Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Notizen  

Hilla Becher gestorben

Neuer Blick auf die Welt erloschen

Die Fotografin Hilla Becher starb am vergangenen Samstag, den 10. Oktober 2015. Auch wenn ihre Motive eher unspektakulär waren, prägten sie und ihr Mann Bernd Becher die Fotografie ab den 1970er Jahren. Unter dem Namen "Düsseldorfer Schule" etablierte sich eine distanzierte Betrachtungsweise, die der Dokumentarfotografie nahe stand. Der

Fotograf versucht also, sich und seine Ansichten in den Hintergrund treten zu lassen. Doch indem man so den Phänomenen auf den Grund gehen wollte, entwickelte sich ein ausuferndes Spiel mit der Oberfläche: mit trügerischen Elementen, der Frage, was Fotografie aussagen kann, intellektuellen und selbstreferentiellen Überlegungen bis hin zur schieren Freude an der zweckbefreiten Form. Berühmte Vertreter sind etwa Andreas Gursky, Thomas Struth, Candida Höfer oder Thomas Ruff.

Konkret widmete sich das Künstlerpaar anonymen Industriebauten etwa im Ruhrgebiet. Ihre Aufnahmen fanden internationale Beachtung und wurden unter anderem mit dem Goldenen Löwen der Biennale Venedig und dem Europäischen Erasmuspreis in Amsterdam ausgezeichnet. Das Gesamtwerk von Bernd und Hilla Becher wird seit 1977 verlegerisch von Lothar Schirmer betreut und ist bisher in 22 Bänden bei Schirmer/Mosel erschienen.

Bild: Elke Wetzig

 


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