Hersteller Nikon
Modell D500
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Nikon D500 - Profi in der Mittelklasse

Sie wurde lange und sehnsüchtig erwartet: Im Grunde ist die neue Nikon D500 die Nachfolgerin einer fast neun Jahre alten Kamera. Mit der damaligen D300 hat sie jedoch fast nur noch die dreistellige Typennummer und damit einen Hinweis auf die APS-CGröße ihres Bildsensors gemeinsam.
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 06/2016

Kameratest

Sie wurde lange und sehnsüchtig erwartet: Im Grunde ist die neue Nikon D500 die Nachfolgerin einer fast neun Jahre alten Kamera. Mit der damaligen D300 hat sie jedoch fast nur noch die dreistellige Typennummer und damit einen Hinweis auf die APS-C-Größe ihres Bildsensors gemeinsam. Wobei auch diese dreistellige Bezeichnung im Nikon-Universum nicht eindeutig ist, denn Modelle wie etwa die D610 oder D750 basieren auf Kleinbildsensoren. 

Die Nikon D500 dagegen ist eine in vielen Bereichen an dem neuen Flaggschiff Nikon D5 orientierte Kamera, denn sie bringt hohe Serienbildgeschwindigkeit, umfangrei­che Ausstattung, modernstes AF-System und vieles mehr in die APS-C-Mittelklasse.

Tatsächlich dürfte sie auch für viele Besitzer der Nikon D7200 eine interessante Alternative mit etwas geringerer Sensorauflösung, aber in vielen anderen Bereichen deutlichen und im Fotoalltag rasch unverzichtbaren Vorteilen sein. Diese werden im Folgenden beschrieben.

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Nikon D500 Digitale Spiegelreflexkamera (20.9 Megapixel, 8 cm (3,2 Zoll) LCD-Touchmonitor, 4K-UHD-Video) Nur Gehäuse schwarz

Neu ab 1854.9 EUR (6 Artikel)
Gebraucht ab 1395.99 EUR (2 Artikel)

Bild

Technische Daten

  • Auflösung: 5.568 × 3.712 Pixel, 20,1 MP
  • Chip-Größe: 23,5 × 15,7 mm (APS-C-Sensor)
  • Objektiv/Bajonett: 16-80 mm F2,8-4,0/Nikon F-Bajonett
  • Integrierter Bildstabilisator: nein (abhängig vom Objektiv)
  • Verschlusszeiten: Bulb; 
  • 30-1/8.000 s
  • Belichtungsmodi: P, S, A und M; Bild-Kreativ-Modi
  • ISO: 100-51.200 (erweiterte Modi bis IS0 1.640.000) 
  • Autofokusfelder: 153 AF-Feldern
  • Sucher: optischer SLR-Sucher
  • LCD: 8 cm; 2,36 Mio. Bildpunkte
  • Preis (UVP): 2.329 Euro (nur Body)
  • Internet: www.nikon.de

Aufbau

Grundlagen

Die neue D500 erreicht mit ihrem APS-C-Sensor eine Auflösung von 21 Megapixel. Die Daten des Aufnahme-Chips werden vom neuen „Expeed 5“-Bildprozessor aufbereitet, der mit hoher Geschwindigkeit und optimierten Bildalgorithmen nicht nur hohe Aufnahmefrequenzen und zum Beispiel auch 4K-Videos möglich macht, sondern auch eine verbesserte Rauschminderung erzielt und damit höhere ISO-Lichtempfindlichkeiten erlaubt. Gegenüber zum Beispiel der D7200 mit ISO 25.600 kann die neue Nikon D500 mit ISO 51.200 und sogar erweiterten Modi bis zu ISO 1,64 Millionen arbeiten. Letztere sind allerdings nur „notfallgeeignet“, denn oberhalb der 51.200er-Grenze reduzierten das Farbrauschen und die entsprechende Gegenfilterung die Bildqualität drastisch. 

