstellung erfolgt wie bei SLRs mit dem drehbaren Ring am Objektiv. Nur dass der manuelle Fokus standardmäßig per Steuerfeld auf der Rückseite festgelegt wird, ist nicht sonderlich praktisch. Über den Menüpunkt „Funktionszuweisung“ kann man Schalter und den Objektivring mit den gewünschten Funktionen belegen, also etwa mit „manuellem Fokus“. Außerdem hilft die Kamera mit Funktionen wie Sucherlupe und „Fokus Peaking“.

Dieses Produkt bei

Canon PowerShot G5 X Digitalkamera (20,2 Megapixel, 7,5 cm (3 Zoll), WLAN, NFC, Image Sync, 1080p, Full HD) schwarz

Neu ab 632.89 EUR (14 Artikel)
Gebraucht ab 444.44 EUR (8 Artikel)

Bild

Technische Daten

  • Auflösung: 5.472 × 3.648 Pixel, 20 MP
  • Chip-Größe: 13,2 × 8,8 mm (Ein-Zoll-Klasse)
  • Objektiv: 24-100 mm (KB-Entsprechung); 1:1,8-2,8
  • Verlängerungsfaktor: 1:2,72
  • Bildseitenformat: 3:2 (4:3, 16:9 und 1:1 durch Beschnitt)
  • Bajonettsystem/Objektive: – fest eingebautes Objektiv
  • Integrierter Bildstabilisator: ja (über fünf Achsen)
  • Verschlusszeiten: 30-1/2.000 s
  • Blende (max./min.): f1,8/f11
  • Belichtungsmodi: P, T, A und M; Motivprogramme
  • ISO: 100-12.800
  • Autofokusfelder: Kontrastautofokus mit 31 AF-Feldern
  • Weißabgleich: Auto/7 Presets/manuell
  • Raw-Modus: ja
  • Sucher: ja (elektronisch mit 2,36 Millionen RGB-Bildpunkten)
  • LCD: 7,5 Zentimeter (3 Zoll); 1,04 Millionen RGB-Bildpunkte
  • Blitz: ja; Reichweite zirka 2 Meter
  • Blitzmodi: Auto/An/Aus/Anti-Rote-Augen-Effekt/Langzeit­synchronisation/Synchronisierung auf 2. Verschlussvorhang
  • Blitzschuh/Synchronanschluss: ja/nein
  • Speicher: 1 × SD-/SDHC-/SDXC-Karten
  • Anschluss: USB 2.0; HDMI; Wi-Fi
  • Energie: Lithium-Ionen-Akku; Ladegerät im Lieferumfang
  • Software:  „Canon Digital Photo Professional“ als Raw-Konverter
  • Abmessungen (B × H × T): 112,4 × 76,4 × 44,2 mm
  • Gewicht (ohne Zubehör): 377 Gramm
  • Preis (UVP): 789 Euro
  • Internet: www.canon.de

Aufbau

Besonderheiten

ALLES IM BLICK

Überhaupt gehört der Sucher zu den herausragenden Lösungen der G5 X. Er ist mit 2,36 Millionen Bildpunkten auf dem gleichen Stand wie bei hochwertigen Systemkameras. Zudem kann er mit hohen Bildfrequenzen arbeiten. 

Standardmäßig liefert er mit 30 Bildern pro Sekunde, um Energie zu sparen, aber das lässt sich im Menü auf 60 Bilder pro Sekunde steigern. Er kann sogar 120 Bilder pro Sekunde wiedergeben, aber dann wird seine horizontale Auflösung halbiert. Dafür hilft die­ser Modus, auch extrem schnelle Bewegungen etwa bei Sport- oder Naturaufnahmen im Blick und für die Aufnahmen unter Kontrolle zu behalten.

AUFWÄNDIGE OPTIK

Das Objektiv der G5 X wird durch seinen „Faltmechanismus“ im ausgeschalteten Zustand fast komplett in das Gehäuse zurückgezogen. Es bietet mit 24 bis 100 Millimetern (Kleinbildentsprechungen) einen eher dezenten Zoombereich, liefert zum Ausgleich aber hohe Lichtstärken. Mit 1:1,8 bis 1:2,8 in der 100-Millimeter-Einstellung und in Kombination mit dem Ein-Zoll-Sensor lassen sich schöne Freistelleffekte bei Porträts vor unscharfem Hintergrund erreichen. Dazu verhilft auch der zuschaltbare elektronische ND-Filter, der so durch eine künstliche Abdunklung die Arbeit mit großen Blendenöffnungen auch bei Tageslicht erlaubt.

