Hersteller Panasonic
Modell Lumix GX80
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Panasonic Lumix GX80 - Kompaktes MFT-System

Eine kompakte Systemkamera wird für den Urlaub gesucht? Mit der GX8 0 bietet Panasonic pünktlich zum Start in die Sommer-Saison das passende Modell an. Umfangreiche Ausstattung, leichte Bedienung, ungewöhnliche, aber nichtsdestotrotz hilfreiche Zusatzfunktionen und vieles mehr gehören dazu.
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 06/2016

Kameratest

Eine kompakte Systemkamera wird für den Urlaub gesucht? Mit der GX80 bietet Panasonic pünktlich zum Start in die Sommer-Saison das passende Modell an. Umfangreiche Ausstattung, leichte Bedienung, ungewöhnliche, aber nichtsdestotrotz hilfreiche Zusatzfunktionen und vieles mehr gehören dazu.

Die Neue gilt als Nachfolgerin der GX7 und gleichzeitig etwas kleinere Schwester des aktuellen Top-Modells GX8. Sie basiert wie alle Panasonic-Systemkameras auf dem Micro-Four-Thirds-Standard, wobei erneut ein 16-Megapixel-Sensor statt des in der GX8 verwendeten 20-Megapixel-Modells zum Einsatz kommt. 

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Panasonic LUMIX G DMC-GX80EG-K Systemkamera (16 Megapixel, Dual I.S. Bildstabilisator, Flexibler Touchscreen, Sucher, 4K Foto und Video, Wifi) Schwarz

Neu ab 422.81 EUR (3 Artikel)
Gebraucht ab 350 EUR (6 Artikel)

Bild

Technische Daten

  • Auflösung: 4.592 × 3.448 Pixel, 16 MP
  • Chip-Größe: 17,3 × 13,0 mm (Micro-Four-Thirds-Sensor)
  • Objektiv/Bajonett: 12-32 mm F3,5-5,6/Panasonic MFT-Bajonett
  • Integrierter Bildstabilisator: ja (Foto und Video)
  • Verschlusszeiten: Bulb; 
  • 60-1/4.000 s (elektr.: 1/16.000 s)
  • Belichtungsmodi: P, S, A und M; Szenen-Programme
  • ISO: 200-25.600 (erweiterte Modi ab IS0 100) 
  • Autofokusfelder: 49 AF-Feldern
  • Sucher: elektronischer Sucher
  • LCD: 7,5 cm; 1,04 Mio. Bildpunkte
  • Preis (UVP): 599 Euro (nur Body)
  • Internet: www.panasonic.com/de

Aufbau

„4K-PHOTO“-Deluxe

Die GX80 verfügt über alle aktuellen Funktionen, die Panasonics innovative Kombination aus Serienbild-Funktion und Videoaufnahmen möglich macht. Die „4K Photo“-Funktion erlaubt es, Serienaufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde und einer Auflösung von acht Megapixel quasi über einen unbegrenzten Zeitraum aufzunehmen. Die Bilder werden als MP4-Videostrom gespeichert, aus dem man sich im Wiedergabemodus das gewünschte Foto aussucht, das dann auf Knopfdruck als zusätzliches Einzelbild-JPEG gesichert wird. Die Kamera bietet dafür mehrere Modi. So lässt sich etwa per Druck auf den Auslöser die Serie starten und durch erneutes Drücken beenden. Ein weiterer Modus nimmt bereits vor dem Druck auf den Auslöser Serienbilder im Zwischenspeicher auf. 

Und als zusätzliche Funktion kann man mit „Post Fokus“ eine Bildserie mit kontinuierlich veränderter Schärfeeinstellung aufnehmen, um aus dieser Serie dann das Foto mit der Schärfeebene auszuwählen, das einem am besten gefällt. Diese Funktion ist per Schalter auf der Kamerarückseite direkt anwählbar.

