Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Ausstellung Amazônia

Das Vermächtnis von Sebastiao Salgado wird in Köln gezeigt

Über sechs Jahre hinweg bereiste der Brasilianer Sebastiao Salgado das Amazonasgebiet, fotografierte Regenwald, Flüsse, Berge und die dort lebenden Menschen. Seine Mission war es, die unerschöpfliche Kraft dieser einzigartigen Region in Bildern festzuhalten – nicht als nostalgische Rückschau, sondern als lebendigen Appell, das bedrohte Paradies zu bewahren. Die Ausstellung "Amazônia" präsentiert die Bildergebnisse.   

Besonderes Gewicht legte Salgado auf die Darstellung indigener Gemeinschaften. In seinen Fotografien aus dem Kampa do Rio Amônea-Territorium im Bundesstaat Acre (2016) begegnen uns Familien, deren Gesichter ebenso Würde wie Verletzlichkeit ausstrahlen. Anders als exotisierende Klischees zeigen diese Porträts den Alltag und die Selbstverständlichkeit, mit der Menschen seit Jahrhunderten im Einklang mit dem Regenwald leben. Gleichzeitig treten die Landschaften in monumentaler Wucht auf. Der Auaris River im Parima Forest Reserve (Roraima, 2018) wirkt wie eine Kathedrale aus Wasser und Nebel, während die Bilder des Anavilhanas-Archipels am unteren Rio Negro (Amazonas, 2019) die schier endlose Vielfalt des Ökosystems sichtbar machen. Es sind Szenen von erhabener Schönheit – doch stets durchzogen von der Frage, wie lange diese Welt noch bestehen wird.

Begleitend zur Ausstellung erschien der opulente Bildband Amazônia im TASCHEN Verlag. Auf 528 großformatigen Seiten im Format 35,8 × 26 Zentimeter entfaltet sich Salgados Expedition in epischen Schwarz-Weiß-Panoramen und intimen Porträts. Der Fotograf selbst widmete das Werk den indigenen Völkern Amazoniens. „Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass dieses Buch in 50 Jahren nicht als Bestandsaufnahme einer verlorenen Welt gelten wird. Amazônia muss fortbestehen“, schrieb er in seinem Vorwort.

Bedauerlicherweise musste die Redaktion am 23. Mai dieses Jahres einen Nachruf auf Salgado verfassen. Ein winziger Moskito-Stich wurde diesem Giganten zum Verhängnis, der zuerst Malaria und dann Leukämie verursachte. Mit Amazônia wird eine der größten Stimmen der Fotografie gefeiert – und zugleich ein Künstler, der immer an die Kraft der Bilder geglaubt hat. 

  • 29. Oktober 2025 bis 15. März 2026
  • Rautenstrauch-Joest-Museum Köln 

 

 


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