Hersteller Fujifilm
Modell X-T2
Original Testbilder:
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Fujifilm X-T2 - Sprinter in der X-Klasse

Schnell, leistungstark und ausgereift in der Bedienung: Das neue Topmodell der X-Serie aus dem Hause Fujifilm überzeugt auch viele Profi-Fotografen.
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 10/2016

Schneller, höher, weiter: Das sportliche Motto im Olympia-Jahr 2016 hat sich Fujifilm auch für die X-T2 auf die Fahnen geschrieben. Die neue Kamera übernimmt die Vorteile der im Frühjahr präsentierten X-Pro2 und verbindet sie mit den Vorzügen einer Kamera, die hinsichtlich des Konzepts und äußerlichen Designs einer SLR-Kamera ähnelt.

Größter Pluspunkt der von der X-Pro2 übernommenen Elemente ist der „X-Trans CMOS III“-Bildsensor. Erstmals verschaffte er den APS-C-Kameras der X-Serie eine 24-Megapixel-Auflösung und bietet weitere Verbesserungen. So werden die Kontaktbahnen des Sensors aus Kupfer gefertigt und erlauben unter anderem ein schnelleres Auslesen der Daten. Die X-T2 macht davon regen Gebrauch und erreicht im Serienbildmodus 14 Aufnahmen pro Sekunde. In dieser schnellsten Einstellung nutzt sie ausschließlich das elektronische Verschlusssystem, durch das sie Belichtungszeiten von nur 1/32.000 Sekunde bietet.

Bei Verwendung mit dem mechanischen Verschlusssystem ist es 1/8.000 Sekunde. Außerdem stehen dann zwei Serienbildgeschwindigkeiten zur Wahl: Acht Bilder sind es in der hier getesteten „Normalversion“ der Kamera, während sie bei Anschluss des optionalen Batteriehandgriffs – der für den Test noch nicht verfügbar war – elf Bilder pro Sekunde erreichen soll. 

Gegenüber älteren X-Kameras wurde zum Erreichen dieser Profi-Leistungen auch das Autofokussystem der X-T2 stark verbessert. Das aus Phasendetektion und Kontrastmessung bestehende Hybridsystem arbeitet jetzt mit 91 AF-Sensoren und kann mit bis zu 325 Autofokus-Bereichen eingesetzt werden. Bei Serienaufnahmen führt die Kamera bis zu neun AF-Felder mit dem bewegten Motiv mit und hielt es auch im FOTO HITS-Test sauber im Schärfebereich.

Bild

Technische Daten

  • Auflösung: 6.000 × 4.000 Pixel, 24 MP
  • Chip-Größe: 23,6 × 15,6 mm (APS-C-Klasse)
  • Objektiv/Bajonett: 18-55mm/F2,8-4,0; Fujifilm X-Bajonett
  • Integrierter Bildstabilisator: nein (abhängig von Objektiv)
  • Verschlusszeiten: Bulb; 30 bis 1/8.000 s (elektronisch 1/32.000s)
  • Belichtungsmodi: Automatik, Zeit- und Blendenvorwahl sowie manuell
  • ISO: 200-12.800 (plus 51.200)
  • Autofokusfelder: 91 AF-Felder
  • Sucher: elektronischer Sucher mit 2,36 Mio. Bildpunkten + Live-LCD
  • LCD: 7,5 cm; 1,04 Mio. Bildpunkte
  • Preis (UVP): 1.699 Euro (nur Body)
  • Internet: www.fujifilm.eu/de

 

 

Aufbau

Bedienung

Gegenüber der X-Pro-Linie mit ihrem außergewöhnlichen Hybridsystem, das optischen Messsucher und elektronische Darstellung kombiniert, arbeitet die X-T-Serie ausschließlich mit elektronischen Suchern. Auch die neue X-T2 ist daher ähnlich einer SLR-Kamera aufgebaut und bietet hinter ihrem großen Okular mit passender Suchermuschel einen hochauflösenden Mini-Monitor mit 2,36 Millionen RGB-Bildpunkten. Dieser kommt sogar im Serienmodus mit der Darstellung mit, sodass man etwa Sportaufnahmen mit ihm im Blick behalten kann. 

