Hersteller Yi
Modell M1
Original Testbilder:
Kameratest Kompletten Test als Download kaufen kaufen

Yi M1 - Einfaches mit System

Das Konzept ist neu: Eine günstige Kamera mit Bedienung wie ein Smartphone und dennoch den Qualitäten einer Systemlösung mit Wechselobjektiven.
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 09/2017

Die Sensorauflösung der Kamera beträgt 5.184 mal  3.888 Pixel und damit 20 Megapixel. Sie kann die Fotos auch intern interpolieren, um sie als 50-Megapixel-Bilder zu sichern. Ein solcher Schritt lässt sich aber auch in jedem Bildbearbeitungsprogramm durchführen. Sinnvoller ist dagegen die Möglichkeit, Raw-Bilder mit der Yi M1 zu fotografieren. Diese speichert sie als DNG-Dateien, die jedes bessere Bildverarbeitungsprogramm öffnen, optimieren und dann schlussendlich als Standard-Formate in JPEG oder TIFF ausgeben kann.

Fast die gesamte Steuerung der Kamera erfolgt über den LC-Monitor der kleinen Yi, der mit einer Bilddiagonalen von 7,5 Zentimetern und einer Auflösung von 1.040.000 RGB-Bildpunkten Standardwerte für Größe und Pixelwerte bietet. Ergänzt werden die Bedienelemente durch ein Moduswahl- sowie ein Parametereinstellrad auf der Oberseite sowie nur zwei Tasten auf der Rückseite. Zusätzlich besitzt die Yi-Kamera noch einen Auslöser samt Ein-/Ausschalthebel und einen zweiten Aufnahmeknopf, der die Videoaufzeichnung startet – und das war es an Schaltern und Rädchen.

Stattdessen befindet sich auf dem LCD ein virtueller Knopf, der ein Kurzmenü aufruft. Darüber sind Fokusmodus, ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Belichtungsmessbereich (Mehrfeld-, mittenbetonte oder Spotmessung) sowie Bildformat und Bildfolgemodus (Einzelbild, Serienfotos) sofort erreichbar und können mit dem Einstellrad rechts oben festgelegt werden. Das eigentliche Hauptmenü mit weiteren Einstellungen erscheint dagegen auf dem Monitor, wenn man auf dem Touchscreen vom linken Rand nach rechts in die Mitte wischt. Es besteht aus vielen Icons, die per Fingertipp aktiviert werden.

Durch Wischbewegungen nach unten erreicht man alle Vorgaben des Menüs, die untereinander auf insgesamt drei Bildschirmseiten zu finden sind. 

Nutzt man manuelle Belichtungsprogramme, tippt man die Schaltfläche für den jeweiligen Parameter an – etwa die Verschlusszeit – und bedient dann das Einstellrad auf der Oberseite, um sie zu verstellen. Mit Belichtungszeiten zwischen 60 und 1/4.000 Sekunde sowie einem Bulb-Modus bietet die Yi M1 übrigens deutlich mehr Gestaltungsspielraum als viele Kompaktkameras.

Dieses Produkt bei

YI Technology M1 95017 Mirrorless Digitalkamera (20 MP, 4K, Wechselobjektiv 12-40mm, F3,5-5,6 Objektiv) schwarz

Neu ab 327.34 EUR (1 Artikel)
Gebraucht ab 306.93 EUR (1 Artikel)

Bild

Technische Daten

  • Auflösung: 5.184 × 3.888 Pixel, 20 MP
  • Chip-Größe: 17,3 × 13 mm (MFT-Format)
  • Objektiv: 24-80 mm (KB-Entsprechung); f3,5-5,6
  • Integrierter Bildstabilisator: nein; abhängig vom Objektiv
  • Verschlusszeiten: Bulb; 60 bis 1/4.000 s
  • Belichtungsmodi: Vollautomatik; P, S, A und M; Szenenmodi
  • ISO: 200-25.600 (erweitert ab 
  • ISO 100)
  • Autofokusfelder: 81 AF-Bereiche
  • Sucher: –
  • LCD: 7,5 cm; 1,04 Mio. Bildpunkte
  • Preis (UVP): 369 Euro (mit Objektiv)
  • Internet: www.yitechnology.com

