Hersteller Panasonic
Modell TZ202
Original Testbilder:
Kameratest Kompletten Test als Download kaufen kaufen
Hersteller Leica
Modell C-Lux
Original Testbilder:
Kameratest Kompletten Test als Download kaufen kaufen

Leica C-Lux - Panasonic TZ202 vs. Leica C-Lux

Panasonics TZ202 ist eine Edel-Kompakte mit Ein-Zoll-Sensor. Jetzt bekommt sie von Leica mit der C-Lux eine Zwillingsschwester zur Seite gestellt. Gibt es Unterschiede?
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 10/2018

Kameratest

Im Frühsommer 2018 stellte Panasonic mit der TZ202 seine neueste „Travel Zoom“-Kamera vor, die in einigen Ländern auch unter den Bezeichnungen TZ200 oder ZS200 bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine so genannte Edel-Kompakte, die erstens mit einem für Kompaktmodelle großen Sensor der Ein-Zoll-Klasse (13,3 mal 8,8 Millimeter) ausgerüstet ist und zweitens ihre zusätzliche Bezeichnung als „Reise-Zoom“-Kamera ihrem starken Objektiv verdankt. Dieses glänzt nämlich mit einem Brennweitenbereich von 24 bis 360 Millimetern (Kleinbildentsprechungen) und damit vom ordentlichen Weitwinkelbereich bis zum Super-Tele. Im Urlaub kann man also mit einer kleinen Kamera, die in die Hemdentasche passt, alle Aufnahmearten von raumgreifenden Weitwinkel-Landschaftsimpressionen, Porträtfotos der Mitreisenden oder auch Detailbilder von Sehenswürdigkeiten mit dem 15-fachen Zoomfaktor erfassen.

Ein integrierter Bildstabilisator kombiniert optische und elektronische Techniken zu einem „5-Achsen-HYBRID O.I.S.“, der bei Fotos ausgezeichnet funktioniert und selbst bei längeren Brennweiten sowie Verschlusszeiten von 1/10 oder 1/20 Sekunde noch zu scharfen Aufnahmen führt. Nur bei 4K-Filmaufzeichnung ist die elektronische Stabilisierung abgeschaltet, da hier keine Verschiebung des Bildausschnitts auf dem Sensor möglich ist. Die Fünf-Achsen-Stabilisierung gilt also nur bei Full-HD-Aufzeichnung. 

Die Einstellung der Brennweite ist ausschließlich motorisch möglich. Dies geschieht bei beiden Kameras mittels der Zoomwippe am Auslöser. Der drehbare Objektivdrehring hat darauf keinen Einfluss.

Ende Juli stellte Kamera- und Objektivhersteller Leica, der seit vielen Jahren mit Panasonic kooperiert, eine eigene Variante dieser Kamera unter der Bezeichnung Leica C-Lux vor.  Auch ihr Bildsensor erreicht eine Auflösung von 5.472 mal 3.648 Bildpunkten und damit ein Seitenverhältnis wie beim Kleinbildfilm von 3:2. Bei Umschaltung auf das 4:3-Seitenverhältnis einer Kompaktkamera reduziert sich die Bildauflösung auf 4.864 mal 3.648 Pixel und damit auf 17,5 Megapixel. 

Mit Lichtempfindlichkeitseinstellungen bis zu ISO 12.800 konkurriert der Sensor schon mit den Werten von spiegellosen Systemkameras oder SLRs. FOTO HITS wollte wissen, ob sich die Ergebnisse beider Kameras oder ihre Handhabung voneinander unterscheiden.

Dieses Produkt bei

Panasonic LUMIX DC-TZ202EG-K Travelzoom Kamera (1-Zoll Sensor, 15x opt. Zoom, Leica Objektiv, Sucher, 4K, schwarz)

Neu ab 678 EUR (4 Artikel)
Gebraucht ab 611.74 EUR (7 Artikel)

Aufbau

Fast einig

Die technischen Daten der neu vorgestellten Leica-Schwester-Kamera entsprechen denen der Panasonic TZ202. Das gilt für die Sensorgröße und -auflösung ebenso wie für die Funktionalität oder das Objektiv, das ebenfalls einen 15-fachen Zoomfaktor bei gleicher Lichtstärke bietet. Die Ähnlichkeit reicht hin zu eigentlich ausschließlich Panasonic-typischen Merkmalen wie etwa die bekannte „4K Photo“-Funktion, die praktisch unbegrenzt Serienbilder in 4K-Auflösung (acht Megapixel) mit 30 Aufnahmen pro Sekunde als Videodatei speichert, aus der man das oder die gewünschten Foto(s) als JPEG-Datei(en) extrahiert. 

