Hersteller Sony
Modell RX10 IV
Original Testbilder:
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Sony RX10 IV - Rasender Reporter

Die vierte Version der RX10 beein­druckt durch einen gewaltigen Geschwindigkeitssprung, der rasante Serienbildaufnahmen bei aktivem AF möglich macht.
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 12/2017

Gegenüber den Vorgängerinnen hat sich auf den ersten Blick bei der neuen RX10 IV nichts geändert. Auch die­se Kamera tritt schon allein wegen ihres immensen Zoomobjektivs und den Gehäusemaßen einer kompakten SLR als eine ausgesprochen wuchtige Erscheinung auf den Plan. 

Ähnlich wie die bisherigen Modelle der RX10-Serie lässt auch sie sich schwer in eine Kategorie einordnen. Denn mit ihrem Sensor der Ein-Zoll-Klasse gehört sie zu den „Edelkompakten“. Ihr Megazoom-Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 24 bis 600 Millimetern (Kleinbildentsprechungen) und damit 25-fachem Zoomfaktor sowie viele manuelle Funktionen machen sie zu einer „Bridge-Kamera“. 

Mit ihren extremen Serienbildleistungen sowie dem ebenfalls extrem schnellen Autofokussystem wird sie zu einem Profi-System für anspruchsvolle Fotografen, während sie mit ihren ebenfalls ausgezeichneten 4K-Filmfähigkeiten auch ein anspruchsvoller Camcorder ist. Kurz: die neue Sony RX10 IV ist von allem etwas – und dies nicht „nur ein bisschen“.

Dieses Produkt bei

Sony DSC-RX10M4 Premium Bridge Kamera (20.1 Megapixel, 25-fach optischer Zoom, 4K) 24-600mm F2.4-4 Zeiss Objektiv, 24 Bilder/Sek, 0,03s Autofokus-Speed, schwarz

Neu ab 1890 EUR (21 Artikel)
Gebraucht ab 1284 EUR (3 Artikel)

Bild

Technische Daten

  • Auflösung: 5.472 × 3.648 Pixel, 20 MP
  • Chip-Größe: 13,2 × 8,8 mm
  • Objektiv: 24-600 mm (Kleinbildentsprechung); f2,4-4,0
  • Integrierter Bildstabilisator: ja
  • Verschlusszeiten: Bulb; 30 bis 1/2.000 s (elektronisch: 1/32.000 s)
  • Belichtungsmodi: Vollautomatik; P, S, A und M; Motivprogramme
  • ISO: 100-12.800 (erweitert ab 64)
  • Autofokusfelder: 315 AF-Phasendetektion (25 Kontrastdetektion); einzeln wählbar
  • Sucher: elektronisch mit 2,36 Millionen RGB-Bildpunkten
  • LCD: 7,5 cm; 1,44 Mio. Bildpunkte
  • Preis (UVP): 1.999 Euro
  • Internet: www.sony.de

Aufbau

Design

Trotz ihres massiven Griffwulsts auf der rechten Seite und des großen Objektivs, an dem die linke Hand viel Platz zum Abstützen findet, sowie eines Gewichts von 1.095 Gramm bleibt die Kamera durchaus handlich. Sie wirkt gut ausbalanciert, sodass man ermüdungsfrei arbeiten kann. Gelangt sie vor das Auge, schaltet ein Sensor von LCD-Darstellung auf den elektronischen Sucher um und umgekehrt. Schärfe und Brennweiteneinstellung lassen sich mit griffigen Objektivringen steuern, wobei dies aber indirekt über eine Servoverstellung erfolgt. Beide Parameterräder haben daher keinen Anschlag. Dagegen ist der dritte Ring zur manuellen Einstellung der Blende mit einer deutlich spürbaren Rasterung versehen.

Die motorische Änderung der Brennweite erfolgt stufenlos und sehr weich, sodass man während des Filmens eine Zoomfahrt durchführen kann. Die Verstellgegeschwindigkeit ist über das Menü steuerbar. Beim manuellen Fokussieren helfen die Lupenfunktion und „Focus Peaking“, das scharf eingestellte Kontrastkanten farbig markiert.

