Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Kameras  

100 Megapixel im kompakten Gewand

Fujifilm GFX 100S: Groß im Kleinformat

Etwa 500 Gramm leichter und deutlich kompakter als ihre 100-Megapixel-Schwester ist die neue  GFX 100S: Die von Fujifilm vorgestellte Mittelformatkamera nutzt wie die bisherige GFX100 einen Sensor mit einer Fläche von 43,8 mal 32,9 Millimetern und einer Auflösung von 102 Megapixel. Aber die Neuvorstellung ist äußerlich gerade einmal so groß wie die aktuellen Top-Modelle der Systemkameras mit Kleinbildsensor - nämlich 150,0 mal 104,2 mal 87,2 Millimeter. Noch beeindruckender ist der eingangs erwähnte Gewichtsverlust der spritzwassgeschützten Kamera, denn mit 900 Gramm (inklusive Akku und Speicherkarte) bleibt die GFX100S ein ganzes Pfund leichter als ihre ältere Schwester. 

Das verdankt sie zunächst einer Neukonstruktion ihres Gehäuses, das aus einer robusten, aber leichten Magnesiumlegierung besteht. Sie besitzt einen neu entwickelten Fünf-Achsen-Bildstabilisator, der trotz vergleichbarer Leistung zur GFX100  (Ausgleich von bis zu sechs Belichtungsstufen) ebenfalls im Volumen und beim Gewicht reduziert wurde. Wie so etwas gelingt, hat Fujifilm bereits bei der Entwicklung der X-S10 (siehe FOTO HITS 2/2021) beeindruckend unter Beweis gestellt, deren Bildstabilisator im Vergleich zur X-T4 ebenfalls deutlich kompakter und leichter wurde. Von der X-T4 hat die neue Mittelformatkamera übrigens den Akku vom Typ NP-W235 übernommen, der bei ihr für etwa 460 Bilder pro Ladung ausreichen soll.

Die GFX100S konnte unter anderem auch verkleinert werden, weil sie auf einen integrierten Batteriegriff mit Hochformatauslöser verzichtet, lediglich ein Metallhandgriff wird als optionales Zubehör angeboten. Ihr Sucher mit einer Auflösung von 3,68 Megapixel ist fest eingebaut, während er bei bisherigen Modelle GFX50S und GFX100 als ein modulares Aufstecksystem konzipiert ist.

Die Kamera verfügt wie die GFX100 über ein „X-Prozessor 4“-System und verarbeitet die Bilddaten rasend schnell. Trotz der immensen Auflösung sind Serienbilder mit fünf Aufnahmen pro Sekunde möglich. Auch die Autofokusleistung soll gegenüber der GFX100 gesteigert sein. Bei der Aufbereitung der Bilddaten kann bei der GFX100S nun eine von nun 19 Filmsimulation gewählt werden, denn zu ihnen gehört ab sofort auch „Nostalgisches Negativ“. Diese Einstellung greift den Look eines Analogfilms aus den 1970er-Jahren auf.

Bei der Bedienung hilft eine P-Einstellung auf dem Moduswahlrad. Zudem wurde der Joystick zur Menünavigation neu gestaltet, was die Arbeit mit ihm laut Fujifilm komfortabler und einfacher machen soll.

Neben Fotos kann die Kamera auch 4K-Videos mit bis zu 30 Bildern produzieren. Dabei ist eine Sensorvollauslesung ebenso möglich wie eine Aufnahme mit einem Sensorbeschnitt um Faktor 1,1. Die Umschaltung zwischen Video und Foto erfolgt mittels eines Schiebeschalters nahe des Moduswahlrads. Beide sind links vom Sucher auf der Oberseite zu finden. Der Wechsel zwischen Film und Foto sorgt auch für eine Umschaltung der Menüeinträge. So bleibt die Bedienung beider Modi getrennt voneinander und die Steuerung der Kamera insgesamt übersichtlicher. Gesichert werden Filme und Fotos auf zwei SD-Speichermedien. Die beiden Kartenschächte der Kamera unterstützen den schnellen UHS-II-Standard.

Die neue Fujifilm GFX100S kommt im Ende Februar 2021 in den Handel. Sie wird 5.999 Euro kosten und damit für eine 100-Megapixel-Kamera mit Mittelformatsensor recht preiswert sein.


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