Fotowettbewerb
Spektakuläre Bilder aus der Wissenschaft prämiert
Die Swiss National Science Foundation (SNF) prämiert seit zehn Jahren wissenschaftliche Bilder. Mittlerweile kamen 3.800 spannenden Einblicke in die Forschung zusammen. In diesem Jahr wurden zwanzig Werke gewürdigt, die von der Vogelmaske bis zum unterirdischen Fluss reichen.
Eine ungewöhnliche Begegnung in den Tiefen eines Schweizer Sees oder die Großaufnahme eines Hagelkorns, die die Geschichte seiner Entstehung in den Wolken erzählt: Solche Aufnahmen wurden unter den 314 eingereichten Werken ausgewählt, um vier erste Preise und sechzehn Auszeichnungen zu vergeben.
Die prämierten Bilder und Videos werden vom 9. bis 31. Mai 2026 an den Bieler Fototagen ausgestellt. "Dank unserer Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds kann die Wissenschaft aus einer ungewohnten Perspektive entdeckt werden", erklärt Sarah Zürcher, seit 2025 Direktorin des Festivals. "Auch wenn es sich nicht um künstlerisches Schaffen im engeren Sinn handelt, eröffnen diese Bilder einen neuen Blickwinkel darauf, wie Wissen entsteht und weitergegeben wird."
Die vier ersten Preise
Mit ihrem Foto einer Kollegin, die eine Vogelmaske trägt, gewinnt die Anthropologin Claire Galloni d’Istria von der Universität Genf die Kategorie "Forschungsobjekt". "Die Fotografie vermittelt meine Gedanken zum Zusammenleben von Mensch und Tier", erklärt die Forscherin. "Für mich erfüllt das Foto nicht nur den Zweck, zu illustrieren: Es bringt andere Bewusstseinsformen hervor." Die Jury ist überzeugt von der "dramatischen Inszenierung und dem radikalen Bildausschnitt, der eine leicht beunruhigende Dunkelheit betont".
Der erste Preis der Kategorie "Frauen und Männer der Wissenschaft" geht an Mirjam Widmer, Studentin am Zentrum Bildung, für ihr Porträt einer Höhlenforscherin beim Abstieg durch einen Wasserfall. Für sie zeigt das Foto, "dass Wissenschaft nicht nur im Labor stattfindet. Erkenntnisgewinn erfordert Mut und ist oft auch mit körperlichem Einsatz verbunden." Die Jury lobt die "technisch beeindruckende Aufnahme, die Belichtung und Bildkomposition meisterhaft vereint und uns in eine fast unzugängliche Welt entführt".
Jayant Abhir, Doktorand an der ETH Zürich, gewinnt die Kategorie "Orte und Werkzeuge". Sein Foto zeigt den Mond durch die Tragstruktur eines Teleskops, das auf La Palma in einer Höhe von 2200 Metern steht. "Dort herrscht eine einzigartige Atmosphäre, die ich durch die Fotografie vermitteln möchte", erzählt der Doktorand. Für die Jury ist dieses Werk eine "sehr schöne Komposition, die Mechanik und Natur, Nähe und Ferne sowie Abstraktion und Figuration einander gegenüberstellt".
In der Kategorie "Videos" gewinnt Inés Segovia Campos von der Universität Genf. Aufgenommen unter dem Mikroskop, dokumentiert ihr Video die kollektive Bewegung von Phytoplankton. "Es zeigt, wie sich diese einzelligen Algen ihrer Umgebung anpassen und um ihren Platz kämpfen", erklärt die Forscherin. Die Jury hebt die "klassische, präzise Aufnahme mit intensiven Farben" hervor, "die uns eine mikroskopische Welt zeigt".