Hersteller Canon
Modell G1 X Mark III
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Canon G1 X Mark III - Zwerg mit Groß-Sensor

Klein, aber oho! Die Kompaktkamera „Canon G1 X Mark III“ nutzt den Aufnahmesensor und das Autofokussystem der SLR-Klasse. Die Bildqualität fällt entsprechend hoch aus.
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 4/2018

Seit Jahren ist Canon mit den Edel-Kompakten der G1-X-Serie sehr erfolgreich. Sie kombinieren die Leistungsfähigkeit von hochwertigen Kameras mit der einfachen Bedienung und den kleinen Ausmaßen der klassischen Kompaktmodelle. Die neue „Canon PowerShot G1 X Mark III“ (im Folgenden: Canon G1X III) setzt da noch einen obendrauf. Erstmals bietet sie nämlich einen Bildsensor im APS-C-Format, wie er auch bei den Einsteiger- und Mittelklasse-SLRs des Herstellers zum Einsatz kommt. Die bisherigen G1-X-Modelle waren mit etwas ungewöhnlichen Bildsensoren im 1,5-Zoll-Format (etwa 18,7 mal 14 Millimeter) ausgerüstet und lieferten 13 beziehungsweise 14 Megapixel. Mit dem Sprung auf das Canon-Format eines APS-C-Sensors und den Maßen 22,3 mal 14,9 Millimetern wurde die Bildauflösung der Mark-III-Version auf 24 Megapixel gesteigert. 

Das hat leider auch einen ganz gewaltigen Preissprung zur Folge: Während die direkte Vorgängerin G1 X II für einen Straßenpreis von etwa 530 Euro zu haben ist, beträgt die unverbindliche Preisempfehlung der neuen Canon G1 X III satte 1.199 Euro und hat sich im Handel derzeit bei etwa 1.000 Euro eingependelt.

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Canon PowerShot G1X Mark III Digitalkamera 24,2 Megapixel APS-C-SENSOR, Dual Pixel CMOS AF schwarz

Neu ab 1127.95 EUR (2 Artikel)
Gebraucht ab 901.88 EUR (2 Artikel)

Bild

Technische Daten

  • Auflösung: 6.000 × 4.000 Pixel, 24 MP
  • Chip-Größe: 22,3 × 14,9 mm (APS-C-Format)
  • Objektiv: 24-72 mm (KB-Entsprechung); f2,8-5,6
  • Integrierter Bildstabilisator: ja
  • Verschlusszeiten: Bulb; 30 bis 1/2.000 s
  • Belichtungsmodi: Vollautomatik; P, S, A und M; Motivprogramme
  • ISO: 100-25.600
  • Autofokusfelder: 49 AF-Felder; einzeln wählbar
  • Sucher: elektronisch mit 2,36 Millionen RGB-Bildpunkten
  • LCD: 7,5 cm; 1,04 Mio. Bildpunkte
  • Preis (UVP): 1.199 Euro
  • Internet: www.canon.de

Aufbau

Optik

Während der Sensor größer wurde, sank der Zoomfaktor der G1 X III auf einen dreifachen Wert und auf Kleinbildbrennweiten von 24 bis 72 Millimetern. Die Vorgängerin hatte mit ihren 24 bis 120 Millimetern noch fünffachen Vergrößerungsfaktor sowie mit f2,0 bis f3,9 auch eine etwas höhere Lichtstärke als die G1 X III geboten, die mit f2,8 bis f5,6 arbeitet. Auch im Vergleich mit einem typischen 24- bis 70-Millimeter-Objektiv bei SLRs mit APS-C-Sensor, die in hochwertigen Versionen durchgängig f2,8 bieten, ist das ein kleines Manko. Im Test überzeugte das neue Objektiv jedoch mit seiner hohen Bildqualität. Es trägt maßgeblich zum guten Auflösungsverhalten der Kamera bei Fotos bei. Zudem zeigt es eine nur sehr geringe Verzeichnung von 0,186 Prozent, die auch eine Folge der digitalen Korrektur der Fotos durch den Bildprozessor der Canon ist.

