Hersteller Nikon
Modell D3400
Original Testbilder:
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Nikon D3400 - Meine erste Digital-SLR

Sehr günstig geht Nikons neueste SLR für Einsteiger an den Start. Dafür muss man einige Abstriche machen, aber nur wenige an der Bildqualität.
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 11/2016

Kameratest

Nikon hat im Vorfeld der photokina 2016 eine neue Einsteigerkamera vorgestellt. Die D3400  schließt nahtlos an ihre Vorgängerin D3300 an und erweitert sie um teilweise hilfreiche Funktionen. Geblieben ist die Auflösung der Kamera, die trotz ihrer Position im Einsteigersegment mit satten 24 Megapixel an den Start geht. 

Das erreicht sie mit einem APS-C-großen Bildsensor, der damit eine Brennweitenverlängerung gegenüber Kleinbildobjektiven um den Faktor 1,5 mit sich bringt. Auch die Größe der Kamera entspricht der ihrer Vorgängerin. Die Nikon kann in einer kleinen Fototasche gemeinsam mit ihrem Kit-Objektiv transportiert werden und ist damit prima für den Urlaub geeignet. Nikon-typisch hat die D3400 keinen Bildstabilisator, sondern ist auf Ausgleichsmechanismen im Objektiv angewiesen. 

Bild

Technische Daten

  • Auflösung: 6.000 × 4.000 Pixel, 24 MP
  • Chip-Größe: 23,5 × 15,6 mm 
  • (APS-C-Klasse)
  • Objektiv/Bajonett: 18-55mm/F3,5-5,6; Nikon F-Bajonett
  • Integrierter Bildstabilisator: nein (abhängig vom Objektiv)
  • Verschlusszeiten: Bulb; 30 bis 1/4.000 s
  • Belichtungsmodi: Vollautomatik; P, S, A und M; Szenenprogramme
  • ISO: 100-25.600
  • Autofokusfelder: 11 AF-Felder
  • Sucher: optischer SLR-Sucher 
  • + Live-LCD
  • LCD: 7,5 cm; 921.000 Bildpunkte
  • Preis (UVP): 399 Euro (nur Body)
  • Internet: www.nikon.de

 

 

Aufbau

Aufbau

Eine im Alltag mitunter störende Schwäche ist die Sucherdarstellung der D3400. Das Spiegelreflexsystem zeigt nur 95 Prozent der eigentlichen Aufnahme an, was bei der Wahl des Bildausschnitts beziehungsweise der Bildgestaltung schon deutliche Auswirkungen haben kann. Die elektronische Darstellung dagegen liefert wie üblich 100 Prozent der Aufnahme, sodass man hiermit den tatsächlichen Bildausschnitt besser beurteilen kann. Ansonsten ist der optische Sucher der neuen Nikon in Größe (0,85-fache Vergrößerung) und Helligkeit vergleichbar zu anderen SLRs der APS-C-Klasse.

In den Sucher werden Markierungen für die elf Sensoren des Autofokussystems eingeblendet, die sich durch Verwendung des Steuerfelds auch einzeln wählen lassen. Außerdem zeigt er wie üblich die eingestellte Blende und Verschlusszeit sowie den ISO-Wert oder das gewählte Effektprogramm an. Als Einsteigersystem bietet die Nikon nämlich auch die Möglichkeit, mit digitalen Filtern zu arbeiten, um etwa den „Miniatureffekt“ mit kräftigen Unschärfeverläufen oben und unten im Bild oder auch Fotos im „Pop Art“-Stil sofort bei der Aufnahme zu ermöglichen. Während das eher kreative Spielereien sind, sind die sieben motivabhängigen Belichtungsprogramme, die mit dem Rädchen auf der Oberseite wählbar sind, durchaus hilfreich. Sie decken die wichtigsten Aufnahmesujets wie etwa „Porträt“, „Landschaft“, „Sport“ oder „Makro“ ab. Wer sich auch damit nicht beschäftigen möchte, wählt die von einem grünen Symbol gekennzeichnete Vollautomatik, bei der man sich um nichts mehr kümmern muss. Dann kann die Kamera zum Beispiel auch ihr eingebautes Blitzgerät selbsttätig aktivieren/aufklappen, wenn etwa in Innenräumen fotografiert werden soll. Das Blitzgerät liefert mit Leitzahl Sieben keine üppige Leistung, aber für eine Aufhellung im Bereich bis etwa zwei oder drei Metern hilft es weiter. Durch den Blitzschuh lässt sich die kleine Nikon D3400 auch mit Systemblitzen aufrüsten und beherrscht dabei natürlich auch Nikons „i-TTL“-Messung für eine automatische Abstimmung von Kamerabelichtung und Blitzleistung.

