Ein gut gestaltetes Portfolio-Buch beeindruckt Klienten ebenso wie Foto-Freunde. Ein solches Prestige-Projekt unterscheidet sich klar etwa von einem Urlaubsalbum. Die Redaktion stellte einen Leitfaden zusammen, der erläutert, wie jede und jeder einen Verkaufsschlager gestaltet: Er vermittelt, wie man die richtigen Bilder auswählt, sie arrangiert und welche Buchformate sich eignen.
Klick und weg – so werden die meisten Fotos heute wahrgenommen. Nur wenige Sekunden würdigt sie jemand vor seinem Computer-Display, dann sind sie wieder vergessen. Wer einen bleibenden Eindruck hinterlassen will, wählt die klassische Variante, ein gedrucktes Portfolio. Das Zauberwort dabei lautet Entschleunigung.
Der Vorteil ist, dass sich der Empfänger Zeit nehmen muss, um es durchzublättern. Dies eröffnet ihm einen gemütlichen Zugang. Dagegen wirkt der Hinweis auf die eigene Web-Galerie, die er durchklicken könne, eher unpersönlich. Abgesehen davon betört ein Druckwerk nicht nur die Augen, sondern auch die Fingerspitzen. Dazu steigt der Geruch von Büttenpapier, Leinen oder Echtleder in die Nase.
Die Investition in ein solches Kunstwerk ist relativ hoch. Dafür bringt es aber fast jedem Fine-Art-Fotografen mindestens einen Nutzen:
Bei einem repräsentativen Buch denkt mancher an eine dicke Schwarte. Diese Dimensionen muss freilich nur eine eher private Werkübersicht annehmen. Dagegen stehen bei einer Auswahl, die beim schnellen Durchblättern überzeugen soll, zwei Möglichkeiten offen:
Selbst wenn man sich auf die Abmessungen einer preiswerteren Broschüre beschränkt: Bezüglich Form und Inhalt dürfen keine Abstriche gemacht werden. Ein Kunstfreund will sehen, dass dieses Produkt genauso viel Sorgfalt offenbart wie die sonstigen Arbeiten.
Aus Gesprächen mit Fotografinnen und Fotografen weiß die FOTO HITS-Redaktion, dass Klienten bei einer Portfoliosichtung manchmal nur 10 bis 15 Minuten einplanen. In dieser Zeitspanne muss jede Kleinigkeit überzeugen, ansonsten ist der bislang geleistete Aufwand verschwendet. Dieser kann sich durchaus über mehrere Wochen hinziehen.
Welche Faktoren entscheiden nun über Sieg oder Niederlage? Das klärt der folgende Praxisteil.
Ein Klient sucht einen Spezialisten, keinen Tausendsassa. Denn er will sich darauf verlassen, dass der oder die Betreffende in seinem oder ihrem Fachgebiet firm ist. Aus diesem Grund sollte die Blütenlese stilistisch einheitlich ausfallen.
Für eine Fotografin bedeutet dies, dass sie nicht nur ein Portfolio erstellen sollte. Mehr als zwei Genres werden aber selten beackert. Dementsprechend deckt ein Band beispielsweise die Sport-, der andere die sonstige Actionfotografie ab. Familien- und Kinderfotografen punkten dagegen mit verspielten Fotomappen mit Abzügen, Aufklebern und Magneten bei Eltern oder Lehrern.
Es geht aber nicht nur um spezielle Genres, sondern auch um eine eher subjektive Wahrnehmung. Beispielsweise hat jemand aus kommerziellem Antrieb Rennwagen abgelichtet, aber auch persönliche Eindrücke von einer Rallye gesammelt. Das Genre ist dasselbe, trotzdem sollte man die Aufnahmen auf zwei Bände verteilen.
Die fünf Kriterien legen offen, dass es im Fall von Bewerbungen weniger ums Gefühl, sondern mehr um den kalkulierten Effekt geht. Nur wer mit dem gesamten Œuvre etwa vor Freunden glänzen will, kann sich zudem Emotionen leisten.
Das Arrangement der Bilder richtet sich nach folgendem Szenario: Der Kunde blättert durchs Buch und baut zunehmend einen positiven Eindruck auf. Man könnte dies mit einer in sich abgerundeten Langspielplatte vergleichen. Das Coverfoto stimmt auf den Inhalt ein, mit dem ersten Stück beweist sich die Stilsicherheit. Es folgen Variationen, die durchaus Überraschungen bergen. Das Outro entlässt mit einem schwelgerischen, krachigen oder leisen Stück – Hauptsache, es wirkt nach.
Der Profi Fabio Borquez schilderte in FOTO HITS 3/2021 seine Portfolio-Präsentation: „Meine Bestseller habe ich in einer kleineren Broschüre versammelt – aber nicht irgendeiner. Das Papier ist von guter Qualität und die Titelseite besitzt eine stilvolle Prägung mit meinem Namen. Das grafische Design gestaltete ich selbst, das Ergebnis fertigte die Druckerei an, in der ich meine Bücher veröffentliche. Mit ihm gewinne ich die Aufmerksamkeit von Galerien oder Kunden, die noch unentschlossen sind, was sie nehmen.“
Erst wenn die Form stimmt, kommen inhaltliche Überlegungen hinzu. Beispielsweise erzeugt ein besonders spannendes oder unkonventionelles Motiv beim Blättern zwischendurch einen Hingucker.
Ein solches Portfolio ist eigentlich nie fertig, es sollte sich ständig weiterentwickeln. Ältere Bilder werden alle paar Monate ersetzt oder ein gedrucktes Portfolio wird für jedes Kundengespräch angefertigt (Just-in-time-Druck). Da viele Anbieter die Daten speichern, belasten sie nicht einmal die eigene Festplatte.
Saal Digital räumte in einigen Tests von FOTO HITS Preise ab, zuletzt bei den Acrylglas-Wandbildern (Bestnote "Exzellent"). Besonders die Fotobücher des Unternehmens setzen Maßstäbe in der Branche und werden von professionellen Fotografen geschätzt. Doch im kommenden Heft 11/2025 muss es sich noch einmal bewähren, nämlich beim Lesertest eines Professional Line Fotobuch mit Acrylcover.
Die Qualitätsarbeit entsteht im mittelfränkischen Röttenbach, wo Saal Digital eine der modernsten Produktionsanlagen Europas betreibt. Auf 10.000 Quadratmetern vereint das Unternehmen sämtliche Fertigungsschritte unter einem Dach – von der Entwicklung der Gestaltungssoftware über den Druck bis hin zur Endfertigung und dem Versand. Diese vollständige Kontrolle die Produktion ermöglicht extrem kurze Durchlaufzeiten: Die meisten Bestellungen verlassen das Werk innerhalb von weniger als 24 Stunden nach Bestelleingang.