Auch die „Post Focus“-Funktion ist vorhanden. Mit ihr macht man von einem Motiv viele Bilder schnell hintereinander, bei denen die Schärfeeinstellung jeweils leicht verschoben wird. Später kann man den gewünschten Fokuspunkt aussuchen – also ein Motiv wählen, bei dem er mehr auf dem Vorder- oder stärker auf dem Hintergrund liegt.

Äußerlich gibt es gestalterisch ein paar kleinere Unterschiede, die natürlich das Leica-Logo oder die Beschriftung, aber auch die Grafiken beziehungsweise Schriftarten auf dem LC-Menü betreffen. Auch die Tatsache, dass die Funktionstasten auf der Rückseite der Leica-Kamera grundsätzlich rechteckig, bei der Panasonic dagegen rund sind, ändert natürlich an deren Funktionalität nichts. 

Ihre Belegung ist nämlich praktisch identisch – denn es sind nur geschmäcklerische Unterschiede, ob man von „LVF“ (Panasonic) als „Live View Finder“ auf dem Sucher-/LCD-Schalter oder von „EVF“ für „Eye View Finder“ spricht. Der Objektivring hat an der Leica C-Lux eine leichte Rasterung, bei der Panasonic TZ202 dagegen nicht. Die Funktionalität dieses Bedienelements ist aber bei beiden identisch.

Bei Aufnahmen im Raw-Format ergeben sich durch das Dateiformat ebenfalls nur Benennungsunterschiede. Zwar sichern Leica-Kameras ihre Rohdatenfotos üblicherweise als DNGs, also in Adobes „Digital Negative“-Format. Im Fall der C-Lux aber trägt die Datei die Erweiterung RWL, wird also zum „Raw Leica“-Format, während die Panasonic-Version ihre Bilder wie bei allen Kameras des Herstellers als RW2-Datei ablegt. Rein technisch ist die RWL-Version ein Derivat der RW2-Variante. Alle genannten Formatversionen lassen sich übrigens in aktuellen Adobe-Programmen wie Photoshop CC 2018 oder Lightroom Classic öffnen und weiterverarbeiten. Bei Speicherung von JPEG-Bildern bieten beide Kameras zwei Qualitätsstufen an.

 

Ausstattung

Die zwei Kameras sind mit ihren starken Zoomobjektiven als Reise- und Urlaubs­kameras konzipiert. Diese Zeit verlebt man gern bei Sonnenschein, wobei das LC-Display vieler Kameras – auch das der Panasonic TZ202 und der Leica C-Lux – mitunter durch die starke Helligkeit überstrahlt wird und auf dem Monitor fast nichts mehr zu erkennen ist. Dann hilft der eingebaute elektronische Sucher beider Kameras, der mit einem 0,21-Zoll-Farbbildschirm und mit 2,33 Millionen RGB-Bildpunkten eine zwar etwas kleinere Darstellung als spiegellose Systemkameras zeigt, aber hinsichtlich der Auflösung an diese heran­reicht. Mittels eines kleinen Einstellrädchens lässt sich der Dioptrienausgleich steuern, worüber sich Brillenträger freuen.

Die Umschaltung zwischen Sucher und Rückseitendisplay erfolgt mittels eines Augensensors automatisch, kann aber auch wie erwähnt bei beiden Kameras über einen Schalter geschehen.

Mit dem Sucher ist auch die manuelle Fokussierung sehr einfach, die zudem mit Lupenfunktion (mit Einstellung des gewünschten Bildausschnitts) und Focus Peaking zur Kontrastanhebung weiterhilft. Aber auch der Autofokus ist ähnlich wie bei spiegellosen Systemkameras sehr vielseitig einsetzbar. Das ausgesprochen flotte System arbeitet mit 49 einzeln wählbaren Feldern. Zudem steht ein Verfolgungs-AF bereit, der einen mittels Fingerdruck auf dem berührungsempfindlichen LCD definierten Motivbereich nachführt.

Für die Belichtungseinstellung bieten beide Schwesterkameras neben P, S, A und M als Standards auch motivabhängige Programme. Dazu zählen auch ungewöhnliche Lösungen wie „Gegenlicht hart“ oder „Sonnenuntergang dramatisch“. Darüber hinaus lassen sich Effekte nutzen, deren Vorgabemenü bei der Leica mit der Einstellung „COL“ auf dem Moduswahlrad und bei der TZ202 mittels „C“ (wie „Creative“) abgerufen werden. Dann können spezielle Aufnahmeprogramme etwa für High-Key-/Low-Key-Aufnahmen oder „Schwarz-Weiß mit Weichzeichner“ gewählt werden.

