Hersteller Canon
Modell SX740 HS
Original Testbilder:
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Canon SX740 HS - Für Reisende und Tele-Fans

Die Telereserve in der Jackentasche: Canon bietet mit der PowerShot SX740 HS eine Kamera mit 40-fach-Zoom für Urlauber an – aber nicht nur für die.
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 11/2018

Nach nur etwas mehr als einem Jahr Laufzeit der Canon SX730 HS hat der Hersteller bereits die Nachfolgerin SX740 HS vorgestellt. Auch die neue Kamera arbeitet mit einem 20-Megapixel-Sensor, der digitale Fotos mit 5.184 mal 3.888 Pixel erzeugt. Diese werden von einem 1/2,33-Zoll-CMOS-BSI-Sensor erfasst, der die Daten an einen Canon-DIGIC-8-Bildprozessor übergibt. Mit dem Umstieg auf den neuen Prozessor ist schon die wichtigste Neuerung genannt, denn die Vorgängerin arbeitete noch mit dem DIGIC-6-System. Der neue Bildprozessor bietet nicht nur eine verbesserte und schnellere Aufbereitung der Daten. Zudem erweitert er die ISO-Lichtempfindlichkeit nach unten auf eine ISO-80-Einstellung, was bei sommerlichen Fotos im grellen Sonnenschein hilfreich sein kann – und dafür ist die Kompakt-Canon als Urlaubskamera ja auch konzipiert.
Das auffallendste Merkmal der SX740 HS ist natürlich ihr extrem starkes Zoomobjektiv. Die Kamera passt zwar im ausgeschalteten Zustand in die Jackentasche, fährt aber nach ihrer Aktivierung ihre üppig dimensionierte Optik aus, deren Brennweite von 24 bis 960 Millimetern einstellbar ist. Mit diesem 40-fachen Zoomfaktor ermöglicht sie also raumgreifende Weitwinkelfotos und Detailaufnahmen ferner Motive. Zudem bietet sie damit deutlich mehr Spielraum, als er üblicherweise SLR-Fotografen zur Verfügung steht.
Die Kamera wird mit einem Akku-Ladegerät und einem sehr flachen und kompakten Lithium-Ionen-Akku geliefert, der laut Canon für etwa 270 Bilder pro Ladung ausreicht. Diese Angabe konnte im Test problemlos nachvollzogen werden.
Dem Lieferumfang mangelt es leider an einem USB-Kabel für die Datenübertragung zum PC. Folglich muss man etwa das Ladekabel eines Smartphones dafür zweckentfremden.

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Canon PowerShot SX740 HS Schwarz

Neu ab 375 EUR (8 Artikel)
Gebraucht ab 2100 EUR (1 Artikel)

Technische Daten

  • Max. Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel
  • Max. Frequenz: 25/30 Vollbilder/s
  • Videoformat: MP4; H.264
  • Speicher: 1 × SD/SDHC/SDXC-Karten
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Stabilisator: optisch und digital
  • Manuelle Belichtung: nein
  • Manuelle ISO-Einstellung: nein
  • Manueller Tonpegel/Mikrofonanschluss: nein/nein
  • Besonderheit: Videoschnappschuss
  • Internet: www.canon.de

    Aufbau

    Steuerhilfen

    Die Bedienung der kleinen Kompaktkamera ist simpel und entspricht den üblichen Canon-Standards. Ein Druck auf die OK/SET-Taste in der Mitte des Steuerfelds bietet ein Quick-Menü an, das am Rand des Monitors erscheint und Zugriff etwa auf die Autofokus-Methode bietet.
    Mit dem Steuerfeld beziehungsweise dem Einstellrädchen, das es umgibt, sind die entsprechenden Funktionen dann flott erreicht. So kann man etwa beim genannten Autofokus die Varianten Gesichtserkennung und Bewegungsverfolgung, ausschließlich Bewegungsverfolgung oder eine Fokussierung allein auf das Bildzen­trum wählen. Ähnlich schnell lässt sich über das Quick-Menü und die Betriebsart zwischen Einzelbildaufnahme, zwei verschiedenen Serienbildgeschwindigkeiten, Selbstauslöser und mehr wählen. Um noch deutlich mehr Vorgaben im Hauptmenü zu erreichen, steht rechts unten auf der Rückseite eine entsprechende „MENU“-Taste zur Verfügung.