 

Turbonachbrenner

„Affenartig“: Mit diesem Begriff lässt sich die Geschwindigkeit der Kamera annähernd charakterisieren, denn sie nimmt bis zu 24 Bilder pro Sekunde auf – pa­ral­lel im Raw- und JPEG-Format. Dank eines riesigen Pufferspeichers sind bis zu 249 Bilder in Folge möglich – also mehr als zehnsekündige Sequenzen in höchster Geschwindkeit, die sich glücklicherweise auch auf niedrigere Werte von zehn oder 3,5 Bildern pro Sekunde bremsen lässt. Wer Kolibris im Flug aufnehmen möchte, kann dies dank der ebenfalls immensen Zeitlupenfähigkeiten der Sony tun: Zwischen 250 und 1.000 Bilder pro Sekunde zeichnet sie als Video-Sequenzen auf, wobei sie die Full-HD-Auflösung in den hohen Frequenzen durch eine Interpolation auf 1.920 mal 1.080 Pixel erreicht. 

Bei allem hält das Autofokussystem locker mit. Es basiert auf Techniken, die bereits im Sony-Flaggschiff A9 und ihrem Vollformatsensor zum Einsatz kamen. Die RX10 IV bietet daher 315 AF-Punkte, die fast 65 Prozent der Bildfläche abdecken und somit die Schärfe nicht nur im Zentrum der Aufnahme ermitteln können. Die Sensoren arbeiten per Phasendetektionsmessung und nutzen damit eine Technik, die aus den speziellen AF-Systemen klassischer Spiegelreflexkameras stammt.

Wer statt Geschwindigkeitsrekorden in seinen Fotos eher andere Effekte sehen will, kann auf Spezialmodi für die Panorama­erstellung oder in Effektmodi wie High- und Low-Key, Pop-Farben, „Altes Foto“ und vieles mehr umschalten.

 

Im Test

Gegenüber seinen Vorgängern hat sich an der optischen Qualität des Objektivs und der Auflösung des Sensors praktisch nichts geändert. Im Test lieferte die RX10 IV daher Auflösungswerte, die nur geringfügig von den Werten der bisherigen Modelle abwichen. Sie setzt mit 3.381 von 3.648 Pixel die Sensorauflösung fast komplett in sichtbare Bilddetails um. Dabei verhilft sie zwar mit digitaler Nachschärfung zu etwas höheren Endergebnissen, aber diese hält sich in Grenzen und fällt in den realen Fotos nicht auf. Bei einer zu starken „Optimierung“ würden hier sonst Doppelkonturen und ähnliche Effekte entstehen, die bei der Sony RX10 IV glücklicherweise nicht entstehen.

Auch die Geschwindigkeitsangaben konnten im Test problemlos nachvollzogen werden. Beeindruckend ist dabei, wie die Markierungen für die Autofokusfelder im elektronischen Sucher selbst bei schnellen Bewegungen oder im Serienbildmodus über das Foto huschen und etwa ein Gesicht bei Porträtaufnahmen im Fokus halten. Die weiteren Ergebnisse zeigen, dass die Kamera ihren – nicht ganz niedrigen – Preis durchaus wert ist.