Beide Kameras sind auch sehr kommunikationsfreudig. Sie bieten Wi-Fi-Funktionalität, um sich per drahtlosem Netzwerk mit Smartphones und anderen Mobilgeräten zu verbinden. Der Funktionsumfang der Leica-App entspricht dabei dem des Programms für die Panasonic-Kamera.

So lassen sich bei Fernsteuerung mit dem Smartphone die Aufnahmeparameter einstellen und das Live-Bild betrachten. Natürlich können Fotos der Kameras auch zum Smartphone übertragen werden. Neben der WLAN-Kopplung stellen beide Kameras optional per Bluetooth eine Verbindung zu Mobilgeräten her.

Porträt
Die Panasonic TZ202 gibt die Hauttöne im Porträttestbild mit einem etwas stärkeren Gelbanteil als die Leica C-Lux wieder, die auch hier neutraler mit leichter Magentaanhebung arbeitet. In beiden Fällen ist die Differenzierung der schwierigen Rottöne in der Kleidung sehr gut.
Testaufbau
Die Standardtestaufnahme ist in der Version der TZ202 leicht unterkühlt beziehungsweise wird vom Weißabgleich mit Tendenz in grünlicher Richtung dargestellt. Der dunkle Blauton wird ähnlich wie in der Aufnahme der Farbmesstafel sehr stark betont, auch die anderen Farben wie etwa das Rot der Garnrollen sind kräftig gesättigt.
Porträt
Da beide Kameras keine Studioblitzanlage auslösen können, musste mit den eingebauten Blitzgeräten gearbeitet werden.
Testaufbau
Sowohl farblich als auch hinsichtlich des Schärfeeindrucks ähneln sich beide Aufnahmen sehr. Die hohe Bildauflösung erreichen beide Kameras auch mittels starker Nachschärfung, die der Hauptprozessor der Kamera(s) bei der internen Wandlung der Rohdaten in JPEG-Bilder durchführt. Insgesamt ergibt sich jedoch ein qualitativ hochwertiger Eindruck.

Ergebnisse

Fotoauflösung Panasonic TZ202
Fotoauflösung Panasonic TZ202
Ausstattung Panasonic TZ202
Ausstattung Panasonic TZ202
Testresultate Panasonic TZ202 und Leica C-Lux
Panasonic TZ202 und Leica C-Lux liefern erwartungsgemäß annähernd vergleichbare Ergebnisse in allen technischen Tests. Bei den Porträttestbildern sind leichte Farbunterschiede bemerkbar, im Standardmotiv oben dagegen praktisch überhaupt nicht. Insgesamt glänzen beide Kameras mit einer für die Kompaktklasse ausgesprochen soliden Bildqualität.
Fotoauflösung Leica C-Lux
Fotoauflösung Leica C-Lux
Ausstattung Leica C-Lux
Ausstattung Leica C-Lux

Fazit: Foto

Die Unterschiede zwischen den beiden Edel-Kompaktkameras mit Ultra-Zoom-Objektiv sind in der Handhabung und im Design minimal, in der Bildqualität kann man sie fast schon marginal und so gering einstufen, dass sie innerhalb der Messtoleranzen liegen. Bei beiden Kameras handelt es sich um sehr gute Kompaktmodelle mit vielen Einsatzmöglichkeiten. Der Kunde muss selbst entscheiden, ob ihm der höhere Preis der Leica C-Lux angesichts eines erweiterten Zubehörangebots etwa mit eleganten Leder-Taschen und -Etuis wert ist. In den Bildern der beiden Probanden sieht man kaum Unterschiede – jedenfalls keine, die eine klare Empfehlung für eines der beiden Produkte erzwingen würde.

Videotest Panasonic TZ202

Selbst bei den kompakten Panasonic-Kameras gehört die 4K-Videoaufzeichnung zum Standard. Auch die TZ202 kann daher Filme mit 3.840 mal 2.160 Pixel sichern, wobei in die­ser Auflösung Modi mit 24, 25 und 30 Bildern pro Sekunde zur Verfügung stehen, während die kleinere Full-HD-Auflösung mit 24, 25, 30, 50 und 60 Hertz erfasst werden kann. Die Datenrate der Filme erreicht bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Wer sparsamer mit Speicherplatz umgehen möchte, kann bei Full-HD-Aufzeichnung auf das AVCHD-2.0-Format mit maximal 28 Megabit pro Sekunde zugreifen. Die 4K-Auflösung setzt die Kamera mit 1.965 von 2.160 Linien in der Bildhöhe sehr gut um.