 

BEDIENUNG

Überhaupt ist die Kamera mit vielen Funktionsschaltern und Einstellrädern ausgerüstet, um komfortabel bedienbar zu sein. Im manuellen Modus kann man mit einem Einstellrad in Nähe des Auslösers und einem zweiten auf der Rückseite Blende und Verschlusszeit gleichzeitig verändern, ansonsten helfen sie bei weiteren Parametereingaben und etwa der Menünavigation. Das hintere Rad reagiert auf Druck wie ein Bestätigungsschalter, sodass man hier die vorgenommenen Änderungen gleich mit abschließen kann, ohne auf einen zusätzlichen OK-Knopf oder ähnliches drücken zu müssen.

Das mit der GX80 gelieferte Kit-Objektiv besitzt leider keinen Fokusring. So erfolgt die manuelle Schärfeeinstellung mittels elektronischer Sucherlupe auf dem Touchscreen, wo man den gewünschten Bildbereich wählt sowie mit den Rechts-Links-Cursor-Tasten scharfstellt.

Zwar hilft auch noch eine zuschaltbare „Focus Peaking“-Funktion, aber wirklich komfortabel ist das alles nicht. Ankreiden kann man es natürlich nicht der GX80 selbst, denn mit anderen Objektiven inklusive Fokusring lassen sich die genannten Hilfen sehr bequem beim Schärfeverstellen von Hand nutzen.

 

ALLES IM BLICK

Sehr gut ist der elektronische Sucher der neuen Panasonic. Mit einer Auflösung von 2,88 Millionen RGB-Bildpunkten bietet er eine extrem hohe Auflösung. Die Darstellungsgröße hält jedoch nicht mit den aktuellen Sucherlösungen etwa der Sony-Spitzenklasse oder Fujifilms X-Hybrid-System mit. Auch die Tatsache, dass gegenüber der GX8 und der GX7 der Sucher-Schwenkmechanismus bei der GX80 verloren ging, ist ärgerlich. Vermutlich war es auch eine „Platzentscheidung“, denn die neue Panasonic ist deutlich dünner (44 statt 55 Millimeter Bautiefe bei der GX7) und auch aus diesem Grund eindeutig als „Immer-dabei-Systemkamera“ konzipiert.

Der berührungsempfindliche Monitor der GX80 auf ihrer Rückseite ist Panasonic-typisch nahtlos in ihre Bedienung integriert. So lässt sich der Autofokusbereich mittels Fingerzeig wählen oder der Fotograf nutzt neben den vier realen und vom Anwender belegbare Funktionstasten am Kameragehäuse auch die „virtuellen“ Funktionstasten fünf bis neun auf dem Bildschirm, für die sich ebenfalls – sogar getrennt für Aufnahme und Wiedergabe – eigene Befehle definieren lassen. Das Antippen zum Fokussieren lässt sich auch mit einer automatischen Auslösung koppeln.

 

IM TEST

Die Panasonic lieferte im Test sehr gute Bilder mit hoher Auflösung und einer überzeugenden Farbgebung. Der Weißabgleich sorgte nur bei sehr hellen Nuancen für eine Abweichung in Richtung gelblicher Töne, ansonsten liefert er eine stimmige Reproduktion der Lichtsituation. Bei sehr hellem Umgebungslicht – etwa Sonnenschein zur Mittagszeit – driftet die­se Darstellung etwas in Richtung einer kühleren, weißlich-blauen Darstellung, was den realen Gegebenheiten entspricht, aber vom Betrachter eigentlich wärmer empfunden wird.

Auch die Darstellung bei hohen ISO-Werten ist für eine Kamera mit dem vergleichsweise kleinen Micro-Four-Thirds-Sensor sehr gut. Bis ISO 3.200 bleiben die Fotos sehr sauber, erst in den höchsten Lichtempfindlichkeitsstufen wird die Kombination aus starker Glättungsfilterung mit Nachschärfung feiner Strukturen sichtbar (siehe oben). Die Gesamtleistung bei Videoaufnahmen ist für eine so kompakte Kamera sehr gut.