Das Objektiv ist mit einem optischen Bildstabilisator ausgerüstet, der längere Verschlusszeiten aus der freien Hand ermöglicht, die vier Belichtungsstufen entsprechen. Bei Videoaufnahmen kommt eine elektronisch erweiterte Variante des Stabilisators zum Einsatz, die unter der Bezeichnung „Advanced Dynamic IS“ einen Ausgleich über fünf Achsen erlaubt.

Der große Ring am Objektiv der kleinen Canon dient zur elektronischen Zoomverstellung, was durch die indirekte Servo-Unterstützung jedoch eher ruckelig und in Stufen erfolgt. Die Verwendung der Zoomwippe direkt am Auslöser wirkt deutlich komfortabler, auch wenn sie die Zoomverstellung relativ langsam durchführt.

Die kleine Canon ist mit einem winzigen Klappblitz ausgerüstet, dessen Leistung jedoch nur für die Ausleuchtung von Porträts in Gegenlichtsituationen und im direkten Nahbereich vor der Kamera aus­reicht. Sie kann aber per Blitzschuh mit externen Geräten oder mit Funkfernauslösern zusammenarbeiten. Dabei unterstützt sie erfreulicherweise auch Canons E-TTL-Messung sowie viele zusätzliche Einstellungen wie eine Synchronisation auf den zweiten Verschlussvorhang.

 

Bedienung

Die Kamera nutzt einen elektronischen Sucher, der mit 2,36 Millionen RGB-Bildpunkten fein auflöst und eine 100-prozentige Bildfeldabdeckung bietet. Mit einem Vergrößerungsfaktor von etwa 0,6 (umgerechnet ins Kleinbildformat) fällt er jedoch ziemlich klein aus, was etwa das manuelle Fokussieren erschwert. Denn trotz Sucherlupe und „Focus Peaking“ ist das dargestellte Bild zu winzig. 

Überhaupt ist bei der Kamera konzeptbedingt einiges kleiner und „fummeliger“ als an einer APS-C-Systemkamera. Das gilt sowohl für die Einstellräder an der Front- und der Rückseite als auch das Steuerfeld mit den vier Richtungstasten, das von dem Rückseiteneinstellrad umschlossen wird. Dass man die Kamera dennoch recht sicher in der Hand halten kann, verdankt die neue Canon dem kleinen Griff an der Frontseite und dem Daumenwulst hinten.

Die automatische Fokussierung wird von einem „Dual Pixel CMOS AF“-System übernommen, wie man es aus den Canon-SLRs kennt. 49 AF-Felder können von der Automatik oder auch manuell gewählt werden. Im Test sorgte die kleine G1-X-III-Kamera für eine extrem schnelle Scharfstellung, die man in dieser Form nicht von Kompaktmodellen erwartet.

Für die Korrektur der automatischen Belichtung um plus/minus drei Blendenstufen besitzt die kleine Canon praktischerweise ein eigenes Drehrad auf der Oberseite. „Program Shift“-Funktionen sind über die anderen Einstellräder möglich. Natürlich bietet die G1 X III auch manuelle Belichtungsmodi, Zeit- oder Blendenpriorität sowie motivabhängige Einstellungen wie etwa „Nachtaufnahme“, „Porträt“, „Landschaft“ und mehr. Letztere werden über die „SCN“-Einstellung auf dem Moduswahlrad im Menü der Kamera gewählt.   

Praktisch ist der dreh- und schwenkbare Monitor auf der Rückseite, der eine Bilddiagonale von 7,5 Zentimetern besitzt und Fotos sowie Menüs mit 1,04 Millionen RGB-Bildpunkten wiedergibt. Er ist berührungsempfindlich und eine Helligkeit ist in fünf Stufen vom Anwender einstellbar. Auch in sonniger Umgebung lässt er sich noch relativ gut ablesen.