P-, S-, A- und M-Belichtungsprogramme stehen per Menüeintrag zur Auswahl, wenn das Modusrad auf „manuelle Filmaufnahme“ umgeschaltet wird. Auch die ISO-Lichtempfindlichkeit lässt sich im Videomodus festlegen. Was fehlt, ist eine manuelle Aussteuerung des Tons (beziehungsweise eine Fixierung des Aufnahmepegels). Lediglich eine automatische Windrauschunterdrückung ist aktivierbar. 

Videotest Leica C-Lux

Bei der Videoaufnahme zeigt die C-Lux kleine, aber erwähnenswerte Unterschiede gegenüber der Panasonic-Schwester. Auch sie kann 4K-Filme mit 3.840 mal 2.160 Pixel aufzeichnen, jedoch arbeitet sie ausschließlich mit 30 Bildern pro Sekunde beziehungsweise 60 Aufnahmen pro Sekunde in Full-HD. Dagegen bietet die Panasonic wie erwähnt auch PAL-kompatible Modi mit 25 beziehungsweise 50 Bildern pro Sekunde. Auch die von der Panasonic-Variante angebotenen AVCHD-Varianten stehen bei der Leica C-Lux nicht zur Verfügung.

Ansonsten ähneln sich die beiden Modelle auch bei Aufnahmen im Filmmodus. Alle vier Grundbelichtungsprogramme mit Vollautomatik, Zeit- oder Blendenvorwahl sowie manueller Einstellung sämtlicher Parameter stehen zur Verfügung, wenn man die Kamera mittels Moduswahlrad auf „Manuelle Filmaufnahme“ schaltet

Im Auflösungstest erreichte die Leica mit 1.955 von 2.160 Linien in der Bildhöhe ein vergleichbares Ergebnis wie die Panasonic, das ebenfalls etwas überschärft wirkt. Auch die Farbdarstellung ist ähnlich: dunk­le Blautöne werden sehr kräftig betont.

Videofunktionen Panasonic TZ202

  • Max. Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel
  • Max. Frequenz: 25/30 Bilder/s
  • Zusatzmodi: ja, 24, 25, 30, 50/60 Bilder/s
  • Videodateiformat: MP4, AVCHD
  • Komprimierung: H.264
  • Speicher: 1 × SD-/SDHC-/SDXC-Karten
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Fokusmodi: Einzel-AF, AF-C, MF
  • Stabilisator: ja
  • Manuelle Belichtung: ja
  • Manuelle ISO-Einstellung: ja
  • Manueller Tonpegel: nein
  • Mikrofonanschluss: nein
  • Besonderheiten: Umfangreiche Einstellmöglichkeiten und 4K-Video
  • Video-Software: nein
  • Internet: www.panasonic.com/de

Videofunktionen Leica C-Lux

  • Max. Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel
  • Max. Frequenz: 30 Bilder/s
  • Zusatzmodi: ja, 24, 60 Bilder/s
  • Videodateiformat: MP4
  • Komprimierung: H.264
  • Speicher: 1 × SD-/SDHC-/SDXC-Karten
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Fokusmodi: Einzel-AF, AF-C, MF
  • Stabilisator: ja
  • Manuelle Belichtung: ja
  • Manuelle ISO-Einstellung: ja
  • Manueller Tonpegel: nein
  • Mikrofonanschluss: nein
  • Besonderheiten: Weniger Bildfrequenzen zur Auswahl als die Schwesterkamera
  • Video-Software: nein
  • Internet: de.leica-camera.com
Realbildaufnahmen Panasonic TZ202, Weitwinkel
Die 4K-Videos der Panasonic-Kamera werden mit starker Anhebung der Kontrastkanten etwas überschärft und wirken damit extrem knackig, aber auch ein wenig künstlich.
Realbildaufnahmen Panasonic TZ202, Tele
Realbildaufnahmen Panasonic TZ202, Tele
Realbildaufnahmen Leica C-Lux, Weitwinkel
Sowohl in der Farbwiedergabe als auch der Auflösung gibt es in der Beispielaufnahme keine nennenswerten Unterschiede – beide ähneln sich fast wie ein Ei dem anderen.
Realbildaufnahmen Leica C-Lux, Tele
Realbildaufnahmen Leica C-Lux, Tele
Bewertung Panasonic TZ202
Bewertung Panasonic TZ202
Bewertung Leica C-Lux
Bewertung Leica C-Lux

Fazit: Video

Die Bildauflösung im 4K-Modus der kleinen Kamera ist sehr hoch, wird allerdings auch durch eine sehr starke Nachschärfung durch ihren Prozessor erreicht.

In den Ergebnissen der Videoaufnahme sind keine Unterschiede zwischen den beiden Kameras erkennbar. Diese liegen nur in einigen Ausstattungspunkten.

Panasonic TZ202 und Leica C-Lux: Gesamtnoten

Bild
Bild