    In der Praxis

    Grundsätzlich bietet die Kamera recht viele manuelle Einstellmöglichkeiten. Die vier klassischen Belichtungsprogramme P, Tv (Zeitvorwahl), Av (Blendenvorwahl) und M wie „Manuell“ gehören natürlich dazu. Erstaunlich angesichts dieser Steuermöglichkeiten für den Fotografen bleibt nur, dass sie leider keine Raw-Aufnahmen unterstützt, mit denen der SX740-HS-Anwender noch mehr Reserven für Optimierungen seiner Bilder erhalten würde. Stattdessen kann er nur zwei Qualitätsstufen für die JPEGs wählen.
    Durch Beschnitt – und daher mit einer Auflösungsreduzierung verbunden – sind verschiedene Bildformate möglich: Dazu gehören 4:3 (natives Format des Bildsensors), 3:2 wie bei Kleinbildkameras, 16:9 entsprechend dem Videobreitbild und 1:1, was an Aufnahmen von Mittelformatkameras erinnert.
    Auch eine manuelle Fokussierung bietet die SX740 HS an. Die Einstellung erfolgt leider nicht mittels Objektivring, sondern über das Steuerrädchen beziehungsweise die Hoch-/Runter-Tasten auf der Rückseite, was nicht sonderlich komfortabel, aber bei Modellen dieser Kameraklasse durchaus üblich ist. Eine auf dem LC-Display eingeblendete Entfernungsskala und erfreulicherweise auch „Focus Peaking“ helfen bei der Feinjustierung.
    Neben den klassischen Belichtungsprogrammen besitzt die neue Canon auch motivabhängige Programme. Auf ihrem Modusrad bietet sie mit den drei Einstellungen „Speisen“, „Unscharfer Hintergrund (Porträts)“ und „Sport“ schon einmal die wichtigsten an. In der „SCN“-Einstellung des Rads sind dann über das Menü elf weitere Einstellungen auch für etwas exotischere Aufnahmesituationen aktivierbar. Übrigens: Klappt man den Monitor in die Senkrechtposition für Selfies ganz nach oben, schaltet das Gerät automatisch in den Porträt-Modus und aktiviert auch gleich noch die Gesichtserkennung für den Autofokus.
    Die Kamera ist mit Wi-Fi-Funktionalität ausgerüstet. Mit der für Google Android oder Apple iOS kostenlosen App „Canon Camera Connect“ lässt sie sich fernsteuern und zeigt dabei das Live-Bild auf dem Sucher an. Natürlich kann der SX740-HS-Fotograf auch Bilder zwischen Kamera und Smartphone austauschen.
    GPS-Daten lassen sich von dem Mobilgerät auf die Canon übertragen, damit sie diese in ihre EXIF-Informationen integriert. Dazu muss allerdings die ebenfalls eingebaute Bluetooth-Übertragung aktiviert sein.

