Hersteller Sony
Modell A7R III
Original Testbilder:
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Sony A7R III - Fliegendes Pixelmonster

Vollformatsensor mit einer Auflösung von 42 Megapixel, aber dennoch die Serienbildgeschwindigkeit einer Reportage-Kamera – das bietet Sonys neue A7R III.
Getestet in Ausgabe: FOTO HITS 3/2018

Mit der Sony A7R III greift der Hersteller nach dem Spitzenplatz unter allen Systemkameras mit Vollformatsensor – unabhängig davon, ob SLR oder spiegelloses System. Die neue Sony liefert Bilder in der Auflösungsklasse von Mittelformatkameras und das mit Serienbildgeschwindigkeiten, die Profi-Spiegelreflexkameras für die Sport- und Reportagefotografie vorbehalten waren. Mit dieser Kombination tritt sie in direkte Konkurrenz zu Nikons D850, die als beste Vollformat-DSLR die FOTO HITS-Hitliste für das Jahr 2017 anführte.

Bild

Technische Daten

  • Auflösung: 7.952 × 5.304 Pixel, 42,4 MP
  • Chip-Größe: 35,9 × 24,0 mm
  • Objektiv: 24-105 mm; f4,0
  • Integrierter Bildstabilisator: ja
  • Verschlusszeiten: Bulb; 30 bis 1/8.000 s
  • Belichtungsmodi: Vollautomatik; P, S, A und M; Effektprogramme
  • ISO: 100-32.000 (erweitert bis ISO 102.400)
  • Autofokusfelder: 399 AF-Phasendetektion (425 Kontrastdetektion); einzeln wählbar
  • Sucher: elektronisch mit 3,68 Millionen RGB-Bildpunkten
  • LCD: 7,5 cm; 1,44 Mio. Bildpunkte
  • Preis (UVP): 3.499 Euro
  • Internet: www.sony.de

Aufbau

Kompakt

Es ist immer wieder überraschend, wie klein die Sony-Systemkameras mit Vollformatsensor im Vergleich zu den Spiegelreflex-Pendants mit identischem Aufnahmeformat sind. Gegenüber dem Vorgängermodell A7R II sind die Dimensionen der neuen Sony-Kamera dennoch etwas gewachsen. Dafür sorgt das minimal dickere Ge­häuse und der voluminösere Griff, denn die A7R III ist zwar wie bisher 126,9 Millimeter breit, wuchs aber in der Tiefe um zirka 14 Millimeter an. Der dickere Griffwulst wurde durch den größeren Akku notwendig, denn bei diesem hat Sony gegenüber der direkten Vorgängerin die Leistung um den Faktor 2,2 erhöht. Damit sind deutlich längere Einsätze und mehr Bilder pro Ladung möglich. Zwar hält der neue Akku nicht einen ganzen Fototag durch, jedoch wird die notwendige Anzahl der Reserveakkus in der Fototasche drastisch reduziert. Die durch das vergrößerte Akkuvolumen erhöhte „Massigkeit“ des Griffs kommt der Handhabung der neuen A7R III zugute, denn sie liegt ausgesprochen angenehm in der Hand. Auch die Funktionsschalter, Drehräder und mehr sind leicht erreichbar und ergonomisch geformt, was die Steuerung komfortabel macht.

 