Porträt
Die Schärfeleistung gibt keinen Grund zur Klage. Die Aufnahmen der Sony RX10 IV überzeugen durch knackige Kontraste und eine sehr gute Darstellung von feinen Strukturen. Der Hautton wird ganz exakt reproduziert.Das Rot wird kräftig und mit leichtem Gelbüberhang dargestellt, auch wenn die durchschnittliche Sättigung der RX10-IV-Bilder dezent ausfällt (siehe Ergebnisgrafik unten). Die Differenzierung in der roten Kleidung ist sehr gut.
Testaufbau
Die Schärfe der Bilder ist sehr gut. Die Aufnahme entstand mit Standardwerten für Farbe, Kontrast und Schärfeeinstellung der Kamera und stellt problemlos die filigranen Strukturen dar. Auch die metallischen Reflexe werden störungfrei von der Sony reproduziert. Kräftige Töne wie das Blau, Grün und Rot sind zwar stark gesättigt, zeigen aber eine sehr gute Differenzierung der Hell-Dunkel-Bereiche. Dadurch treten die Details aller Elemente klar hervor. Der Weißabgleich sorgte auch hier für eine etwas wärmer wirkende Gesamttendenz.
Farbwiedergabe
Mit einer durchschnittlichen Sättigung von 97,9 Prozent sorgt die Sony für eine exakte Farbdarstellung. Nur die kräftigen Grundfarben – speziell das Blau – werden leicht überbetont. Der automatische Weißabgleich bewirkte beim Foto der Farbtesttafel sowie bei weiteren Aufnahmen unter diversen Lichtsituationen im Test (Fotos im Sonnenschein oder im Schatten, Innenaufnahmen mit Glühlampen- oder Neonlicht) für eine treffsichere, sprich: neutrale Farbdarstellung. In der Ergebnisgrafik ist dies an den extrem geringen Ausschlägen der Weiß-, Grau- und Schwarzfelder sichtbar.Das Ergebnis zeigt ebenso wie das Porträtbild oben, dass die Hauttöne sehr realistisch wiedergegeben werden.
Schärfe
Mit 3.381 von 3.648 Linien in der Bildhöhe überzeugt die Kamera mit hoher Schärfe. Der geringe Prozentsatz der „Over-/undershoot“-Funktion zeigt, dass die Kamera nicht einmal besonders stark digital nachhilft.
Rauschen
Erfreulich hoch ist der Dynamikumfang, denn 10,8 Blendenstufen sind für eine Ein-Zoll-Sensor-Kamera sehr gut. Neben der ISO-100-Einstellung bietet die Kamera Werte bis ISO 64, die im Menü als Sondermodi gekennzeichent sind.
Dynamikumfang
Der hohe Dynamikumfang wird bis ISO 1.600 bei über zehn Blendenstufen gehalten. Erst danach bricht er rapide ein. Auch das Rauschverhalten ist bis ISO 3.200 sehr gut und überquert erst dann die 1,0-Prozent-Linie. Danach steigt es steil an.
Vergleich Bildrauschen
Die Sony RX10 IV ist eine für alle Sujets einsetzbare Kamera, die Porträts, Tieraufnahmen oder Landschaftsbilder in hoher Qualität wiedergibt. Die Farbgebung der Bilder ist auch dank des präzisen Weißabgleichs sehr korrekt.

Bewertung

Pro: Rasantes Kameramodell im All-in-One-Design, das neben hoher Bildqualität eine hervorragende AF- und Serienbildleistung bietet. Zudem ist sie mit vielen weiteren Funktionen ausgestattet.

Contra: Der große Brennweitenspielraum bei gleichzeitig recht hoher Lichtstärke erfordert ein voluminöses Objektiv. Auch sonst ist die Kamera massiv gebaut und daher sehr schwer.

Ergebnisse

Fotoauflösung
Fotoauflösung
Ausstattung
Ausstattung
Testresultate
Von den 3.648 Linien in der Bildhöhe, die der 20-Megapixel-Sensor der Sony vorgibt, erreichte die RX10 IV im Test 3.381 und setzt die Linienrastervorlage damit praktisch 1:1 in Bilddetails um. Für eine Ein-Zoll-Sensor-Kamera ist der Dynamikumfang sehr hoch. Das Rauschen wird erst in den höchsten ISO-Stufen deutlich sichtbar.