Das Retro-Design der X-T2 macht eine Bedienung wie bei einer analogen Kamera möglich. Die Blende wird – abhängig vom eingesetzten Objektiv – an dessen Blendenring verstellt, für die Belichtungszeit steht ein Einstellrad auf der Oberseite zur Verfügung. Auf der gegenüberliegenden Seite des Sucherbuckels findet sich ein weiteres Einstellrad für die ISO-Lichtempfindlichkeit und zudem kann der Fotograf mit einem dritten Rad die automatische Belichtung um plus/minus drei Stufen korrigieren. Sind alle Einstellräder auf „A“ gestellt, erfolgt die Belichtung automatisch. Ändert man Blende oder Verschlusszeit, schaltet die Kamera auf die entsprechende Halbautomatik um.

Unterhalb des ISO-Rads findet sich ein Einstellring, mit dem zwischen Einzelbildmodus, den verschiedenen Serienbildeinstellungen oder der Filmaufzeichnung gewählt wird. Unter dem Verschlusszeitenrad sitzt ein ähnliches Bedienelement, das für die Wahl der Belichtung etwa zwischen Spot- oder mittenbetonter Messung wechselt.

Neben diesen vielen analogen Einstellmöglichkeiten bietet die Kamera jedoch auch auf digitaler Seite reichlich: Ihre Funk­tionstasten lassen sich mit vom Fotografen gewünschten Aufgaben belegen. So kann man etwa den „AE-L“-Knopf, der die von der Automatik ermittelten Belichtungswerte kurzfristig speichert, auch zum Bildwiedergabeknopf machen. Auch die vier Tasten des Steuerfelds, mit denen man durch das Menü navigiert, können verschiedene Funktionen direkt aufrufen – etwa die Weißabgleichseinstellung. 

Per „Q“-Taste lässt sich ein Kurzmenü auf den Bildschirm bringen, um Einstellungen wie Weißabgleich oder etwa JPEG-/Raw-Aufnahme direkt aufzurufen. Die entsprechende Funktion wird mit den Steuertasten gewählt, der jeweilige Parameter dann mit dem hinteren Einstellrad bestimmt.

Zusätzlich bietet die Kamera noch einen kleinen Joystick, der mit dem Daumen der rechten Hand bequem erreichbar ist. Hiermit lässt sich unter anderem das gewünschte Fokusfeld wählen. Somit ist es ganz einfach, das Feld zu wählen, das sich bei Porträtaufnahme direkt vor dem Auge der aufgenommenen Person befindet.

Besonderheiten

Die Kamera nutzt neben ihrem hochauflösenden Sucher auch ein Rückseiten-Display, das ebenfalls zur Wahl des Bildausschnitts dient. Es ist leider nicht in alle Richtungen drehbar, sondern nur nach oben oder unten klappbar.

Wer die Kamera drahtlos auslösen möchte, kann das per Smartphone tun. Die X-T2 besitzt ein Wi-Fi-Modul und lässt sich mit Android- oder iOS-Apps steuern. Außerdem kann man Fotos der Kamera für den Internet-Versand zum Mobilgerät übertragen oder die GPS-Daten des Handys an die Kamera schicken, um sie als „Geotags“ in die EXIF-Daten zu schreiben.