Auflösung

Identische Auflösung, neuer Sensor, neuer Bildprozessor und deutlich höhere Geschwindigkeit: Mit diesen Stichworten kann man die wichtigsten Eigenschaften des neuen Aufnahmesystems beschreiben. Wie bereits die A7R II liefert die A7R III Fotos mit 7.952 mal 5.304 Bildpunkten und damit mehr als 42 Megapixel. Das neue Sensorsystem kann durch leichte Modifikationen und eine verbesserte Generation des Sony-„BIONZ“-Bildprozessors jetzt aber erheblich schneller ausgelesen werden, was zu den extremen Serienbildleistungen der Kamera führt: Zehn Bilder pro Sekunde lassen sich damit erreichen, wobei im Raw-Modus etwa 76 Bilder in Folge am Stück aufgezeichnet werden, bevor der Zwischenspeicher voll ist und der Schreibprozess auf die Speicherkarten beginnt. Apropos Speicherkarten: Die Kamera nutzt jetzt zwei Schächte für SD-Medien in allen Varianten. Etwas ärgerlich ist es, dass lediglich einer der beiden den schnelleren UHS-II-Standard unterstützt. So muss man genau darauf achten, auf welchem Medium und in welchem Slot man etwa die Raw-Daten und auf welchem man die parallel aufgezeichneten JPEGs sichern möchte.

Bei hohen Serienbildgeschwindigkeiten muss natürlich auch der Autofokus mitspielen. Das Hybrid-System der Sony hat damit kein Problem, denn es bietet wie bereits bei der A7R II 399 Messpunkte mit Phasendetektion. Im Vergleich zur Vorgängerin wurden aber die Felder der Kontrastmessung von 25 auf 425 Stück gesteigert. Fokustechniken wie Gesichtserkennung beherrscht die neue A7R III auch, erweitert dies aber noch auf Spezialitäten wie die „Eye AF“-Funktion, die das Auge eines Porträtierten auch bei bewegter Kamera „im Blick“ behält und die Schärfe kontinuierlich auf diesen Bereich abstimmt.

Die mit ihrem wetterfesten Gehäuse und den hohen Serienbildleistungen problemlos für Sportaufnahmen im Außenbereich geeignete Kamera besitzt einen internen Fünf-Achsen-Bildstabilisator, mit dem man selbst Aufnahmen mit extremen Teleobjektiven verwacklungsfrei aus der Hand aufnimmt. Mit dem Stabilisator konnte FOTO HITS im Test lange Verschlusszeiten erreichen, die den vom Datenblatt angegebenen 5,5 Belichtungsstufen entsprechen. Geübte Fotografen mit ruhiger Hand können mit einem 200-Millimeter-Objektiv durchaus etwa mit 1/4 bis 1/6 Sekunde verwacklungsfrei aufnehmen.  

 

Im Test

Den Dynamikumfang des Sensors gibt Sony mit 15 Blendenstufen an. Im Test, der auf JPEG-Bildern in der Standardeinstellung der Kamera beruht, konnten Bilder mit extrem guten 12,1 Blendenstufen erreicht werden. Noch höhere Dynamikwerte mit etwas mehr als einer Blendenstufe zusätzlich sind aus den Rohdaten interpretierbar. Erfreulich bei den JPEG-Bildern ist, dass auch bei höheren Lichtempfindlichkeitsstufen bis ISO 6.400 weiterhin üppige Kontrast­umfänge von zehn bis über elf Blendenstufen erreicht werden. Nur in den höchsten Einstellungen bis ISO 32.000 sacken diese Werte dann auf etwa neun Blendenstufen ab – was aber angesichts der hohen Pixeldichte auf dem Sensor technisch nachvollziehbar ist.