Fazit: Foto

In Sachen Bildqualität lieferte die Sony RX10 IV keine Überraschungen, denn hier erreicht sie in allen Kriterien vergleichbare Ergebnisse zu ihren direkten Vorgängerinnen. Verblüffen konnte sie die Tester dennoch, denn die AF- und Serienbildgeschwindigkeit ist für eine „Kompaktkamera“ wirklich extrem hoch. Die Bedienung der neuen Sony ist mit vielen großen Funktionsschaltern und -rädern sowie den Objektivringen einfach und komfortabel. Die Servoverstellung von Fokus und Brennweite ist für Fotografen, die sonst mit manuellen Objektiven arbeiten, etwas zu indirekt.

Videotest

Die Sony RX10 IV ist bezüglich der Videoaufnahmen umfangreich ausgestattet. Ihre Filme in 4K-Auflösung nimmt sie mit maximal 30 Bildern pro Sekunde auf, in der PAL-Version sind es 25 Bilder pro Sekunde. Full-HD-Aufnahmen lassen sich mit bis zu 50 Bildern pro Sekunde sichern. Zur Speicherung der Clips bietet sie das Sony-eigene XAVC-S-Format an. Dies ermöglicht sehr hohe Datenraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde, während das nur für Full-HD wählbare AVCHD maximal 24 Megabit pro Sekunde erlaubt und damit eine stärkere Kompression bedeutet.

Neben den normalen Filmmodi besitzt die Sony im HFR-Modus die Möglichkeit zu Zeitlupenaufnahmen mit bis zu 1.000 Bildern pro Sekunde in maximal Full-HD-Auflösung. Hier werden diese Filme in niedrigerer Auflösung erfasst und auf 1080p interpoliert. Damit sind außergewöhnliche Sequenzen speicherbar: So sehen etwa Sportaufnahmen selbst in der niedrigsten HFR-Stufe mit 250 Bildern pro Sekunde durch eine Verlangsamung um Faktor Zehn sehr beeindruckend aus.

Anspruchsvollen Filmern bietet die Sony RX10 IV die Möglichkeit, alle Aufnahmeparameter zur Belichtung oder Schärfe von Hand einzustellen. Neben Belichtungsmodi können auch die ISO-Einstellungen festgelegt und die Tonaufnahme manuell gesteuert werden. Für eine Verbesserung und Kontrolle der Klangqualität besitzt die Sony RX10 IV einen Mikrofoneingang und zusätzlich einen Kopfhörerausgang.

Videofunktionen

  • Max. Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel
  • Max. Frequenz: 30 Vollbilder/s
  • Videoformat: XAVC-S/AVCHD; H.264
  • Speicher: 1 × SD-Karte/MemoryStick
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Stabilisator: ja (optisch); Full-HD zusätzlich elektronisch
  • Manuelle Belichtung: ja
  • Manuelle ISO-Einstellung: ja
  • Manueller Tonpegel/Mikrofonanschluss: ja/ja
  • Internet: www.sony.de
Videoauflösung
Die ISO12233-Tafel gab die Sony RX10 IV im Full-HD-Modus mit 1.004 von 1.080 Linien und bei 4K-Aufzeichnung mit 2.060 von 2.160 Linien in der Bildhöhe wieder. Beides sind exzellente Werte.
Farbverteilung
Die Farbwiedergabe ist auch im Videomodus stimmig. Die Kamera sorgt mit einem treffenden Weißableich dafür, dass die neutralen Grauwerte im Zentrum der Ergebnisgrafik platziert werden.
Realbildaufnahmen
Die maximale Brennweite der RX10 IV entspricht im 4K-Video-Modus durch den 16:9-Beschnitt sogar 630 statt 600 Millimeter und bringt kleine Details groß ins Bild.

Fazit: Video

Mit ihren vielfältigen Einstellmöglichkeiten und etwa der S-Log-Aufzeichnung als „Picture Style“ für hohen Dynamikumfang und viel Spielraum bei der Farbbearbeitung betont die RX10 IV ihre professionellen Ansprüche. Das riesige Zoomobjektiv bietet auch dem Filmer viel Spielraum, wobei nur der optische Bildstabilisator etwas stärker helfen könnte.

Sony RX10 IV: Gesamtnote

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