Als klassische SLR-Kamera bietet die Kamera einen großen und hellen Sucher, der 98 Prozent der Aufnahmefläche abdeckt, also nicht ganz den finalen Bildausschnitt zeigt. Zusätzlich kann die Kamera das Live-Sucher-Bild auf ihrem LCD darstellen, um etwa mit elektronischer Hilfe manuell zu fokussieren.

 

PRAKTISCHES

Die neue Nikon ist mit einem Klappmonitor ausgestattet, der mit seiner Bewegung um maximal 110 Grad nach oben und etwa 46 Grad nach unten verstellt werden kann. Mit 2,36 Millionen RGB-Bildpunkten bietet er eine äußerst hohe Auflösung, die der vieler elektronischer Sucher von CSC-Kameras entspricht. Zudem ist das Display deutlich größer als bei der Konkurrenz, wobei besonders der Vergleich zur in dieser Ausgabe getesteten Sony A68 extrem ausfiel.

Für einige Funktionen ist der Nikon-Monitor auch berührungssensitiv. Aber diese Fähigkeit wird nicht wie bei vielen spiegellosen System- oder Kompaktkameras umfassend zur Bedienung genutzt, sondern nur für einige ausgewählte Aufgaben wie das Durchblättern oder Skalieren von Fotos im Wiedergabemodus.

 

RATZFATZ-FOKUS

In der neuen Nikon kommt mit dem „Multi-CAM 20K“-System das neue Autofokus-Modul der Nikon D5 zum Einsatz, das es wirklich in sich hat. Insgesamt 153 Fokus-Messfelder, die einen sehr großen Bildbereich abdecken, sorgen für präzises Scharfstellen. Davon arbeiten 99 (!) als Kreuzfeldsensoren, sodass horizontale und vertikale Strukturen gleichermaßen erfasst beziehungsweise vermessen werden.

Der rasante Fokus ermöglicht die sehr hohe Serienbildgeschwindigkeit von zehn Aufnahmen pro Sekunde – beziehungsweise macht sie zur Freude. Die Kamera fokussiert selbst schnell bewegte Objekte präzise und so flott, dass man dem Autofokus auch bei Sportaufnahmen problemlos vertrauen kann. 

Für die schnellen Aufnahmen sollte man auch ein adäquates Speichermedium verwenden. Die D500 bietet die Wahl: Sie besitzt einen Speicherschacht für ultramoderne – und etwas teure – XQD-Karten sowie ein zweites Fach für alle Varianten des SD-Formats. XQD sollte für die maximale Nutzung der Seriengeschwindigkeit und auch die hochauflösenden 4K-Videos mit hoher Datenrate genutzt werden.

 

VERBUNDENHEIT

Die Nikon bietet ein Wi-Fi-Modul zur Fernsteuerung und Datenübertragung von Bildern auf ein Mobilgerät. Zusätzlich setzt sie mit „SnapBridge“ auf eine ganz neue Verbindungstechnik auf Basis von „Bluetooth LE“, wobei LE „Low Energy“ und damit niedrigen Energieverbrauch bedeutet. Daher kann die Verbindung dauerhaft bestehen bleiben und erlaubt zum Beispiel auch eine Bildübertragung zum Smartphone, wenn die Kamera bereits ausgeschaltet wurde. 

Die WLAN-Funktion der Kamera selbst bietet nur Standardfunktionen und bleibt damit hinter den Erwartungen zurück. Anscheinend möchte Nikon auch den optional erhältlichen WLAN-Adapter WT-7 noch zusätzlich zur Kamera verkaufen.

