9. Triennale der Photographie Hamburg 2026
Neue Blickwinkel durchqueren die Geschichte, Gefühle und Gesellschaften
Vom 5. Juni bis zum 22. September 2026 präsentiert die 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 elf Ausstellungen in acht Museen und Kunstinstitutionen der Stadt. Das internationale Festival unter der künstlerischen Leitung von Mark Sealy aus London betrachtet, wie Fotografie die Menschen verbindet und zum Nachdenken über Gerechtigkeit, Verantwortung und Menschlichkeit anregt. Dementsprechend lautet das Thema der diesjährigen Triennale: Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other (Bündnis, Unendlichkeit, Liebe - im Angesicht des Anderen).
Der Begriff Alliance steht für Solidarität und gemeinsames Handeln, so beispielsweise in der Ausstellung von Franki Raffles (1955 – 1994) unter dem Titel "Photography, Activism, Campaign Works".
Die Britin Raffles dokumentierte die Arbeitsrealitäten von Frauen in den 1970er- und 1980er-Jahren. Sie nutzte Fotografie als Werkzeug gegen soziale und geschlechtsspezifische Ungerechtigkeit von Schottland bis China.
Die Ausstellung "Bilderechos" aus Peru will anhand von historischen Fotos und Tonaufnahmen aus der kolonial geprägten Vergangenheit des Landes neue Perspektiven aufzeigen. Aufgenommen wurden sie vom deutschen Amateurforscher Hans Heinrich Brüning (1848–1928). Dessen Material interpretierten zeitgenössische Akteure, Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen aus Peru neu.
Auch die Einzelausstellung "Whispers" von Melike Kara im Kunsthaus Hamburg greift das Thema Alliance auf. In einer raumgreifenden Installation reflektiert sie ihr kurdisches Erbe, das sie in den vergangenen Jahren künstlerisch verarbeitete. Im Fokus stehen dabei Fragen nach Identität, Erinnerung und Heilung.
Die Ausstellung "Aber ich die Welt ich sehe dich" der Hamburger Kunsthalle setzte sich mit Fotografien, Filmen und Artefakten auseinander, die von persönlichen Erfahrungen, Mythen und Ideologien geprägt sind. In drei Sektionen reflektiert die Ausstellung über diese Aspekte. Anhand von Künstlerinnen und Künstlern wie William Henry Fox Talbot, Marcel Duchamp, Jo Ractliffe, Akram Zaatari und Khadija Saye offenbart die Ausstellung das Bild als emotionale und rationale Darstellung.
Unter dem Begriff Infinity wird die zeitliche Achse eines Fotos verstanden. Denn es kann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden. Die ägyptische Künstlerin Sara Sallam untersucht in der Ausstellung "Fürsorge. Fotografie neu ordnen", wie koloniale Bilder bis heute nachwirken. Mit Beispielen aus der archäologischen und fotografischen Sammlung des Museums entwickelt sie Gegenerzählungen zu den historischen Betrachtungsweisen, die dazu einladen, die Vergangenheit neu zu betrachten.
Im dritten Themenfeld der 9. Triennale steht das menschliche Miteinander im Mittelpunkt. Das PHOXXI zeigt mit Abdulhamid Kircher und Akosua Viktoria Adu-Sanyah zwei aktuelle Sichtweisen, die sich eperimentell mit analoger Farbfotografie auseinandersetzen. Dabei wird die Dunkelkammer - so der Pressetext - "zu einem Raum der Reflexion, Transformation und Heilung".
Zu den rund 70 weiteren Fotografinnen und Fotografen zählen F.C. Gundlach, Diane Arbus, Richard Avedon, Hans Bellmer, Larry Clark, Jiri Georg Dokoupil, Jenny Holzer, Robert Mapplethorpe, Irving Penn und Cindy Sherman.