Das Objektiv ist mit einem optischen Bildstabilisator ausgerüstet, der in Zusammenarbeit mit der hohen Lichtstärke auch Aufnahmen bei wenig Licht und ohne künstlichen Blitzeinsatz erlaubt. Für Letzeres besitzt die Canon einen eingebauten, winzigkleinen Klappblitz. Sie ist zudem mit einem klassischen Blitzschuh ausgerüstet, kann also auch mit Canons Speedlites inklusive TTL-Messung oder mit Studio­blitzanlagen arbeiten.

IM TEST

Die Kamera erreicht ein exzellentes Ergebnis in der Auflösungsmessung mit extrem hohen Werten. Jedoch hat man als Tester das Gefühl, mit einem modernen Diesel-Auto auf einem Fahrzeugprüfstand zu stehen. Während die Kamera nämlich reale Motive mit einer sichtbaren, aber akzeptablen Nachschärfung wiedergibt, sind die Kontrastkanten des Linientestmusters im Bild drastisch überbetont, sodass erstens die hohen Messwerte nachvollziehbar sind, aber zweitens an den Schwarz-Weiß-Übergängen sogar Doppelkonturen auftreten. Das motiv­abhängige Verhalten kann hilfreich sein, etwa wenn man schriftliche Dokumente reproduzieren möchte. Die weiteren Testergebnisse der kleinen Canon sind in allen Belangen sehr gut.

Porträt
Belichtungs- und Weißabgleichseinstellungen der G5 X sind annähernd perfekt, sodass die Standardkorrektur mit minimaler Aufhellung und unverändertem Weißableich kaum zu sehen sind. Die Schärfe ist sehr gut, was etwa an den Wimpern sichtbar wird.
Testaufbau
Auch komplexe, filigrane Strukturen wie im Metallsieb oder auf der Platine gibt die Canon G5 X sehr sauber, detailreich und minimal überschärft wieder. Die Leistung ist für eine Ein-Zoll-Sensor-Kamera exzellent. Rauscheffekte sind bei der ISO-125-Aufnahme nicht zu sehen. Die Farbdarstellung ist sehr gut. Das Rot wird mit einem leichten Gelbüberhang reproduziert, auch laufen die Nuancen in der entsprechend gefärbten Garnrolle etwas zu. Ansonsten gelingen der Kamera alle weiteren Farbdifferenzierungen ohne Probleme.
Farbwiedergabe
Der Weißabgleich sorgte bei den Testaufnahmen für eine leichte Verschiebung der ganz dunklen Nuancen in den kühleren Blaubereich, während die hellgrauen und weißen Grautöne etwas in Richtung Gelb driften. Insgesamt bleiben die Abweichungen der Farben aber minimal. Einige Gelb- und Grüntöne werden übertont, aber die gesamte Fehlerquote und damit die Höhe aller anderen Abweichungsbalken bleibt niedrig. Hauttöne werden treffend, die dunkleren Varianten minimal zu rötlich reproduziert.

Bewertung

Pro: Die Kamera liefert eine sehr gute Bildqualität mit überzeugender Auflösungsleistung und einer schönen, teilweise etwas kräftigen Farbwiedergabe. 

Contra: Die manuelle Fokussierung erst per Menü auf den Objektivring legen zu können, ist unpraktisch. Die Belegung erfolgt zudem für alle Aufnahmemodi getrennt.

Ergebnisse

Fotoauflösung
Fotoauflösung
Ausstattung
Ausstattung
Testresultate
Die Auflösung ihres Ein-Zoll-Bildsensors setzt die Kamera auch dank kräftiger Nachbearbeitung des Bildprozessors in sehr knackig wirkende Aufnahmen mit 3.566 von 3.648 Linien in der Bildhöhe um. Der Dynamikumfang ist in niedrigen ISO-Stufen exzellent, sinkt dann aber mit höherer Lichtempfindlichkeit rasch ab. Hier macht sich die Sensorgröße ein wenig negativ bemerkbar.

