Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Literatur  

Brennpunkt Berlin

25 Einblicke in die Fotoszene

„Fotoszene Berlin“ beleuchtet zwar die kreative Vielfalt „nur“ einer einzigen Metropole. Doch das Buch bietet spannende Einblicke in die gesamte neuere Entwicklung des Mediums. Dafür hat Autor Jens Pepper bekannte Protagonisten aus der Fotowelt interviewt. Wesentlich für den Leser aber ist auch, dass sie lebhaft erzählen können. Einige Beispiele sind:

Der Fotograf Joachim Baldauf macht klar, warum nackte Männer nicht allein ein Sujet der Schwulenszene sind und warum es unmoralisch sei, für große Firmen für kleines Geld zu arbeiten. Die Fotografin Ute Mahler berichtet, wie sich ihre Langzeitprojekte mit Neonazis und Vorstadtschönheiten entwickelten und wie es ist, das eigene Lebenswerk zu sichten. Aus der Sicht eines Galeristen erläutert Robert Morat, welche Trends in letzter Zeit gesetzt wurden und wie sie sich verkauften. Die PR-Managerin Nadine Dinter legt offen, wie sie ihre Public-Relation-Netzwerke zwischen New York und Berlin aufbaut. Sonja Hamad berichtet, wie es passieren kann, im kurdischen Kriegsgebiet eine eigene künstlerische Sichtweise zu entwickeln. 

In jedem der insgesamt 25 Gespräche sind leidenschaftliche Standpunkte zur Street Photography, Buchprojekten, Spaß und Scheitern, Sexualität, Pop und Kommerz nachzulesen. Denn ein guter Interviewer wie Jens Pepper entlockt ihnen allen Geschichten, die man ansonsten praktisch nirgendwo erfährt. Daher ist „Fotoszene Berlin“ eines der besten aktuellen Bücher, um Fotofreunden nicht nur eine erhellende, sondern auch fesselnde Lektüre zu bereiten.

Jens-Pepper: Fotoszene Berlin. Klak Verlag 2020, ISBN 978 3 948156 25 1, 258 Seiten, Preis: 25 Euro


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