Frühe Architekturfotos
Ausstellung lässt die Gründerzeit lebendig werden
Nach dem Frankfurter Frieden erlebte das Deutsche Reich eine Phase wirtschaftlichen Wachstums, zudem entwickelte sich in der Gründerzeit die Architektur weiter. Der Fotograf Carl Friedrich Mylius (1827–1916) hielt dies in seiner Heimatstadt Frankfurt/Main fest. Die Stadt war ein bedeutender Anziehungspunkt für Reisende. Immerhin wurden dort Kaiser gekrönt und internationale Messen veranstaltet. Der voranschreitende Tourismus verlangte nach Souvenirs, und die erhielt er mit Carl Friedrich Mylius’ Abbildungen von Sehenswürdigkeiten.
Viele der Ansichten zeigen eine Stadt im Wandel. Industrialisierung und Verstädterung führten zu einschneidenden baulichen Veränderungen – ganze Straßenzüge in der Alt- und Innenstadt verschwanden. Als Chronist dieser Zeit dokumentierte Mylius die historischen Orte seiner Stadt genauso wie Neubauten, Industrieanlagen und die moderne Infrastruktur. Es zog ihn auch ins Frankfurter Umland, von dem er einige der ältesten existierenden Aufnahmen hinterließ. Ein besonderes Werk in der Ausstellung ist eine 7,60 Meter lange Ansicht des Mains. Es handelt sich um das erste fotografische Panorama Deutschlands.
„Bereits in diesen frühen Anfängen war die Fotografie mehr als bloße Abbildung – sie war ein Mittel, um die Stadt in einer ästhetischen Dimension zu erfassen. Das machte Mylius zu einem frühen Wegbereiter der Architekturfotografie“, erläutert Kristina Lemke, Kuratorin der Ausstellung und Sammlungsleiterin Fotografie.
- Städel Museum Frankfurt
- 12. Februar bis 1. Juni 2025