Porträt
Die Canon G1 X Mark III kann knackig-scharfe Bilder mit einer hohen Detailwiedergabe produzieren. Im FOTO HITS-Beispiel sind die einzelnen Wimpern im Auge des Models deutlich erkennbar.Das extreme Rot der Kleidung ist zu leuchtend und könnte etwas besser differenziert werden. Die Stoffstruktur erscheint daher zu „matschig“ und ist weniger klar erkennbar als in Bildern vieler Konkurrenzkameras.
Testaufbau
Die hohe Detailwiedergabe ist auch an schwierigen Elementen im Standardtestfoto erkennbar. Die feinen Elemente des Metallsiebs und die der Platine werden sauber und klar wiedergegeben. Auch die Struktur des Hintergrunds wird im Beispielfoto deutlich sichtbar.Die Canon produziert realistisch wirkende Farben. In diesem Bild ist die Belichtung per Automatik eine Spur zu niedrig. Die Differenzierung der kräftigen Rottöne fällt hier besser aus als im Porträtfoto, bei dem diese Nuancen überstrahlen (siehe oben).
Farbwiedergabe
Der Weißabgleich der Canon-Kamera liefert sehr neutrale Farben. Die leichte Abweichung bei den ganz weißen Farbflächen ist durch eine etwas zu niedrige Belichtungseinstellung durch die Programmautomatik erklärbar. Insgesamt ist die Sättigung mit 99,3 Prozent fast perfekt, subjektiv sind die Farben damit schon fast zu blass. Das Porträt oben und das Standardtestbild rechts zeigen aber, dass die Kamera abhängig vom Motiv bei der Farbgebung auch etwas kräftiger zu Werke gehen kann. Erfreulich ist die sehr realistische und treffende Wiedergabe sowohl von hellen als auch dunklen Hauttönen. Eine kräftigere Sättigung der Gelb- und Grünnuancen führt zu Abweichungen.
Schärfe
Mit 3.719 von 4.000 Linien in der Bildhöhe setzt die Canon-Kamera die nominelle Auflösung sehr gut in viele Bilddetails um. Die „Edge Profile“-Kurve mit ihrer starken Kontrastanhebung zeigt aber, dass kräftig nachgeschärft wird.
Rauschen
Traditionell ist das Rauschniveau der Canon-Kameras bereits bei ISO 100 etwas höher als bei der Konkurrenz – im Fall der Canon G1 X III sind es 0,86 Prozent. Subjektiv sind in den Bildern fast keine Rauschartefakte sichtbar.
Dynamikumfang
Bei ISO 25.600 steigt der Rauschpegel nur unwesentlich auf 1,52 Prozent an. Das hohe und relativ glatte „Noise spectrum“ zeigt, dass die Kamera dies durch eine starke Gegenfilterung erreicht, die zu sichtbarem Bilddetailverlust (siehe nächste Seite) führt.
Vergleich Bildrauschen
Die Kamera liefert in der Grundeinstellung mit einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 saubere Bilder mit einem minimalen Rauschen in homogen gefärbten Flächen. Die Detailwiedergabe ist sehr gut.

Bewertung

Pro: Die Canon G1 X III ist eine ultrakompakte Kamera mit einer überraschend hohen Bildqualität, die sie in erster Linie ihrem großen Bildsensor und dem sehr guten Objektiv verdient.

Contra: Der Sucher der Kamera fällt ähnlich wie viele Bedienelemente etwas zu klein aus. Der Preis der Canon – für den man auch eine SLR in gleicher Auflösungsklasse bekommt – ist abschreckend.

Ergebnisse

Fotoauflösung
Fotoauflösung
Ausstattung
Ausstattung
Testresultate
Die Canon liefert eine hohe Bildauflösung. Der Dynamikumfang ist ebenfalls sehr hoch und liegt auf dem Niveau von Einsteiger-SLRs mit APS-C-Sensor. Das Rauschen hält die Kamera mit einer kräftigen Glättungsfilterung in Grenzen. Die Farbsättigung bei der Aufnahme der Testtafel erreicht fast exakt den Idealwert von 100 Prozent.