Porträt
Die Schärfeleistung ist exzellent. Der Fokus lag auf dem linken Auge des Models, das rechte Auge erscheint durch die geringe Schärfentiefe der Vollformatkamera selbst mit Blende f8 schon ein bisschen weicher gezeichnet.Das Rot der Kleidung gibt die Sony A7R III sehr stark gesättigt wieder. Sie kann aber trotzdem zwischen den einzelnen Helligkeitsstufen deutlich differenzieren, um die Details der Stoffstruktur exakt wiederzugeben.
Testaufbau
Mit der hohen Pixelanzahl kann die Sony problemlos auch sehr kleine Details im Bild reproduzieren. Mit den metallischen Reflexionen etwa auf der Chromkugel oder der Platine links oben im Testbild hat die Kamera keine Probleme. Die Farbdarstellung ist realistisch.Die Detailfülle der Sony-A7R-III-Bilder ist atemberaubend. Feinste Strukturen werden in riesige Pixelmengen zerlegt und zeigen jedes noch so kleine Detail. Die klare Differenzierung der einzelnen Farbtöne verstärkt den hohen Schärfeeindruck noch weiter.
Farbwiedergabe
Mit einer durchschnittlichen Sättigung von 97,9 Prozent sorgt die Sony für eine exakte Farbdarstellung. Nur die kräftigen Grundfarben – speziell das Blau – werden leicht überbetont. Der automatische Weißabgleich bewirkte beim Foto der Farbtesttafel sowie bei weiteren Aufnahmen unter diversen Lichtsituationen im Test (Fotos im Sonnenschein oder im Schatten, Innenaufnahmen mit Glühlampen- oder Neonlicht) eine treffsichere, sprich: neutrale Farbdarstellung. In der Ergebnisgrafik ist dies an den extrem geringen Ausschlägen der Weiß-, Grau- und Schwarzfelder sichtbar. Das Ergebnis zeigt ebenso wie das Porträtbild oben, dass die Hauttöne sehr realistisch wiedergegeben werden.
Schärfe
SchärfeHohe Bildschärfe: Die Sony A7R III liefert mit 5.062 von 5.304 möglichen Linien in der Bildhöhe ein sehr gutes Ergebnis in der Auflösungsmesung. Die hohe Pixeldichte erfordert Top-Objektive mit hoher Abbildungsleistung.
Rauschen
Durch die kleinen Einzelpixel auf dem vollgepackten Vollformatsensor liegt das Grundrauschen mit 0,96 Prozent bei ISO 100 recht hoch, ist aber subjektiv in den Fotos fast nicht erkennbar und damit sehr dezent.
Dynamikumfang
Gegen das Bildrauschen in hohen ISO-Stufen setzt die Sony eine Glättungsfilterung ein. Die Kombination aus Glättungsfilterung und Rauschen wird ab etwa ISO 12.800 in den Bildern sichtbar, ist aber selbst bei ISO 32.000 noch mehr als akzeptabel.
Vergleich Bildrauschen
Die Sony A7R III ist aufgrund ihrer Bildleistungen mit hoher Auflösung, schneller Serienbildfunktion und rasantem Autofokus für eine ganze Reihe von Sujets geeignet: Von der Architektur- über die Porträtfotografie bis hin zu Natur- und Sportaufnahmen ist alles drin.

Bewertung

Pro: Kompakte Systemkamera, deren extreme Leistungen man dem kleinen Gehäuse nicht zutraut. Hohe Geschwindigkeit und immense Bildauflösung gehen eine Symbiose ein.

Contra: Die Schalter und Einstellräder sind zwar sinnvoll und ergonomisch angebracht, insgesamt drängen sich aber die vielen Funktionselemente recht eng aneinander.

Ergebnisse

Fotoauflösung
Fotoauflösung
Ausstattung
Ausstattung
Testresultate
Die Kamera liefert Top-Ergebnisse in annähernd allen Testkriterien. Hervorzuheben ist die hohe Auflösung und der sehr gute Dynamikumfang der Kamera. Das Bildrauschen ist bei ISO 100 für diese Lichtempfindlichkeitseinstellung recht hoch, der Effekt im Bild jedoch kaum zu sehen. Das Rauschen steigt dann auch nur gemäßigt an, erst in den höchsten ISO-Stufen wird es im Foto sichtbar.

Fazit: Foto

Die Sony A7R III kann derzeit als Top-Modell unter den Systemkameras mit Vollformatsensor angesehen werden. Neben hoher Auflösung und Schnelligkeit gehört auch die weitere Ausstattung zu den Top-Lösungen, denn bis auf ein eigenes GPS-Modul bietet die Kamera alles, was der anspruchsvolle Anwender heute erwarten: extrem hochauflösender Sucher, Wi-Fi-Funktion; USB-3.0-Schnittstelle, NFC, Bluetooth, zwei Speicherschächte, ein berührungsempfindlicher Klappmonitor, exzellente Videofähigkeiten und vieles mehr runden das üppige Gesamtpaket der neuen Sony-Kamera ab.