Aufbau

Hilfen für alle

Die Kamera bietet einen Szene-Modus an, der die üblichen Standardmotive wie „Landschaft“, „Porträt“, „Feuerwerk“, „Porträt bei Nacht“ und ähnliches abdeckt. Alle Programme sind wählbar, wenn die Kamera per Moduswahlrad auf die Motivprogramme umgeschaltet wird. Steht das Modusrad zum Beispiel auf der P-Einstellung, erreicht man durch eine Wischbewegung nach links auf dem Monitor eine gekürzte Auswahl etwa mit Schwarz-Weiß-Modi.

Daneben gibt die Kamera weitere Hilfestellungen. Sie blendet etwa für Porträtaufnahmen abstrahierte Konturen von Personen halbtransparent über das Sucherbild ein, damit man einen passenden Bildausschnitt festlegen kann. Ärgerlicherweise funktionieren nicht alle „Gestaltungsvorlagen“ mit den beiden bisher verfügbaren Yi-Objektiven, die größere Anzahl ist für das 42,5-Millimeter-Objektiv vorgesehen. 

Die App für das Smartphone, mit dem sich die Kamera steuern lässt, gibt viele Gestaltungstipps für Fotos, die mit Beispielbildern illustriert sind und kurz das Wichtigste zum jeweiligen Bildaufbau beschreiben.

 

Ohne Blitz

Leider besitzt die Kamera keinen eingebauten Mini-Klappblitz oder eine starke LED, wie sie bei Smartphones als Blitz­ersatz zum Einsatz kommt. Sie ist aber mit einem Blitzschuh ausgerüstet, um externe Geräte nutzen zu können, die Yi Technology selbst nicht anbietet. Im Zubehörangebot des Herstellers finden sich lediglich ein externes Ladegerät und Ersatzakkus. In der Basisausstattung wird der Lithium-Ionen-Akku der Yi M1 auf zwei Wegen mit Energie versorgt: über ein mit dem PC verbundenes USB-Kabel oder über den USB-Ladestecker, der zum Lieferumfang der Kamera gehört.

Neben den Modi für Einzel- und Serienbildern beherrscht die Kamera Intervallaufnahmen. Sie speichert nur keine Einzelbilder, sondern setzt diese Fotos direkt in ein Zeitraffervideo mit Auflösungsstufen bis maximal 4K als MP4-Datei um.

 

Außenwelt

Um Bilder und Filme zu speichern, verfügt  die Kamera über einen Kartenschacht für SD/SDHC/SDXC-Karten. Laut Hersteller ist sie kompatibel zu Medien mit einer Speicherkapazität von 512 Gigabyte. Mit den im Test verwendeten und bis 128 Gigabyte großen Karten etwa von SanDisk kam sie problemlos zurecht. Um Bilder auf den Rechner zu übertragen – und den Akku aufzuladen – besitzt die Kamera einen USB-2.0-Anschluss. Auch eine HDMI-Schnittstelle ist vorhanden, mit dem die Yi M1 Fotos und Videos auf Fernsehern zeigt. 

Drahtlos nimmt die Kamera über Bluetooth Verbindung zum Smartphone oder Tablet-PC auf. Zusätzlich arbeitet sie mit einer WLAN-Verbindung, etwa wenn die App als Fernsteuerung mit Live-Sucherbild auf dem Mobilgerät genutzt werden soll. Die Fernsteuer-Software erlaubt die Einstellungen aller Belichtungsparameter, wenn die Kamera auf entsprechende Modi wie S, A und M umgeschaltet wurde. Überraschend ist nur, dass bei Aktivierung der Fernsteuer-App die Raw-Aufzeichnung abgeschaltet und daher nur per JPEG gesichert wird. 