Porträt
Hauttöne gibt die neue Panasonic leicht „geschönt“ mit etwas höherem Gelb- und Magentaanteil wieder. Die Schärfe ist hoch und somit reproduziert sie feine Strukturen sehr detailreich. Die Differenzierung in den Rottönen gelingt der GX80 nicht ganz so gut wie anderen Kameras. Die Strukturen sind zwar erkennbar, aber fallen besonders bei vollen Rot-Nuancen etwas kontrastarm aus.
Testaufbau
Die feinen Strukturen der Platine mit metallischen Reflexen setzen das System aus Bildsensor und Panasonic-Bildprozessor nicht unter Druck. Die Darstellung ist sauber und detailreich, auch die hellen Reflexe führen nicht zu Störungen in der Testaufnahme.In hellen Grautönen ist bei Nutzung des automatischen Weißabgleichs eine leichte Farbverschiebung erkennbar. Die Darstellung der Farbnuancen wirkt sehr natürlich, auch die Differenzierung ist insgesamt gut, zeigt aber Schwächen im Rotbereich (siehe oben).
Farbwiedergabe
Beim Weißabgleich zeigt die neue Pana­sonic-Kamera extrem geringe Abweichungen in dunklen und mittelgrauen Neutraltönen, während die ganz hellen Bereich etwas in Richtung Gelb oder Orange driften. Ansonsten zeigt das gesamte Farbspektrum geringfügige Fehler, nur Gelbgrün und Blau sind etwas überbetont. Sie heben damit zwar auch den Durchschnittswert der Gesamtsättigung, doch bleibt diese mit 107,2 Prozent für Systemkameras auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Hauttöne der Panasonic GX80 weisen nur leichte Abweichungen auf, wobei die dunkleren Nuancen dieses Farbbereichs einen etwas erhöhten Magentaanteil erkennen lassen.
Schärfe
Mit 30 Prozent ist der „Overshoot“-Anteil durch nachträgliche Schärfung von Kontrastkanten bei der GX80 sehr hoch. Dadurch erreicht die Kamera ihren sehr guten Auflösungswert von 3.222 von 3.448 Linien in der Bildhöhe.
Rauschen
Bei Standardeinstellungen bietet die Panasonic ISO 200 als niedrigste Lichtempfindlichkeit. In dieser Einstellung erreicht der Dynamikumfang sein Maximum von 10,7 Blendenstufen. Das Farb­rauschen ist dabei sehr gering.
Dynamikumfang
Das „Noise spectrum“ steigt bei ISO 25.600 stark an, wird aber durch Glättungsfilterung in seinem Verlauf weniger auffallend gemacht. Das jedoch reduziert auch die Detailzeichnung und es entsteht der „Impressionisten-Filter“-Effekt in den Bildern.
Vergleich Bildrauschen
Als Micro-Four-Thirds-Kamera ist die GX80 keine echte Nachtspezialistin, schlägt sich im Lichtempfindlichkeits- beziehungsweise Rauschtest aber ganz wacker. Bis ISO 3.200 sind die Fotos sehr sauber, darüber hinaus werden Glättungsfilterung und mehr sichtbar.

Bewertung

Pro: Die Kamera liefert eine sehr gute Gesamtleistung bei Fotos und Videos mit vielen Zusatzfunktio­nen. Für eine Panasonic-MFT-Kamera mit dieser Ausstattung ist der Preis erfreulich niedrig. 

Contra: Gegenüber der GX7 fehlt der praktische Schwenksucher. Durch die möglichst geringe Baugröße sind einige Bedienelemente nur als virtuelle Schalter auf dem LCD verfügbar.

Ergebnisse

Fotoauflösung
Fotoauflösung
Ausstattung
Ausstattung
Testresultate
Im Auflösungstest erreicht die Panasonic mit 3.222 von 3.448 Linien in der Bildhöhe einen extrem hohen Wert, den sie aber auch einer kräftigen Nachhilfe durch ihren Bildprozessor und einer Schärfefilterung verdankt. Die weiteren Testpunkte werden von der GX80 mit guten bis sehr guten Werten absolviert.

