Ausstellung: USA
Mit Max Schelers Bildern historische Brüche in den USA erkunden
Max Scheler (1928 bis 2003) reiste seit den frühen 1950er Jahren als Fotoreporter im Auftrag der wichtigsten europäischen und amerikanischen Illustrierten um den Globus. Sein besonderes Interesse galt dabei den USA und den gesellschaftlichen und politischen Widersprüchen der neuen Weltmacht. Die Ausstellung "United|Disunited" im Heidelberger Mark Twain Center macht Bruchlinien sichtbar, die im heutigen Trump-Amerika wiederum zu tiefen Spaltungen führen. Ein ausführlichere Bericht ist i der aktuellen Ausgabe 2/2026 zu finden.
Die Hysterie der McCarthy-Ära war im Jahr 1964 schon zehn Jahre vorbei. Aber sie wirkte so stark nach, dass ein Politiker mit teils wirren Phrasen einen rasanten Aufstieg erlebte. Barry Goldwater verkündete, dass die Straßen in den USA vor dem Mob gesichert werden müssten oder staatliche Wohlfahrt mit Stalinismus gleichzusetzen sei. Um den „Triumph des Bösen“ zu verhindern müsse man ihn zum Präsidenten zu küren. Im Handstreich übernahm er die Partei der Republikaner, während der gemäßigte Flügel in die Ecke gedrängt wurde.
Das klingt vertraut, doch Fotoreporter wie Max Scheler schauten schon damals genauer hin. Er unterschied die zahlreichen Graustufen, deren Summe erst ein vollständiges Bild ergibt.
Bis zur Mitte der 1970er-Jahre berichtet Scheler immer wieder über Armut und Reichtum, die atomare Bedrohung in Zeiten des Kalten Kriegs, den Rassismus vieler weißer US-Bürger oder das wachsende Selbstbewusstsein der Afroamerikaner. In den wenigen Jahren seines fotografischen Schaffens hinterließ er ein Werk, das zu den bedeutendsten der Nachkriegszeit gehört. Die Ausstellung im Mark Twain Center mit mehr als 80 Schwarz-Weiß-Arbeiten, Farbbildern und ausgelegten Magazinen zeigt ihn als Chronist historischer Ereignisse mit großer Liebe zum Alltäglichen.
- Heidelberg
- Mark Twain Center
- 15. November 2025 bis 3. Mai 2026
- Die neue Ausgabe offenbart die ganze Fotowelt vom Heimstudio bis zur Arktis
- Europäischer Naturfotograf des Jahres wird prämiert