    Porträt
    Das Bild entstand mit dem integrierten Blitz der Canon, da diese keinen Blitzschuh besitzt und keine Studioanlage auslösen kann. Die Schärfe im Bild ist auch durch die Nachhilfe der internen Bildbearbeitung sehr hoch. Das Rot der Kleidung differenziert die Canon sehr deutlich, sodass die Stoffstruktur klar im Foto erkennbar ist. Der Weißabgleich sorgte hier für eine leicht gelbliche Wiedergabe – passend für Innenaufnahmen mit Kunstlicht.
    Testaufbau
    Kleiner Bildsensor in Kombination mit Extrem-Zoom: Gemeinsam sorgen diese Faktoren dafür, dass die Schärfeleistung der Canon für ein Kompaktmodell zwar gut ist, aber ein weicher Bildeindruck entsteht. Der Bildprozessor arbeitet mit starker Nachschärfung dagegen an. Die Canon SX740 HS reproduzierte das Standardtestbild mit einer leichten Verschiebung der neutralen Grautöne in Richtung Blau und Magenta. Die Sättigung ist sehr hoch, speziell die Grundfarben Rot, Grün und Blau erscheinen äußerst kräftig.
    Farbwiedergabe
    Die leichte Verschiebung der Grautöne in Richtung Magenta und Blau ist nicht nur im Beispielbild rechts zu sehen, sondern tritt auch in der Aufnahme der Farbmesstafel auf. Daraus ergeben sich die Höhen der weißen und mittelgrauen Ergebnisbalken, die die Stärke dieser Verschiebung anzeigen. Das Schwarz dagegen wird eher neutral gezeigt. Die Farbwiedergabe ist insgesamt gut. Grundfarben werden überbetont, vor allen Dingen das dunkle Blau erscheint durch die Verschiebung in Richtung Magenta sehr kräftig. Auch die durchschnittliche Sättigung ist mit 127,6 Prozent selbst für eine Kompaktkamera sehr hoch. Die Hauttöne auf der Farbmesstafel gibt die Kamera aber sehr natürlich wieder.
    Bild
    Mit 3.096 von 3.888 Linien in der Bildhöhe liefert die Canon ein durschnittliches Schärfeergebnis für Kompaktkameras. Der große Zoombereich fordert technisch seinen Tribut, sodass man Kompromisse eingehen muss.
    Rauschen
    Den maximalen Dynamikumfang von 11,2 Blendenstufen, der für eine Kompaktkamera ausgezeichnet ist, verdankt die SX740 HS auch der Bildaufbereitung durch ihren neuen DIGIC-8-Prozessor.
    Dynamikumfang
    Der Bildprozessor hält zudem das Rauschen in überschaubaren Grenzen. Die starke Glättungsfilterung gegen das Rauschen ist in Bildern mit Lichtempfindlichkeitseinstellungen von ISO 1.600 und ISO 3.200 am Verlust von Details erkennbar (siehe nächste Seite).
    Vergleich Bildrauschen
    Die Kamera nutzt einen 1/2,33-Zoll-Sensor, der bei 20 Megapixel bereits eine sehr hohe Pixeldichte und damit eine recht kleine Fläche pro Bildpunkt bietet. Dadurch sind Rauscheffekte schon ab ISO-100-Einstellung im Foto sichtbar.

    Bewertung

    Pro: Das Zoomobjektiv mit dem sehr großen Brennweitenbereich verschafft der Canon-Kamera mannigfaltige Aufnahmemöglichkeiten, die viele motivabhängige Programme unterstützen.

    Contra: Wer mit manuellen Belichtungs- und Fokuseinstellungen arbeitet, möchte auch im Raw-Modus fotografieren, um mehr Spielraum in der Aufbereitung der Bilder zu haben. Dies und ein Anschluss für Blitzgeräte fehlen der Canon.

    Ergebnisse

    Auflösung
    Auflösung
    Ausstattung
    Ausstattung
    Testresultate
    Die Auflösungsleistung der Canon liegt im Mittelfeld der Kompaktkameras. Spitzenwerte erreicht sie jedoch beim Dynamikumfang, hier sorgt auch die Aufbereitung durch den neuen DIGIC-8-Bildprozessor für eine hohe Gesamtleistung. Die Kamera liefert sehr kräftig gesättigte Farben für fröhlich-bunte Bilder. Das Rauschen wird durch eine starke Glättungsfilterung niedrig gehalten.

    Fazit: Foto

    Als vielseitig einsetzbare Reisebegleiterin, die durch einfache Bedienung problemlos als Familien-Kamera für alle möglichen Anlässe geeignet ist, macht die Canon-Kamera eine gute Figur. Die Bildqualität ist auf das Zielpublikum abgestimmt und sorgt etwa durch sehr hohe Sättigung für farbenfrohe Bilder des Sommerurlaubs. Praktisch ist das klappbare LC-Display, das jedoch in seinen Bewegungsmöglichkeiten etwas eingeschränkt bleibt. Bei Aufnahmen im Sonnenschein wäre ein optischer (abgeschatteter) Sucher hilfreich, aber dieser fehlt der SX740 HS.