Porträt
Obwohl die Kamera die Farbtesttafel mit 103,4 Prozent Sättigung reproduzierte, stellte sie im Porträttestbild die Hauttöne fast schon porzellanartig dar. Die Schärfe der Bilder ist exzellent.Feine Strukturen wie die Haare oder die Stofffasern stellt die neue Fujifilm ohne störende Aliasing- oder Moiré-Effekte dar. Die Differenzierung der Rotnuancen ist sehr gut.
Testaufbau
Ob harte Kontrastkanten oder metallische Reflexe – die Fujifilm stellt mit ihrem „X-Trans CMOS III“-Sensor schwierige Testelemente problemlos dar. Das per Automatik belichtete Motiv wurde von ihr minimal unterbelichtet, um kein Aufreißen in den Lichtern zu erzeugen.Ähnlich wie im Porträtbild überzeugt die X-T2 auch beim Standardtestbild mit einer guten Durchzeichnung der Farben durch saubere Abstufungen. Die Nuancen wirken insgesamt sehr natürlich. Der Weißabgleich sorgte in diesem Bild für eine leichte Tendenz in Richtung Gelb.
Farbwiedergabe
Beim automatischen Weißabgleich neigt die Fujifilm leicht in die Richtung wärmerer Farben mit einem ganz leicht erhöhten Magentaanteil, was eher ungewöhnlich ist. Insgesamt weisen die Neutraltöne aber nur kleinere Abweichungen auf.Helle Hauttöne werden von ihr perfekt reproduziert, die dunkleren wirken durch minimal erhöhten Magentaanteil etwas kräftiger.Die weiteren Abweichungen im gesamten Farbraum sind gering, sodass die Fotos der X-T2 mit natürlich wirkenden Farben von ihr aufgenommen werden. Lediglich das dunkle Blau wird von ihr kräftiger als die anderen Farben reproduziert, was auch im Testbild rechts in den Garnrollen zu sehen ist.
Schärfe
Harte Kontrastlinien setzt die neue Fujifilm X-T2 mit einer leichten Überschärfung um. Die Auflösungstesttafel gab sie mit 3.843 von 4.000 Linien in der Bildhöhe wieder, was ein exzellenter Wert ist.
Rauschen
Das Luminanz- und Farbrauschen ist bei ISO-200-Einstellung in den Bildern der X-T2 nicht sichtbar, sondern nur messbar. Bei höheren ISO-Einstellung ähnelt es wegen des „X-Trans CMOS III“-Sensors dem klassischen Filmkorn.
Dynamik
Mit einer kräftigen Glättungsfilterung hält die Fujifilm X-T2 das Rauschen in ihren Bildern mit ISO-12.800-Einstellung in engen Grenzen. Erst bei dieser Lichtempfindlichkeitseinstellung übersteigt der Luminanzrauschwert(y-Faktor) die Grenze von 1,0 Prozent.
Vergleich Bildrauschen
Die Fujifilm liefert sehr saubere Fotos im Bereich von ISO 200 bis ISO 3.200. In den höheren Lichtempfindlichkeitseinstellungen wird die Glättungsfilterung sehr stark, sodass entsprechende Weichzeichnungseffekte sichtbar werden.

Bewertung

Pro: Die Fujifilm X-T2 ist als Gesamtpaket ein echter Gewinner: Exzellente Bildqualität auch dank des „X-Trans CMOS III“-Sensors, hohe AF-Geschwindigkeit und viel Komfort gehören dazu.

Contra: Fujifilm bietet ein üppiges Objektivsortiment an, doch kann es noch nicht mit dem von SLRs mithalten. Der Fotograf muss sich daher für ein „exotisches“ Kamera­system entscheiden.

Ergebnisse

Fotoauflösung
Fotoauflösung
Ausstattung
Ausstattung
Testresultate
Die Fujifilm sorgt bei Fotos und Videos für scharfe Aufnahmen. Die Testtafel gab sie als Bild mit 3.843 von 4.000 Linien in der Bildhöhe wieder. Auch die Farbdarstellung überzeugt mit sehr natürlich wirkenden Nuancen, die ganz leicht übersättigt sind. Ebenfalls exzellente Werte erreicht sie in der Dynamik- und Rauschmessung.

Fazit: Foto

Die neue Fujifilm X-T2 bietet die vielen Vorteile des bisherigen Flaggschiffs X-Pro2, verbindet diese jedoch mit einem „SLR-ähnlichen“ Konzept. Wer statt des Hybridsuchers der X-Pro2 lieber eine Handhabung wie bei klassischen Spiegelreflexkameras bevorzugt, bekommt mit ihr jetzt ein Top-Modell mit hoher Auflösung, sehr guter Farbwiedergabe speziell bei Hauttönen sowie vielen weiteren Komfortfunktionen. Erfreulich ist auch der konsequentere Ausbau der Videofähigkeiten der X-T2 bis hin zur Aufzeichnung von 4K-Filmen.