Porträt
Mit ihren 20 Megapixel liefert die Yi M1 Bilddateien, die sich auch als DIN-A3-Abzug ausgeben lassen. Die Fotos wirken mitunter etwas weicher als die von Kameras mit APS-C- oder größerem Sensor, bleiben aber detailreich.Die Strukturen der Haare und der roten Kleidung werden sauber reproduziert. Auffallende Bildfehler wie Aliasing-Effekte oder farbig schillernde Moirés sind in den Testfotos nicht erkennbar.
Testaufbau
Auf den metallischen Strukturen im Bild ist die leichte Überschärfung der Kontrastkanten zu sehen. Auch die kräftigen Lichtreflexe und damit „Spitzlichter“ im Bild bringen die Yi-Kamera nicht aus der Ruhe, sondern werden sauber im Foto reproduziert.Eine gute Farbwiedergabe mit eher vorsichtig gesättigten Töne zeichnet die Bilder der Yi M1 aus. Die Farbnuancen werden treffend wiedergegeben. Die Differenzierung ist insgesamt gut, könnte im Bereich der Rottöne aber noch etwas besser sein.
Farbwiedergabe
Die sehr vorsichtige Farbsättigung durch die Yi M1 ist auch in der Ergebnisgrafik und Analyse der Testtafel erkennbar. Die Abweichungen sind insgesamt gering und entstehen hauptsächlich durch diese Untersättigung. Der automatische Weißabgleich der Kamera macht seine Sache gut, die Farbtemperatur der Testbeleuchtungsanlage wird somit gut getroffen. Die Abweichungen der Graubalken sind auf eine leichte Unterbelichtung zurückzuführen, die alle Grautöne minimal zu dunkel wiedergibt (um etwa 1/3 Blendenstufe).Die Hauttöne trifft die Kamera insgesamt sehr gut, nur ist auch hier eine ausgesprochen vorsichtige Sättigung der Grund für kleinere Abweichungsbalken.
Schärfe
Ihre hohe Detailwiedergabe von 3.384 von 3.888 Linien in der Bildhöhe erreicht die Yi M1 auch durch Einsatz einer recht knackigen Schärfefilterung. Die Schwarz-Weiß-Konturen des Testbilds werden dadurch überbetont.
Rauschen
Mit einem Dynamikumfang von 10,3 Blendenstufen erreicht die kleine Kamera einen sehr guten Maximalwert bei ISO 200. In höheren ISO-Stufen rutscht der Kontrastumfang dann schnell auf acht bis neun Blendenstufen ab.
Dynamikumfang
Der Rauschfaktor von 0,91 bei ISO 25.600 ist gering. Er wird allerdings auch durch eine starke Anti-Rausch-Glättung durch den Bildprozessor erreicht. Dadurch werden Details im Foto reduziert, was auf den Beispielfotos auf der nächsten Seite sichtbar ist.
Vergleich Bildrauschen
Das Foto entstand bei ISO 200 und mit manuellen Belichtungseinstellungen. Farbgebung und Schärfe der Aufnahme sind sehr gut, die feinen Details wie die Adern in den grünen Blättern sind deutlich sichtbar.

Bewertung

Pro: Gelungenes Konzept für Einsteiger und Gelegenheitsfotografen, die trotz einfachster Bedienung eine Systemkameras wünschen. Die Flexibilität durch Wechselobjektive ist ihr dickster Pluspunkt.

Contra: In der Darstellung der Bilder kommt die Yi M1 nicht an aktuelle MFT-Kameras anderer Hersteller heran. Auch einige Details stören, zu denen etwa der fehlende Blitz gehört.

Ergebnisse

Fotoauflösung
Fotoauflösung
Ausstattung
Ausstattung
Testresultate
Die ISO-100-Einstellung der Kamera ist im Menü als „erweiterter“ Modus gekennzeichnet, sodass sie nicht im Test berücksichtigt wurde. Die Ergebnisse der Yi M1 liegen insgesamt auf einem recht guten Niveau, bleiben aber sowohl bei Auflösung als auch Farbe und Kontrast­umfang etwas unter den Möglichkeiten des Micro-Four-Thirds-System.