Videotest

Ihre 4K-Videos kann die Sony A7R III im PAL- und im NTSC-Standard aufzeichnen. Dementsprechend sind entweder Filme mit  25 oder 30 Bildern pro Sekunde speicherbar. In beiden Fällen werden als maximale Datenraten 100 Megabit pro Sekunde erreicht. Dieser hohe Wert ist möglich, weil die Kamera das auf MP4 basierende, aber von Sony weiter entwickelte Format XAVC-S zur Sicherung der Videos bietet. Alternativ kann sie Full-HD-Filme auch im klassischen AVCHD-Modus mit 24 Megabit pro Sekunde aufzeichnen. Über die HDMI-Schnittstelle lässt sich zudem ein von Einblendungen freies Videobild mit acht Bit, aber 4:2:2-Darstellung ausgegeben, das man mit externen Rekordern sichert.

Die Kamera bietet umfangreiche Möglichkeiten, auf die Gestaltung der Videos Einfluss zu nehmen: Mit „S-Log3“ etwa ist zudem eine logarithmische Aufzeichnung des Kontrastverlaufs möglich, die erheblich mehr Spielraum bei der Farbbearbeitung der Filme ermöglicht. Durch Time-Code-Unterstützung lassen sich Aufnahmen mehrerer Kameras leicht synchronisieren.

Die Belichtungssteuerung kann komplett manuell vorgenommen werden, Zeit- und Blendenvorwahl sowie eine Vollautomatik stehen ebenfalls zur Auswahl. Auch die ISO-Einstellung lässt sich von Hand bis ISO 32.000 bestimmen.

Für eine bessere Tonqualität gibt es Anschlüsse für ein externes Mikrofon und Kontrollkopfhörer; der Tonpegel kann vom Kameramann manuell festgelegt werden.

Videofunktionen

  • Max. Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel
  • Max. Frequenz: 30 Vollbilder/s
  • Videoformat: XAVC-S/AVCHD; H.264
  • Speicher: 2 × SD-Karte/MemoryStick
  • Zoomen bei Filmaufnahme: ja
  • Fokussieren bei Filmaufnahme: ja, kontinuierliche Schärfenachführung
  • Stabilisator: ja, per Sensor-Shift; zusätzlich elektronisch
  • Manuelle Belichtung: ja
  • Manuelle ISO-Einstellung: ja
  • Manueller Tonpegel/Mikrofonanschluss: ja/ja
  • Internet: www.sony.de
Videoauflösung
Mit 1.988 von 2.160 und 1.020 von 1.080 Linien in der Bildhöhe im 4K- und im Full-HD-Modus liefert die neue Sony auch bei Videoaufnahmen eine ausgesprochen starke Auflösungsleistung.
Farbverteilung
Die Farbwiedergabe ist auch im Videomodus stimmig. Die Kamera sorgt mit einem treffenden Weißabgleich dafür, dass die neutralen Grauwerte im Zentrum der Ergebnisgrafik platziert werden.
Realbildaufnahmen
Die Sony sorgt für erstklassige Aufnahmen, die sich durch hohe Detailzeichnung bei geringer Moiré-Anfälligkeit auszeichnen. Die Farben erscheinen etwas vorsichtig gesättigt.

Fazit: Video

Den hohen Leistungen im Fotomodus stehen die Videoleistungen der Sony A7R III nicht nach. Sie liefert erstklassiges 4K-Videomaterial. Leider gehören keine echten Profi-Formate wie etwa zehn Bit Farbtiefe oder eine 4:2:2-Farbunterabtastung bei interner Aufzeichnung dazu. Dafür bietet sie viele individuelle Konfigura­tionsmöglichkeiten.

Sony A7R III: Gesamtnote

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