Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Krise? Was für eine Krise?

Künstlerduo visualisiert, was Jugendliche bewegt

Bei der Klimakonferenz in Aserbeidschan beschlossen die Industrieländer, die Erderwärmung vorerst aufzuschieben. Damit treffen sie sich mit Konsumenten, die weitermachen wollen, wie bisher. Nichtsdestoweniger rumort es in Jugendlichen, wenn ihre Winter weitgehend schneefrei sind, dafür der Amazonas streckenweise austrocknet.

Ana Zibelniks (geboren 1995 in Ljubljana/Slowenien) und Jakob Ganslmeier (geboren 1990 in München/Deutschland), beschäftigt sich damit, wie die heutige Jugend versucht, mit diesen Perspektiven umzugehen. Hierfür wählte das Künstlerduo keine plakativen Fotos, sondern versuchten, innere Bilder zu entwickeln. Daraus entstanden die Serien "Immortality is Commonplace" (Unsterblichkeit ist ein Allgemeinplatz) und "Fault Line" (Bruchlinie). Die beiden Projekte stellen die Frage: Wird Europa unter der Klimakrise zerbrechen, oder können wir gemeinsame Ebenen finden, die uns vereinen?

In "Immortality is Commonplace" beleuchtet Zibelnik die Tatsache, dass wegen Dürren vorerst "nur" die ohnehin Verwundbaren aus armen Weltregionen sterben, aber dies die Möglichkeit des Aussterbens aller aufzeigt. Umso größer wird der Wunsch, die Vergangenheit zu bewahren. Unter anderem faszinieren Zibelnik in diesem Zusammenhang die biologisch unsterblichen Flechten. Sie werfen die Frage auf: Wer dokumentiert wen – wir die Natur oder die Natur uns? Beziehungsweise schaut sie unserer Vergänglichkeit zu?

"Fault Line" ist ein Gemeinschaftsprojekt von Zibelnik und Ganslmeier. In ihm wird es konkreter: Aus Katastrophenangst flüchten manche in reaktionäre Hirngespinste, aus denen Gewalt entsteht. Dies machen sich rechtsextreme Gruppen zunutze, und wirkt sich bis auf die Einwanderungspolitiken aus. Neben den Fotografien geben persönliche Berichte und Interviews einen tieferen Einblick in die gesellschaftlichen und politischen Spannungen.


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