Fazit: Foto

Mit der Yi M1 erhält man eine Kamera, deren Bedienung sich an Foto-Apps von Smartphones orientiert und die auch wenig mehr Möglichkeiten als Kompaktkameras besitzt. Diese kombiniert sie aber mit der Bildqualität einer Micro-Four-Thirds-Kamera, bei der vor allen Dingen der gegenüber Smartphones größere Bildsensor seine Stärken ausspielt. Das ist ein ungewöhnliches Konzept, das seine Freunde finden kann, auch wenn Bildqualität, Autofokus und Zusatzfunktionen nicht ganz mit den teils extremen Leistungen der aktuellen spiegellosen Systemkameras mithalten.

Videotest

Wie alle anderen modernen Micro-Four-Thirds-Kameras kann auch die Yi M1 Filme in 4K-Auflösung mit 3.840 mal 2.160 Pixel speichern. Auch kleinere Videomodi etwa mit Full-HD-Auflösung stehen bereit. Mit dem „2K“-Modus mit 2.048 mal 1.536 bietet sie dagegen ein eher exotisches Zwischenformat. Bei den Aufnahmefrequenzen zeigt sie sich etwas einseitig, denn sie bietet keine PAL-kompatiblen Modi an, sondern filmt 4K mit 30 Bildern und erlaubt bei Full-HD immerhin 60 Aufnahmen pro Sekunde. 

Gespeichert werden ihre Filme genauso wie die Fotos auf SD-Karten. Als Dateiformat kommt MP4 mit einer H.264-Komprimierung zum Einsatz – das modernere und speziell für 4K entwickelte H.265 kennt sie nicht, denn dazu müsste ihr Bildprozessor für die Encodierung noch deutlich mehr Dampf besitzen. 

Die Aufnahme der Videos erfolgt einfach, indem man den mit rotem Punkt versehenen Zusatzauslöser drückt, der sich in der Mitte des Moduswahlrads auf der Kameraoberseite befindet. Danach erfolgt grundsätzlich alles automatisch, denn eine manuelle Belichtungseinstellung ist für Videos leider nicht vorgesehen. Auch eine Veränderung der ISO-Einstellung ist nicht möglich, sondern die Lichtempfindlichkeit wird grundsätzlich von der Kamera vorgegeben. Nur die EV-Einstellung zur globalen Korrektur der Helligkeit um plus/minus fünf Belichtungsstufen hat Auswirkungen auf die Filmaufnahmen.

Videofunktionen

  • Max. Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel
  • Max. Frequenz: 30 Vollbilder/s
  • Videoformat: MP4; H.264
  • Speicher: 1 × SD/SDHC/SDXC-Karten
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Stabilisator: elektronisch bei Video
  • Manuelle Belichtung: nein
  • Manuelle ISO-Einstellung: nein
  • Manueller Tonpegel/Mikrofonanschluss: nein/nein
  • Besonderheit: 4K-Filme und -Zeitraffer
  • Internet: www.yitechnology.com
Videoauflösung
Motive mit harten Kontrastkanten schärft die Kamera auch bei ihrer Videoaufzeichnung sehr deutlich. Full-HD reproduziert sie mit 888 von 1.080, 4K mit 1.747 von 2.160 Linien in der Bildhöhe.
Farbverteilung
Die Farben der Yi M1 zeigen sich bei der Videoaufzeichnung ähnlich wie im Fotomodus. Der Weißabgleich ist treffsicher, die Abweichungen der Farben ergeben sich durch eine leichte Untersättigung.
Realbildaufnahmen
Die Videos der Yi M1 wirken etwas weicher als die Ergebnisse von vergleichbaren Kameras mit Micro-Four-Thirds-System.

Fazit: Video

Die Farbdarstellung der Yi M1 überzeugt auch im Video­modus, an die Auflösung beziehungsweise die Detailwiedergabe sowohl bei 1.080p als auch 4K muss man kleine Abstriche machen. Das größte Manko der Kamera ist sicherlich die fehlende Möglichkeit, bei Videoaufnahmen manuelle Belichtungsvorgaben machen zu können.

Yi M1: Gesamtnote

Bild