Fazit: Foto

Als sehr kompakte Systemkameralösung ist die GX80 ein rundum gelungenes Produkt. Sie bietet viele Einstellmöglichkeiten, Bedien­komfort durch ihren hochauflösenden elektronischen Sucher sowie viele Zusatzfunktionen, zu denen die „4K Photo“-Modi einschließlich der Möglichkeit zum nachträglichen Fokussieren gehören. Mit einem Basispreis von 599 Euro beziehungsweise 799 Euro mit Kit-Objektiv gibt die neue Panasonic GX80 umfangreiche Ausstattung zu günstigen Kosten an die Hand – nicht nur einem Fotografen, sondern auch einem Filmer.

Videotest

Bei einer aktuellen Panasonic-Kamera der G-Serie ist es keine Frage, ob sie auch 4K-Aufnahmen liefern kann. Die GX80 filmt daher auch ganz selbstverständlich mit 3.840 mal 2.160 Pixel und somit „UHD-TV“-Auflösung, umgangssprachlich also auch „4K“. Dabei erreicht sie eine maximale Bildwiederholrate von 30 Aufnahmen pro Sekunde, während sie bei Full-HD bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde liefert – abhängig vom PAL- oder NTSC-Aufnahmemodus. 

Um das 4K-Format zu sichern, greift sie auf eine H.264-Kompression und das MP4-Dateiformat zu. Alternativ kann sie Full-HD auch als das von Camcordern bekannte „AVCHD 2.0“ speichern, wobei dieser Standard die Datenrate auf maximal 28 Megabit pro Sekunde begrenzt.

Durch Einstellung des speziellen Filmmodus auf ihrem Einstellrad kann man im Menü auch manuelle Belichtungsprogramme mit Blenden- oder Zeitvorwahl nutzen. Auch die ISO-Einstellung ist von Hand möglich, erfreulicherweise auch im P-Aufnahmemodus, was viele Konkurrenzkameras verhindern.

Schade ist, dass die Kamera – vermutlich unter anderem aus Platzgründen – auf den Anschluss für ein externes Mikrofon verzichtet, das man ansonsten prima auf dem Blitzschuh montieren könnte. Die Ton­aussteuerung ist in vier Stufen einstellbar. Das ist zwar nicht so gut wie eine manuelle, stufenlose Vorgabe, hilft aber etwa bei der Aufnahme lauter Konzerte schon einmal weiter.

Videofunktionen

  • Max. Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel
  • Max. Frequenz: 30 Bilder/s
  • Videoformat: MP4; AVCHD 2.0
  • Speicher: 1 × SD-/SDHC/SDXC-Karten
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Stabilisator: ja
  • Manuelle Belichtung: ja
  • Manuelle ISO-Einstellung: ja
  • Manueller Tonpegel/Mikrofonanschluss: ja/nein
  • Besonderheit: 4K-Serienbilder als MP4 
  • Internet: www.panasonic.com/de
Auflösung
Mit 1.632 von 2.160 Linien im 4K-Modus und hervorragenden 917 bei 1080p-Auflösung liefert die GX80 sehr scharfe Videoaufnahmen mit hoher Detailzeichnung und sauberer Strukturwiedergabe.
Farbverteilung
Bei der Farbgebung ihrer Videos zeigt die neue Panasonic eine Tendenz in Richtung kühlerer Farbtöne. Diese Verschiebung sorgt auch für eine Überbetonung von Blau, ansonsten sind die Abweichungen gering.
Realbildaufnahmen
Knackig scharf, aber dennoch ohne Aliasing- und Moiré-Probleme – die Panasonic liefert erstklassige 4K-Aufnahmen beim Filmen und in ihren „4K Photo“-Modi.

Fazit: Video

Als „Immer dabei“-Kamera zeigt die GX80 nicht nur bei ihren Fotos bella figura, sondern liefert auch erstklassige Video­aufnahmen. Die manuellen Einstellmöglichkeiten sind für ein solches System sehr gut, allerdings gegenüber den Top-Video-Modellen von Panasonic doch etwas begrenzter, was etwa die Tonaufnahme und Videoformate betrifft.

Panasonic GX80: Gesamtnote

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