Frühe Vogelkundler in Berlin
Die Vogel-WG: Wie die Heinroths tausend Küken aufzogen und studierten
Noch bis zum 14. September 2025 stellt die Staatsbibliothek zu Berlin die Ornithologen Oskar, Magdalena und Katharina Heinroth vor. Noch vor Konrad Lorenz und seinen Wildgänsen zogen sie in den 1920er-Jahren zahllose Vögel groß. In ihrer Wohnung wuchsen insgesamt 1.000 Vogelkinder von 286 verschiedenen Arten auf, die sie mit ihrer Klappreflex-Kamera festhielten.
Magdalena brachte die gefiederten Protagonisten dazu, typische Körperhaltungen einzunehmen, während Oskar die Kamera bediente. Das Ergebnis der Aufzeichnungen von Oskar und Magdalena war das Werk „Die Vögel Mitteleuropas“, das die Verhaltensforschung mitbegründete. Es erschien von 1926 bis 1931 in vier großformatigen Bänden mit 938 Seiten und enthielt 4040 Fotografien. Die Erscheinungsweise in 100 Lieferungen ermöglichte auch Vogelfreunden mit kleinem Geldbeutel die sukzessive Anschaffung.
Oskar Heinroth entwarf und leitete zudem das Berliner Aquarium. Oskar Heinroths zweite Frau Katharina leitete von 1945 bis 1957 den Berliner Zoo. Sie war die erste Zoodirektorin Europas.
Im Rahmen des Begleitprogramms finden zwei Veranstaltungen statt:
- 14. August 2025, 1830 Uhr: Alfred Brehms „Das Leben der Vögel“ – ein Klassiker der Vogelschilderung schreibt Literaturgeschichte:
- 11. September 2025, 18,30 Uhr: „Durch Urwalddunkel und Tropensonne“ – Katharina Heinroths Safari nach Zentralafrika:
Die Vorträge finden in der Staatsbibliothek zu Berlin, im Haus Unter den Linden 8, 10117 Berlin, im Theodor-Fontane-Saal statt. Der Eintritt ist kostenlos.
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