Porträt
Die Hauttöne im Porträt stellt die neue Nikon genauso wie auch in den Messfeldern der Farbtafel unten links absolut präzise und natürlich dar. Die Schärfe an den Augenwimpern ist beeindruckend.Die Details und filigrane Strukturen wie etwa in den Haaren oder dem Stoff der Kleidung stellen für die Nikon D500 offensichtlich überhaupt kein Problem dar. Alle Feinheiten werden sauber reproduziert.
Testaufbau
Schärfe und Detailzeichnung sind kein Problem für die neue Nikon. Die nominelle Auflösung wird fast zu 100 Prozent in Bilddetails umgesetzt, was die Testbilder und Messtafelaufnahmen beeindruckend unter Beweis stellten. Auch schwierige Elemente meistert die D500.Extrem neutral beziehungsweise mit einem ganz kleinen Hang hin zu einer kühleren Darstellung reproduziert die D500 das FOTO HITS-Standardtestbild. Die Farben wirken leuchtend und kräftig, sind aber mit 104,7 Prozent nur ganz leicht übersättigt.
Farbwiedergabe
Die dunklen Neutraltöne werden vom Weißabgleich praktisch auf den Punkt getroffen. In den helleren Nuancen zeigt die Nikon dann eine leichte Abweichung in gelbliche Regionen. Vermutlich werden dadurch auch die Gelbgrün-Bereiche etwas überbetont, während die anderen Farben insgesamt eine sehr niedrige Fehlerquote aufweisen. Besonders erfreulich ist die exakte Wiedergabe der Hauttöne, die der D500 offensichtlich ganz leicht fallen. Auch die Differenzierung einzelner Farbtöne ist sehr gut, hier werden die Helligkeitsunterschiede eines Farbtons sauber herausgearbeitet. Das gilt auch für das Rot im Porträt, bei den Garnrollen fällt das etwas schwächer aus.
Schärfe
Die Nikon D500 lieferte in der Auflösung Spitzenwerte. Erkennbar am Wiedergabeverlauf der Schwarzweißkante ist aber die Kontrastverstärkung. Etwa bei Porträts fällt dieser Effekt geringer aus und das Bild wirkt natürlicher.
Rauschen
Mit zwölf Blendenstufen erreicht die D500 eine exzellentes Ergebnis, das sich nicht hinter dem von Profi-Vollformat-SLRs zu verstecken braucht. Auch das Rauschverhalten ist für ein APS-C-Modell sehr gut.
Dynamikumfang
Selbst bei höchster ISO-Einstellung zeigen die Kurven für die roten, grünen und blauen Pixel innerhalb des Farbrauschens kaum Abweichungen voneinander, sodass diese auch nicht im Bild auffallen. Das „Noise spectrum“ verläuft zudem sehr glatt.
Vergleich Bildrauschen
Mit der D500 sind problemlos Bilder in „Available Light“-Situationen möglich, da die Aufnahme auch bei hohen ISO-Werten bis zur Standardbegrenzung von ISO 51.200 sauber und klar reproduziert werden.

Bewertung

Pro: Top-Modell der APS-C-Klasse mit hervorragender Auflösungsleistung: Das D500-Autofokussystem ist eines der Besten, das derzeit erhältlich ist und somit für schnelle Serienbilder ideal. 

Contra: Der Listenpreis von 2.329 Euro nur für den Body ist recht hoch. Die kleine Abweichung von 98 statt 100 Prozent im optischen Sucher kann bei der Bildgestaltung irritierend sein.

Ergebnisse

Fotoauflösung
Fotoauflösung
Ausstattung
Ausstattung
Testresultate
Die Nikon D500 zeigte im Test in allen Belangen exzellente Ergebnisse. Das beginnt bei den hervorragenden Auflösungswerten, die detailreiche Fotos garantieren. Auch die Resultate der Dynamikmessung und der Farbwiedergabe sind auf professionellem Niveau. Das Rauschen hält sie im Griff, wobei die Ergebnisse durch den APS-C-Sensor etwas niedriger als beim Vollformat ausfallen.