Fazit: Foto

Klein, leistungsstark – und ganz schön teuer. Die Canon G1 X Mark III ist eine Kamera für die Jackentasche, die mit SLR-Technik eine hohe Bildqualität liefert und mit vielen Einstellmöglichkeiten, Szenenprogrammen und Effekten ein kreatives Arbeiten erlaubt. Statt einer großen Ausrüstung im Fotokoffer reicht das kompakte Modell mit seinem fest eingebauten Zoomobjektiv für sehr viele und sogar anspruchsvolle Aufgaben aus. Einschränkungen bei der Arbeit mit ihr sind durch den kleinen, allerdings hochauflösenden Sucher und viele ebenfalls kompakte Bedienelemente zu machen.

Videotest

Canon hält sich in Sachen 4K-Video eher bedeckt. Einfache SLRs oder auch die G1 X III müssen daher noch immer mit Full-HD-Aufzeichnung auskommen. Die neue Canon liefert daher wie üblich Filme mit einer Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixel, die sie in Apples MOV-Format und mit H.264-Komprimierung auf die Speicherkarte schreibt. Pluspunkt der Full-HD-Aufzeichnung: Sie ist – abhängig vom gewählten TV-Format NTSC oder PAL – mit 60 oder 50 Bildern pro Sekunde möglich. Ein Zusatzauslöser startet die Videoaufnahme. 

Manuelle Einstellungen sind möglich, aber bleiben auf den M-Modus beschränkt – eine Blenden- oder Zeitvorwahl ist demnach beim Filmen nicht nutzbar. Auch die ISO-Einstellung lässt sich vom Fotografen nur für diesen M-Modus, nicht aber für die Programmautomatik von Hand festlegen. Die manuelle Filmaufnahme muss über das Moduswahlrad aktiviert werden.

Die Canon-Kamera besitzt einen digitalen ND-Filter, um damit das Bild abzudunklen und auch bei hellem Umgebungslicht mit großer Blendenöffnung zu arbeiten. So kann man Freistelleffekte durch das Spiel mit Schärfe und Unschärfe erzeugen. Der ND-Filter ist auch für fotografische Aufnahmen nutzbar. 

Die Tonaufnahme erlaubt die Kamera nur über ihre internen Mikrofone. Auch eine Einstellung des Tonpegels ist nicht möglich, lediglich eine Dämpfungsfunktion für Windgeräusche lässt sich zuschalten.

Videofunktionen

  • Max. Auflösung: 1.920 × 1.080 Pixel
  • Max. Frequenz: 60 Vollbilder/s
  • Videoformat: MOV; H.264
  • Speicher: 1 × SD-Karte
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Stabilisator: ja; elektronisch
  • Manuelle Belichtung: ja
  • Manuelle ISO-Einstellung: ja (M)
  • Manueller Tonpegel/Mikrofonanschluss: nein/nein
  • Internet: www.canon.de
Videoauflösung
Mit 946 von 1.080 Linien in der Bildhöhe kommt die Canon schon recht nah an die theoretisch maximal mögliche Auflösung heran. Sehr harte Kontrastlinien wirken wie bei ihren Fotos künstlich überbetont.
Farbverteilung
Wie im Fotomodus liefert die Canon-Kamera auch bei Videos eine praktisch perfekte Weißabgleichseinstellung. Die Abweichungen der Farben sind insgesamt sehr gering.
Realbildaufnahmen
Die Kamera bietet Full-HD-Auflösung an. Die Testszenen zeigen insgesamt etwas weiche Bilder, in denen Kontrastkanten betont werden.

Fazit: Video

Auf Seiten der Videoaufnahme bietet die Canon G1 X III lediglich Hausmannskost – die ist aber deftig. Ihre Full-HD-Videos wirken durch die Nachschärfung etwas künstlich, insgesamt ist die Auflösungsleistung aber gut. Manuelle Einstellmöglichkeiten sind vorhanden, stehen jedoch leider nur in einem eng begrenzten Rahmen zur Wahl.

Canon G1 X Mark III: Gesamtnote

Bild