Bedienung

Bei ihrer Bedienung bietet die neue Nikon die Standards einer Einsteigerkamera: Ein Status-Display fehlt und sie verfügt auch nur über ein Einstellrädchen an ihrer Rückseite, sodass man etwa im manuellen Belichtungsmodus nach der Vorgabe der Verschlusszeit für die Blendenverstellung zusätzlich die Plus/Minus-Taste drücken muss, um mit dem gleichen Einstellrad auch die Blendengröße vorzugeben.  Daran kann man sich zwar schnell gewöhnen, aber richtig komfortabel ist das nicht. Die Blendengröße und Verschlusszeit stellt die Kamera übrigens auf ihrem LCD grafisch dar, sodass man als Einsteiger sofort sieht, dass eine größere Blendenzahl eine kleinere Blendenöffnung bedeutet. Zudem kann man per „Guide“-Funktion in einem Foto-Grundkurs auf dem LCD lesen.

Neben dem Einstellrad besitzt die D3400 ein Steuerfeld, das aber gegenüber anderen Einsteigermodellen nicht nur auf vier Achsen reagiert, sondern in acht Richtungen, sodass man etwa das gewünschte Fokusfeld durch eine Diagonalbewegung schneller erreicht. Etwas unpraktisch ist dagegen die Vorgabe des manuellen ISO-Werts: Statt über die Funktionstaste an der linken Gehäuseseite und mit dem Einstellrad zwischen Auto-ISO-Modus oder einer gewünschten ISO-Einstellung zu wechseln, muss man den Auto-Modus explizit im Menü ein- oder ausschalten.

Auch bei der Kommunikation mit Mobilgeräten gibt es Kritikpunkte: Die D3400 bietet per Nikons „SnapBridge“ eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone, um Fotos etwa für den E-Mail-Versand an das Telefon zu schicken. Zudem kann die Nikon die GPS-Informationen des Telefons für ihre Bilder nutzen. Leider fehlt ihr jedoch ein echter WLAN-Anschluss, sodass zum Beispiel die Fernauslösefunktion der SnapBridge-App leider nicht mit ihr funktioniert.

Schön flott

Auch wenn die D3400 nicht mit ihren raketenschnellen Geschwistern wie der D5 oder D500 mithalten kann, ist sie als Einsteigerlösung und hinsichtlich der Geschwindigkeit doch ein erfreuliches Gesamtsystem. Geringe Einschaltzeit und minimale Auslöseverzögerung erlauben spontane Aufnahmen etwa bei der Street Photography. 

Auch der Bildstabilisator des kleinen Kit-Objektiv erwies sich im FOTO HITS-Test als sehr leistungsfähig. Bei einer Brennweiteneinstellung von 35 Millimetern (entspricht 50 Millimetern bei einer Vollformatkamera) sind Aufnahmen mit 1/10 oder sogar 1/6 Sekunde aus der freien Hand möglich.