Fazit: Foto

Mit der D500 zeigt Nikon, was heutzutage bei Spiegelreflexkameras mit APS-C-großen Bildsensoren alles möglich ist. Merkmale sind hohe Bildauflösung, exzellente Dynamik, extreme Serienbildfunktion und ein Autofokussystem, das auch in der Sport-Profi-SLR Nikon D5 zum Einsatz kommt. Rein technisch gehört die neue Kamera daher schon zur deutlich gehobenen Mittelklasse mit Hang zu Höherem. Auch ihr Preis verdeutlicht, dass es sich nicht um eine Kamera für Hobby-Knipser handelt, sondern um ein Top-System für anspruchsvolle Fotografen.

Videotest

Wer sich als Fotograf für eine SLR entscheidet, für den spielt in erster Linie die Qualität der Fotos die ausschlaggebende Rolle. Hier zeigt die D500 auf den vorhergehenden Seiten keine Schwäche. Umso erfreulicher ist es, dass sie auch als Filmkamera sehr hohen und professionellen Ansprüchen genügt. 

Im Test ihrer 4K-Filmauflösung – genauer der UHD-TV-Auflösung mit 3.840 mal 2.160 Pixel – lieferte die Kamera ebenso ein Rekordergebnis wie beim Filmen im klassischen Full-HD-Modus. Mit 128 Megabit pro Sekunde im 4K-Modus greift sie auf sehr hohe Datenraten zurück, weshalb auch beim Filmen der schnelle XQD-Speicher in Kartenschacht 1 durchaus empfehlenswert ist.

Die Kamera erlaubt umfangreiche manuelle Einstellungen. Alle vier Belichtungsmodi P, S, A und M stehen auch in Filmen zur Verfügung. Die ISO-Lichtempfindlichkeit kann ebenfalls in allen Modi von Hand vorgegeben werden. Dabei gibt es gegenüber anderen Kameras keine Begrenzung: die Videos kann man auf Wunsch sogar mit ISO 51.200 aufnehmen. Letzteres ist allerdings nicht zu empfehlen, weil Farbrauschen im Bewegtbild deutlich früher als störend empfunden wird. Mit ISO 6.400 und ISO 12.800 aber entstehen beeindruckende Filmaufnahmen mit natürlichem Licht.

Auch der Tonpegel kann manuell festgelegt werden. Per externem Mikrofon lässt sich seine Qualität verbessern und per Kopfhörerausgang auch direkt kontrollieren. 

Videofunktionen

  • Max. Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel
  • Max. Frequenz: 30 Bilder/s
  • Videoformat: MOV (H.264)
  • Speicher: 1 × XQD-, 1 × SD-Karten
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Stabilisator: nein (abhängig vom Objektiv)
  • Manuelle Belichtung: ja
  • Manuelle ISO-Einstellung: ja
  • Manueller Tonpegel/Mikrofonanschluss: ja/ja
  • Besonderheit: Rekordauflösung 
  • Internet: www.nikon.de
Auflösung
Im 4K-Modus erreichte die Nikon eine Auflösung von 2.144 von 2.160 Linien in der Bildhöhe und damit ein Spitzenergebnis. Die 1080p-Auflösung reproduzierte sie mit 1.037 von 1.080 Linien.
Farbwiedergabe
Der Weißabgleich sitzt: Die neutralen Graufelder werden exakt im Zentrum der Ergebnisgrafik platziert. Die anderen Farben zeigen bloß geringe Abweichungen, nur das Blau wird etwas überbetont.
Realbildaufnahmen
Trotz der Rekordergebnisse in der Auflösungsmessung liefert die Nikon D500 moiréfreie Videoaufnahmen, die nicht künstlich überschärft wirken.

Fazit: Video

Den erstklassigen Ergebnissen der D500 bei fotografischen Aufnahmen stehen die Videos sowohl bei 4K- als auch Full-HD-Auflösung in nichts nach. Auch die Farbwiedergabe und Rauschergebnisse sind hervorragend. Die Kamera liefert somit exzellentes Filmmaterial und kann daher auch für professionelle Aufgaben eingesetzt werden.   

Nikon D500: Gesamtnote

Bild