    Videotest

    Das 4K-Aufnahmeformat der Kamera steht nur zur Verfügung, wenn sie mittels des entsprechenden Rads explizit in den Filmmodus geschaltet wird. Erst dann ist es im Menü „Movie-Aufn.größe“ wählbar. Bei Nutzung des PAL-Fernsehstandards werden dabei maximal 25 Bilder pro Sekunde erreicht, bei NTSC sind es 30 (29,97) Bilder pro Sekunde.  Arbeitet man in einer der verschiedenen Fotoeinstellungen, nimmt die Canon maximal Full-HD mit 50 oder 60 Bildern pro Sekunde auf.

    Gespeichert werden die Filme im MP4-Format mit H.264-Komprimierung. Die Datenrate im 4K-Modus ist mit 121 Megabit pro Sekunde und bei Full-HD 30 Megabit pro Sekunde recht hoch, um Kompressionsartefakte zu verhindern. Für 4K-Aufnahmen sollten also schnelle SD-Karten eingesetzt werden.

    Die manuellen Einstellmöglichkeiten sind stark begrenzt. Auch im per Modusrad aktivierten Filmmodus sind Blende und Verschlusszeit nicht von Hand zu ändern. Das gilt ebenso für die ISO-Lichtempfindlichkeit. Der Filmer kann nur mit der globalen Belichtungskorrektur um plus/minus drei Blendenstufen Einfluss auf die Aufnahme nehmen. Zudem stehen einige wenige Effekte zur Wahl, die ebenfalls nur bei der Full-HD-, aber nicht der 4K-Aufnahme aktivierbar sind. Mittels der „Videoschnappschuss“-Einstellung kann die SX740 HS jeweils vier Sekunden lange Clips aufnehmen, die sie auf der Speicherkarte zu einem Gesamtfilm miteinander verbindet.

    Videofunktionen

    • Max. Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel
    • Max. Frequenz: 25/30 Vollbilder/s
    • Videoformat: MP4; H.264
    • Speicher: 1 × SD/SDHC/SDXC-Karten
    • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
    • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
    • Stabilisator: optisch und digital
    • Manuelle Belichtung: nein
    • Manuelle ISO-Einstellung: nein
    • Manueller Tonpegel/Mikrofonanschluss: nein/nein
    • Besonderheit: Videoschnappschuss
    • Internet: www.canon.de
      Videoauflösung
      Mit 1.061 von 1.080 Linien in der Bildhöhe liefert die Canon im Full-HD-Modus ein ausgezeichnetes Ergebnis, bleibt aber mit 1.585 von 2.160 Linien bei 4K-Aufzeichnung hinter den Erwartungen zurück.
      Farbverteilung
      Auch die Videofilme der neuen Canon zeichnen sich durch eine hohe Sättigung aus. Die Grundfarben Rot, Grün und Blau werden stark überbetont. Der Weißabgleich tendiert zu wärmeren Farben.
      Realbildaufnahmen
      Auch die Testaufnahme einer Straßenszene der Canon SX740 HS ist durch eine kräftige Farbgebung gekennzeichnet. Das Beispiel zeigt die 4K-Version des Testvideos.

      Fazit: Video

      Die Videoqualität ist für eine Kompaktkamera sehr gut, nur gibt es einige kleine Mankos: Ihre 4K-Videos werden nur als Teilbereich auf dem Bildsensor aufgenommen und damit ein verengter Ausschnitt gefilmt. Manuelle Einstellmöglichkeiten für Videos und die Tonaufzeichnung fehlen leider. Die Bedienung beim Filmen ist sehr einfach.

      Canon SX740 HS: Gesamtnote

      Bild