Porträt
Die Hauttondarstellung der Nikon D3400 ist sehr realistisch und könnte damit einigen Anwendern fast „zu blass“ erscheinen. Die Wiedergabe feiner Details gelingt der neuen SLR sehr gut.Das Rot der Kleidung zeigt feine Strukturen in unterschiedlichen Rotnuancen, die die Nikon problemlos meistert. In den Details wie den Haaren sind keine Fehler wie Moirés erkennbar.
Testaufbau
Mit den metallischen Reflexen auf der Platine, im Sieb oder auch auf der Chromkugel im Zentrum des Testbilds hat die Nikon D3400 keine Probleme. Sie liefert scharfe Bilder mit leicht überbetonten Kontrasten und damit einem sehr „knackigen“ Bildeindruck.Die Standardfarbeinstellung der Kamera betont Kontraste und dunkle Bildbereiche stärker als üblich. Die schwarzen Bildbereiche erscheinen daher etwas zu dunkel. Die Differenzierung der Farbnuancen ist gut, die Fäden in den Garnrollen sind deutlich getrennt.
Farbwiedergabe
Der Weißabgleich sorgte in den Bildern der D3400 nur für eine geringe Abweichung der neutralen Grautöne zu ihren Sollwerten. Die durchschnittliche Farbsättigung ist etwas erhöht, wobei dies hauptsächlich an der sehr kräftigen und damit fast schon überbetonten Wiedergabe einiger Blautöne liegt. Die dunkleren Rottöne gibt die Kamera etwas zu hell und leicht in Richtung Gelb verschoben wieder. Das ist auch in den entsprechenden Elementen im Testbild rechts und im Porträt oben in der Kleidung des Models erkennbar.Bei Hauttönen hat die D3400 keine Probleme. Sie werden dezent und ohne Übertreibung sehr realistisch und natürlich in den Fotos gezeigt.
Schärfe
Im Auflösungstest schwächelt die Nikon D3400 ein wenig. Trotz einer recht kräftigen Nachschärfung in ihren Bildern ermittelt die Analyse-Software lediglich 3.213 von 4.000 möglichen Linien in der Bildhöhe.
Rauschen
Das Luminanzrauschen liegt bei ISO 100 auf vergleichbarem Niveau anderer APS-C-Kameras. Das Farbrauschen ist minimal in den Bildern vorhanden, tritt aber optisch für den Betrachter noch nicht in Erscheinung.
Dynamik
Bei ISO 25.600 greift die Nikon D3400 zu einer sehr starken Glättungsfilterung und bügelt damit das „Noise spectrum“ im Farbrauschen sehr glatt, was allerdings auch Einfluss auf die Wiedergabe von feinen Details im Foto hat (siehe Beispiel nächste Seite).
Vergleich Bildrauschen
Die erdigen Töne der Steinelemente gibt die Nikon D3400 ebenso wie das Grün der Blätter sehr realistisch und ohne Übertreibung wieder. Im ISO-100-Modus sind Detailzeichnung und die Wiedergabe von Strukturen sehr gelungen.

Bewertung

Pro: Einfache Bedienung und viele Automatikfunktionen erleichtern Einsteigern den Wechsel in die SLR-Fotografie. Die Bildqualität ist sehr gut, es gibt nur einige wenige Schwächen.

Contra: Nur im Auflösungstest schwächelte die Nikon D3400. Leider fehlt ihr ein Schwenkmonitor und die SnapBridge-Verbindung via Bluetooth kann eine echte Wi-Fi-Verbindung nicht ersetzen.

Ergebnisse

Fotoauflösung
Fotoauflösung
Ausstattung
Ausstattung
Testresultate
Testresultate

Fazit: Foto

Sonderlich umfassend sind die Neuerungen der Nikon D3400 gegenüber ihrer Vorgängerin D3300 nicht ausgefallen. Der Hersteller hat sich auf ein leichtes „Update“ beschränkt, sodass Anwender der bisherigen Kamera wenig Grund zum Umstieg haben. Für echte Einsteiger in die SLR-Fotografie ist die D3400 jedoch eine gelungene Lösung zu einem überraschend niedrigen Preis. Gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers ist der Straßenpreis der Kamera mit ihrem Kit-Objektiv nämlich schon auf etwas über 400 Euro deutlich gesunken.