Fazit: Foto

Insgesamt ist die PowerShot G5 X ein sehr gelungener Wurf aus dem Hause Canon. Sie überzeugt mit einem Gesamtkonzept, das auch einer SLR oder spiegellosen Systemkamera würdig wäre. Dank der hohen Bildqualität erhält man ein vielseitig einsetzbares und kompaktes System, dessen Preis von 789 Euro jedoch etwas hoch ist.

Videotest

Die Canon G5 X kann Full-HD-Videos mit Bildraten von bis zu 50 Aufnahmen pro Sekunde (NTSC-Modus: 60 Bilder) aufzeichnen. Weitere Vorgaben mit 25 Bildern pro Sekunde oder für eine reduzierte Auflösung mit 1.280 mal 720 Pixel stehen ebenfalls zur Wahl. Ihre Filme speichert die Kamera grundsätzlich als MP4-Datei mit H.264-Komprimierung. Gesonderte Vorgaben etwa für die Datenrate oder veränderte Kompressionseinstellungen gibt es nicht.

Dagegen sind Vorgaben von Blende und Verschlusszeit möglich, wenn das Moduswahlrad der G5 X auf dem Symbol der kleinen Filmkamera steht und im Menü außerdem der manuelle Videomodus gewählt ist. Drückt man den Videoauslöser während der Fotografie im P-, Tv-, Av- oder M-Modus, schaltet die Kamera nämlich grundsätzlich auf Automatik zurück. 

Zu den manuellen Vorgaben gehören auch die ISO-Einstellungen, die im entsprechenden Video-Belichtungsmodus ebenfalls vom Fotografen festlegbar sind. Sie blieben aber gegenüber der Fotoaufnahme, die mit ISO 12.800 möglich ist, beim Filmen auf ISO 3.200 begrenzt. 

Der „Dynamische IS“, der per Menü zum optischen Stabilisator gewählt werden kann, sorgt für einen Verwacklungsausgleich über fünf Bewegungsrichtungen. Er lieferte sehr ruhige Aufnahmen.

Der Tonpegel lässt sich leider nicht manuell steuern, nur die „Wind-Dämpfung“ ist im Menü wählbar. Leider ist auch kein externes Mikrofon anschließbar.

Videofunktionen

  • Max. Auflösung: 1.920 × 1.080 Pixel
  • Max. Frequenz: 50/60 Bilder/s
  • Zusatzmodi: 25 Bilder/s
  • Videodateiformat: MP4 
  • Komprimierung: H.264
  • Speicher: 1 × SD-Karte 
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Fokusmodi: Einzel-AF, AF-C, MF
  • Stabilisator: ja
  • Manuelle Belichtung: ja (M-Modus)
  • Manuelle ISO-Einstellung: ja (M-Modus)
  • Manueller Tonpegel: ja
  • Mikrofonanschluss: nein
  • Besonderheiten:  Keine 4K-Möglichkeit und auch ein Mikro-Anschluss fehlt
  • Video-Software: nein
  • Internet: www.canon.de
Auflösung
Auflösung
Farbverteilung
Farbverteilung
Realbildaufnahmen - Weitwinkel
Die Farbdarstellung der Canon-Filme ist sehr gut. Die Kamera gibt die Nuancen natürlich und mit nur leichter Übersättigung wieder. Schnelle Bewegungen werden durch die hohen Bildfrequenzen sehr scharf dargestellt.
Realbildaufnahmen - Tele
Aufgrund ihrer etwas weichen Wiedergabe entstehen in den Videoaufnahmen der Canon G5 X praktisch keine Moiré-Muster in den Strukturen der Dächer. Noch feinere Details wie die Linienraster oben können sie möglicherweise provozieren.

Fazit: Video

Bei ihren Videofilmen liefert die kompakte G5 X Standardkost. 4K ist für sie nicht vorgesehen, aber immerhin erfasst sie Full-HD-Filme mit hohen Bildraten.

Canon G5 X: Gesamtnote

Bild