Videotest

Bei der Vorstellung der X-Pro2 mit dem neuen „X-Trans CMOS III“-Sensor wurde die 4K-Fähigkeit bereits angesprochen, doch erst bei der X-T2 wurde sie Realität: Die neue Fujifilm zeichnet Filme mit 3.840 mal 2.160 Pixel auch, doch dabei zeigt sich aber auch das größte Handicap der Kamera: Sie ist im 4K-Modus auf Aufnahmen von knapp zehn Minuten, bei Full-HD-Aufzeichnung von 15 Minuten begrenzt, sodass etwa längere Interviewszenen nur mit Unterbrechungen aufzuzeichnen sind. Bei Full-HD-Aufnahmen bietet sie die Möglichkeit, mit bis zu 50/60 (PAL/NTSC) Vollbildern pro Sekunde zu arbeiten.

Die hochauflösenden Videos der Kamera selbst dagegen bieten keinen Anlass zur Klage. Die Kamera produziert knackscharfe Aufnahmen mit kräftigen Kontrasten. Der Dynamikumfang ist mit maximal 9,01 Blendenstufen allerdings nur im Mittelfeld der filmenden Fotokameras angesiedelt. 

Der Videomodus der X-T2 wird per Aufnahmering unterhalb des ISO-Rads gewählt. Mit ihm stellt der Sucher das Live-Bild im 16:9-Format dar und der Fotoauslöser wird zum Start- und Stop-Knopf.

Wie bei Fotoaufnahmen erlaubt die X-T2 manuelle Belichtungsaufnahmen durch Verstellen des Blendenrings oder des Verschlusszeitenrads aus der „A“(utomatik)-Einstellung. Auch die Lichtempfindlichkeit kann manuell festgelegt werden. Für die Verbesserungen der Tonaufnahmen ist ein  Mikrofon anschließbar.

Videofunktionen

  • Max. Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel
  • Max. Frequenz: 30 Vollbilder/s
  • Videoformat: MOV; H.264
  • Speicher: 2 × SD-/SDHC/SDXC-Karten
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Stabilisator: nein
  • Manuelle Belichtung: ja
  • Manuelle ISO-Einstellung: ja
  • Manueller Tonpegel/Mikrofonanschluss: ja/ja
  • Besonderheit: Full-HD mit 50 Bildern/s
  • Internet: www.fujifilm.eu/de
Auflösung
Mit dem neuen Bildsensor liefert die X-T2 auch bei Videoaufnahmen extreme Schärfeleistungen. Ihre 4K-Filme nimmt sie mit 1.970 von 2.160 und Full-HD-Clips mit 1.038 von 1.080 Linien in der Bildhöhe auf.
Farbverteilung
Die Videofarbdarstellung der neuen Fujifilm ist mit der ihrer Fotos vergleichbar. Der Weißabgleich tendiert bei einigen Grautönen in Gelb- oder Magentabereiche, bleibt aber insgesamt sehr neutral.
Realbildaufnahmen
Die 4K-Filme der Fujifilm X-T2 überzeugen durch hohe Schärfe und geringe Moiré-Anfälligkeit. Die Ziegeldächerstrukturen werden daher ohne störende Farbmuster dargestellt.
Bewertung
Bewertung

Fazit: Video

Ähnlich wie die X-Pro2 profitiert die X-T2 von den Fähigkeiten ihres „X-Trans CMOS“-Sensors der dritten Generation und bietet jetzt unter anderem die Möglichkeit zu 4K-Aufnahmen an. Zwar zeigt sie in ihren Videos vor allen Dingen bei der Bildschärfe echtes Profi-Potenzial, aber dieses wird durch das Zehn-Minuten-Aufnahme-Limit stark eingeschränkt.

Panasonic G81: Gesamtnote

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