Videotest

Die Videofunktion gehört heutzutage ganz selbstverständlich auch zum Leistungsumfang einer Spiegelreflexkamera. Die Nikon D3400 macht hier keine Ausnahme und zeichnet Filme im Full-HD-Standard mit 1.920 mal 1.080 Pixel auf. Die Bildfrequenz beträgt dabei erfreulicherweise bis zu 60 Bilder pro Sekunde und kann für europäische Fernsehnormen auf 50 oder 25 Bilder sowie für Blu-ray-Disc-Produktionen auf 24 Frames pro Sekunde umgeschaltet werden. Die höheren Bildfrequenzen bieten dem Fotografen und Filmer mehr Spielraum bei der Aufnahme schnell bewegter Motive an.

Hinsichtlich der Datenkompression ist der Spielraum deutlich eingeschränkter. Hier hat man nur die Wahl zwischen „Hoher Qualität“ und „Normal“, weitere Einstellungen für die als MOV-Dateien mit H.264-Kompression gesicherten Filme gibt es leider nicht.

Die Belichtung ist jedoch manuell einstellbar, wenn man den entsprechenden Befehl im Videoeinstellmenü aktiviert. Zeit- oder Blendenvorwahl, wie sie per Modusrad oben für die Fotos eingestellt werden können, gibt es nicht. Mit der manuellen Video­einstellung von Blende und Verschlusszeit sowie der im M-Modus ebenfalls festlegbaren ISO-Lichtempfindlichkeit bietet die D3400 dem Filmer aber dennoch Gestaltungsspielraum. Auch der Tonpegel der Kamera, die leider keinen Anschluss für ein externes Mikrofon besitzt, kann vom Filmer vorgegeben werden.

Videofunktionen

  • Max. Auflösung: 1.920 × 1.080 Pixel
  • Max. Frequenz: 50/60 Vollbilder/s
  • Videoformat: MOV; H.264
  • Speicher: 1 × SD/SDHC/SDXC-Karte
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Stabilisator: nein (abhängig vom Objektiv)
  • Manuelle Belichtung: ja (M-Modus)
  • Manuelle ISO-Einstellung: ja
  • Manueller Tonpegel/Mikrofonanschluss: ja/nein
  • Besonderheit: Kreativfilter für Videos
  • Internet: www.nikon.de
Auflösung
Mit 831 von 1.080 Linien in der Bildhöhe ist das Auflösungsergebnis der Nikon D3400 im Mittelfeld der APS-C-SLRs angesiedelt. Mitunter wirken die Filme damit etwas weicher als bei der Konkurrenz.
Farbverteilung
Insgesamt ist die Farbdarstellung der Nikon sehr stimmig. Der Weißabgleich zeigt leichte Ausreißer und auch das reine Cyan sorgt mit seiner sichtbaren Abweichung für eine Überraschung.
Realbildaufnahmen
Die Nikon D3400 gibt die Videos mit sehr knackigen Kontrasten wieder. Der Bildeindruck ist ein wenig weich, die Farben wirken natürlich und leicht untersättigt.
Bewertung
Bewertung

Fazit: Video

Nicht alles, was man sich als Filmer von einer Videokamera wünscht, kann die D3400 anbieten. Aber ihre auch beim Filmen manuell einstellbare Belichtung und ISO-Lichtempfindlichkeit bieten dennoch einen kreativen Spielraum. Die Foto-Effekte wie etwa „Miniatureffekt“ können auch für die Full-HD-Filmaufnahme genutzt werden. 

Nikon D3400: Gesamtnote

Bild